Von "Almosensituation" weg kommen

wS/rile -Burbach-Holzhausen – Ruanda ist nicht nur das schönste der afrikanischen Länder, es ist auch das friedlichste und das dicht besiedelste Land des schwarzen Kontinents. Diese Tatsache wiederum animiert einige deutsche Firmen schon seit Längerem, in der ehemaligen belgischen Kolonie mitzuhelfen, dort eine Infrastruktur aufzubauen. Vor dreieinhalb Jahren hat die Burbacher Firma Hering eine Niederlassung in Südafrika gegründet und bildet dort Fachkräfte aus. 

Am heutigen Vormittag gab es in der Firma Hering hohen Besuch. Die Botschafterin von Ruanda, Christine Nkulikiyinka und die FDP-Bundestagsabgeordnete Helga Daub, die  Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des Bundestages ist, wurden von Firmenchefin Annette Hering herzlich empfangen. Grund des Besuches waren wichtige Themen, die die Entwicklung Ruandas vorwärts bringen soll.

Wir wollen mithelfen, die Infrastruktur dort aufzubauen“, erklärte Helga Daub, die vor einiger Zeit Gelegenheit hatte, sich vor Ort im Land über Einzelheiten zu informieren. „Wenn man sich wirtschaftlich engagiert bedeutet das Arbeitsplätze schaffen. Gibt es Arbeitsplätze so gibt es auch Lohn. Das Land benötigt Investitionen und Ausbildung.“

Das Land der tausend Hügel, wie Ruanda auch genannt wird, ist klein aber fein“, erklärte die Botschafterin mit sichtlichem Stolz und in brillantem Deutsch. „Unser Land will sich entwickeln. Der wichtigste Teil ist es, die Wirtschaft anzukurbeln. Deshalb benötigen wir Investoren. Und bei uns kann man wieder investieren. Unser Land ist sicher. Wohl das sicherste in ganz Afrika. Wir haben eine junge Bevölkerung, das spielt in der Wirtschaft eine große Rolle. Wir müssen jetzt damit beginnen, auszubilden, damit wir in ein paar Jahren wachsen können. Die Bedingungen dazu sind bestens“, warb die Botschafterin, die seit 4 Jahren in Deutschland lebt, für ihr Land.

Ruanda hat daneben auch noch eine wunderschöne Landschaft, die von Nord nach Süd alles bietet. Berge, Seen und Steppe. Man will touristisch auch diese Tatsache nutzen. „Wir möchten sehr gerne, dass die Menschen zu uns kommen, wir wollen auch den Tourismus fördern. Wir haben dafür sehr viel Potential. Aber wir wollen keinen Massentourismus“, räumt Christine Nkulikyinka ein. „Was wir in erster Linie wollen, ist einen wirtschaftlichen Austausch mit Deutschland.“

Helga Daub brachte es dann auf den Punkt: „Es muss eine „win-win-Situation zwischen Ruanda und Deutschland sein“. Wir müssen von der „Almosensituation“ sprich Budgethilfe mittelfristig wegkommen. Dafür benötigt man den Aufbau eines Bildungswesens. Und dafür wollen wir uns einsetzten. Ebenso dafür, dass der Tourismus gefördert wird.

Die Unternehmen müssen alle mitmachen, um die Bildung in Ruanda und anderen afrikanischen Ländern zu finanzieren“, war Annette Hering der Meinung. „Bildung müssen dort alle Firmen zentral mitmachen, da sonst die Gefahr des Abwerbens zu groß ist.“

Wir haben viele Reformen durchgeführt. Und wenn man das Ziel erreichen will muss man auch konsequent sein. Ein paar Investoren gibt es bereits, wir hoffen aber, dass es noch mehr werden“, schloss die Botschafterin und bedankte sich bei der Gastgeberin Annette Hering und auch bei der Bundestagsabgeordneten Helga Daub für deren engagierten Einsatz für ihr Heimatland.

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Heute Vormittag waren die FDP-Bundestagsabgeordnete Helga Daub (links) und die Botschafterin von Ruanda, Christine NKULIKIYINKA (Mitte) in der Firma Hering in Burbach-Holzhausen zu Gast. Sie wurden von  Chefin Annette Hering (rechts) herzlich begrüßt. Foto: Rita Lehmann

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