Warnstreik an Krankenhäusern auch im ver.di Bezirk Siegen-Olpe

(wS/red) Siegen/Dortmund 22.04.2016 | Die ersten ganztägigen Warnstreiks im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen in Nordrhein-Westfalen begannen am Donnerstag, 21. April. Bundesweit liegt der Schwerpunkt bei kommunalen Krankenhäusern und Kliniken. In Nordrhein-Westfalen sind die Beschäftigten von rund 50 kommunalen Krankenhäusern und Kliniken der Landschaftsverbände zum Warnstreik aufgerufen.

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Im ver.di Bezirk Siegen-Olpe waren die Beschäftigten Kreisklinikums Siegen zur Teilnahme am Streik aufgerufen. Zu Beginn der Frühschicht ging es für die Teilnehmer per Bus zur zentralen Kundgebung nach Dortmund. (Fotos (2): verdi)

„Die Beschäftigten sind verärgert über das Angebot der Arbeitgeber in der 2. Verhandlungsrunde. In Zeiten voller Kassen den Beschäftigten eine Reallohnkürzung anzubieten und die Azubis mit unter 10 Euro Erhöhung abzuspeisen ist eine pure Provokation. Dementsprechend entschlossen nehmen die Beschäftigten an den Warnstreiks teil“, berichtet Michael Schnippering, Gewerkschaftssekretär im ver.di Bezirk Siegen-Olpe. Auch Kolleginnen und Kollegen des St. Martinus-Hospitals Olpe unterstützten die Forderungen und beteiligten sich am Warnstreik in Dortmund. Besonders erwähnenswert, so Schnippering, ist auch der tolle Einsatz der ver.di-Jugend, die zahlenmäßig sehr gut vertreten war und sich lautstark Gehör verschaffte.

ver.di fordert für die rund 2,14 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes des Bundes und der Kommunen sechs Prozent mehr Geld und eine Anhebung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro pro Monat.

ver.di fordert für die rund 2,14 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes des Bundes und der Kommunen sechs Prozent mehr Geld und eine Anhebung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro pro Monat.

Durch die zahlreichen Redebeiträge bei der Kundgebung wurde auch deutlich, dass es den Beschäftigten der kommunalen Krankenhäuser um weitaus mehr geht. „Wir haben die Schnauze voll“, bekundete eine betroffene Personalrätin der RWL-Kliniken auf der Zentralkundgebung. „Es geht um gute Arbeitsbedingungen für das Personal, die aufgrund permanenter Überstunden am Limit arbeiten. Es geht um Gesundheitsschutz, um Wertschätzung unserer Arbeit und es geht dar-um, der permanenten Personalknappheit entgegen zu treten.“

Susanne Hille von der tarifpolitischen Abteilung des ver.di-Landesbezirks bekräftigte die Aussage ihrer Vorrednerin: „Bundesweit fehlen 162.000 Kolleginnen und Kollegen im Krankenhausbereich, davon ca. 70.000 in der Pflege. Eine noch abzuschließende Entgeltordnung und eine angemessene Bezahlung würde die Attraktivität des öffentlichen Dienstes erhöhen. Schon heute haben wir in den Kliniken große Probleme junge Menschen für die Arbeit im Krankenhaus zu gewinnen.“

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