Testphase für neuen Buszug der VWS gestartet

Erster Halt: Kölner Tor. Der VWS-Buszug legte bei einer ersten Testfahrt an der Haltestelle in der Sandstrasse einen Stopp ein. Fotos: Jürgen Kirsch

Erster Halt: Kölner Tor. Der VWS-Buszug legte bei einer ersten Testfahrt an der Haltestelle in der Sandstrasse einen Stopp ein. Fotos: Jürgen Kirsch

(wS/jk) Siegen – Die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd (VWS) müssen Gelder einsparen. Deshalb wird in dieser Woche ein Omnibuszug der Firma Göppel-Bus GmbH im Linienverkehr getestet. Dabei handelt es sich um einen Bus samt Personenanhänger, der vor allem Treibstoff- und Personalkosten minimieren soll und damit für mehr Wirtschaftlichkeit des Unternehmens der Wern-Group sorgen soll. Ein Meilenstein in der VWS-Firmengeschichte.

Am Dienstagmorgen ist der neue Omnibuszug, der als Alternative für den ÖPNV in der Region Südwestfalen bis einschließlich Donnerstag testweise zum Einsatz kommt, in der Wagenhalle der Verkehrsbetriebe in der Marienhütte in Siegen-Eiserfeld präsentiert worden. Unter anderem auch Vertreter aus der Politik wie Volkmar Klein (MdB), Jens Kamieth (MdL) und Netphens Bürgermeister Paul Wagener nahmen ihn in Augenschein.

VWS-Betriebsleiter Gerhard Bettermann und Geschäftsführer Klaus-Dieter Wern präsentierten den neuen Omnibuszug auf dem Firmengelände in der Marienhütte.

VWS-Betriebsleiter Gerhard Bettermann und Geschäftsführer Klaus-Dieter Wern präsentierten den neuen Omnibuszug auf dem Firmengelände in der Marienhütte.

„Auch vor dem Hintergrund unserer wirtschaftlichen Lage stehen wir Innovationen stets offen gegenüber. Nur so kann unsere unternehmerische Entwicklung positiv beeinflusst werden“, sagte VWS-Betriebsleiter Gerhard Bettermann. „Derzeit fahren wir keinen direkten ÖPNV, sondern einen verstärkten Schulbusverkehr – gerade in Olpe“, beschreibt Geschäftsführer Klaus-Dieter Wern die derzeitige Situation. In den Verkehrsspitzenzeiten – insbesondere im Schüler- und Berufsverkehr – sind die ingesamt 60 derzeit auf den Linien im Einsatz befindlichen Gelenkbusse ausgelastet, ansonsten müssen jedoch viele Leerfahrten hingenommen werden.

Die Spritkosten sind immens: Ein Gelenkbus verbraucht rund 80 Liter auf 100 Kilometern. Um die Kosten im täglichen Betriebsablauf zu reduzieren, zeichnet sich die Lösung durch ein hohes Maß an Flexibilität aus. Durch einen Buszug (Verbrauch: ca. 60 l/100 km) könne man besser auf das tatsächliche Fahrgastaufkommen in den verschiedenen Nachfragezeiträumen reagieren. Denn das Fahrzeug kann zugleich viele Fahrgäste befördern und die Betriebskosten senken. Der Anhänger, in dem zusätzlich rund 90 Kunden Platz finden, wird dabei einfach an den regulären Omnibus, in den 95 Personen passen, angehangen.

Der Busanhänger kann in Zeiten geringer Nachfrage einfach abgehangen werden.

Der Busanhänger kann in Zeiten geringer Nachfrage einfach ab- und in Spitzenzeiten angehangen werden.

Währenddessen wird das Zugfahrzeug in Zeiten geringer Nachfrage und an Wochenenden kostengünstig solofahrend eingesetzt. Zudem kann – je nach Fahrgastfrequenz – lediglich ein Buszug anstelle von zwei Einzelbussen fahren, was wiederrum Personalkosten senkt. „Nun gilt es zu testen, wie sich das 23 Meter lange Fahrzeug in der Region bewährt“, so Bettermann.

Sowohl die Kernstrecken im Schüler- und Berufsverkehr sowie alle Linien, die momentan mit Gelenkbussen bedient werden, werden mit dem Omnibuszug befahren. Seit 2006 ist er bereits bei einem Vorreiter auf diesem Gebiet im Betrieb. Die VWS ist beim Verkehrsbetrieb Hüttebräucker in Leichlingen (Leverkusen) auf diese Alternative von Bus-Anhäger-Gespannen aufmerksam geworden. „Wir haben Kontakt aufgenommen und uns das Fahrzeugsystem vor Ort angeschaut“, erzählte Klaus-Dieter Wern.

Neu ist die Idee allerdings nicht. Bereits in den 40er und 50er Jahren kamen Omnibuszüge bei der Siegener Kreisbahn zum Einsatz. 1960 wurde der Einsatz von Anhängern zur Personenbeförderung gesetzlich untersagt. Heute ist ihre Verwendung mit einer Ausnahmeregelung wieder möglich. Nun machen auch die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd – wenn auch vorerst in der Testphase – davon Gebrauch.

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