Bestellerkredit ein flexibles Instrument

wS/rl -Siegen/Olpe- „Eine gute Finanzierung hilft mitunter, den Auftrag zu bekommen“, berichtete jetzt Helmut Lantzsch, Finanzierungsfachmann der SMS, anlässlich einer Zusammenkunft des Außenwirtschaftsausschusses der Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen in den Geschäftsräumen der Firma SMS Siemag Aktiengesellschaft in Hilchenbach. Kunden aus aller Welt suchen heute Hilfe bei der Finanzierung großer Aufträge. Ursache sind nicht zuletzt die gedämpften Wachstumserwartungen in bedeutenden Schwellenländern, erklärte Jens Oliver Haupt, Zentralbereichsleiter Commercial Sales/Marketing der SMS Siemag AG. Umso wichtiger ist es für SMS und andere Lieferanten, ausländischen Kunden bei der Finanzierung solche Hilfen anzubieten. 

Tanja Luibrand von der KfW IPEX-Bank GmbH, Andreas Weissler von der Commerzbank AG sowie Helmut Lantzsch gaben den Ausschussmitgliedern einen Überblick über die Finanzierungs- und Sicherungsinstrumente, die Unternehmen für ihre Exporte nutzen können: Sie reichen von Bestellerkrediten, die von staatlichen Kreditversicherungen wie Euler Hermes abgesichert sind, über den Ankauf der Forderungen (Forfaitierung) bis hin zur Absicherung eigener Forderungen durch staatliche oder private Garantien. „Der Bestellerkredit ist ein bewährtes und flexibles Instrument des Interessensausgleichs zwischen Exporteur und Besteller“, so Tanja Luibrand. „Der Kredit wird in der Regel direkt an den Exporteur in Deutschland ausgezahlt, auch wenn der ausländische Besteller der Schuldner ist.“ Eine Tilgungsperiode bis zu zehn Jahren sei möglich, so Luibrand weiter. In der Tendenz aber, das zeigte die Diskussion, spüren die Unternehmen heute bei der Finanzierung von Großprojekten eine größere Zurückhaltung als vor der Finanz- und Schuldenkrise. 

Wie wichtig der asiatische Raum für die heimische Wirtschaft ist, zeigt eine am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung ab September angebotene Zusatzausbildung zum „Asienkaufmann“, die allen voran für kaufmännische Berufe angeboten wird. Auf dem Stundenplan stehen unter anderem Kenntnisse der chinesischen Sprache und der chinesischen Kultur, aber auch eine Erweiterung der Englisch-Kenntnisse sowie die Vermittlung von Einblicken in Themen des Außenhandels. Studiendirektor Patrick Helle, der das Projekt umsetzt und darüber den Ausschuss informierte, stellt ein lebhaftes Interesse unter den Auszubildenden fest. „Wir haben auch einige Anfragen von Berufstätigen, die ihre Ausbildung schon längst abgeschlossen haben. Diese müssen wir heute aber noch vertrösten. Zurzeit richtet sich das Angebot nur an unsere Schüler“, so Helle. Anmeldungen für diese Zusatzausbildungen sind noch bis zwei Wochen nach den Sommerferien möglich, solange noch freie Plätze verfügbar sind. Das Vorhaben wird von der IHK finanziell unterstützt. 

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