Jagd-Schießstand in Röspe wird für 700.000 Euro ausgebaut

(wS/red) Erndtebrück 12.05.2016 |  Tief im Wald in der Nähe des kleinen Erndtebrücker Dorfes Röspe entsteht derzeit der modernste Schießstand in Südwestfalen. Für fast 700.000 Euro baut die Kreisjägerschaft Siegerland-Wittgensten das Trainingszentrum für die Jäger aus und schafft erstmals in weitem Umkreis die Möglichkeit, Gewehre mit bleiarmer Munition zu schießen.

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Die Bauarbeiten an den neuen Schießbahnen der Kreisjägerschaft in ihrer Anlage in Erndtebrück Röspe laufen derzeit auf Hochtouren

Die damalige Kreisjägerschaft Wittgenstein hatte vor fast 50 Jahren den Bau der Anlage auf dem Gelände der Wittgenstein Berleburg’schen Rentkammer begonnen. Seit der Abnahme im April 1969 konnten dort Jagdwaffen eingeschossen werden. Mitarbeiter der Rentkammer nutzten die Anlage ebenso wie die Jungjäger in ihrer Ausbildung. Anfang der 80er Jahre ging die Trägerschaft des Rösper Schießstandes an die neu entstandene Kreisjägerschaft Siegerland-Wittgenstein über, der Betrieb lag in den Händen des Hegeringes Bad Berleburg.

Die in den vergangenen Jahren erheblich gestiegenen Anforderungen des Umweltrechts und der Sicherheitsstandards sowie ein hoher Investitionsbedarf führten 2013 zur Übernahme des Betriebs durch die Kreisjägerschaft. In langwierigen Gesprächen mit den Behörden und der Perspektive, die Anlage grundlegend zu erneuern, gelang es dem KJS-Vorstand, eine Regelabnahme bis Ende 2015 zu erreichen und damit den Schießbetrieb sicherzustellen. Noch im selben Jahr begannen eine Reihe von Arbeiten in dem Wittgensteiner Tälchen. Unter anderem wurde über mehrere Kilometer ein Erdkabel zur Stromversorgung der Anlage verlegt.

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Die beiden folgenden Jahre waren dann von der Planung der neuen Einrichtungen geprägt, die von Fachbüros entwickelt wurde. Ebenso wurde ein Jagdparcours für Flintenschützen aufgebaut, der bereits seit zwei Jahren in Betrieb ist und auch während der jetzt laufenden Bauarbeiten genutzt werden kann. Sieben Wurfmaschinen für Tontauben liefern die Ziele für das Training der Jagdschein-Lehrlinge sowie der fortgeschrittenen und sportlich ambitionierten Schrotschützen, die mehr als Trap- oder Skeet-Disziplinen trainieren wollen. Insgesamt 45 Jäger wurden als Standaufsichten geschult und betreuen den Schießbetrieb.

Während der Flintenparcours schon regelmäßig genutzt wurde, galt es, die Finanzierung des Projekts Kugelstand zu regeln. Diese stand 2015 mit der Zusage des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV), das die Mittel aus der Jagdabgabe verwaltet. Die Jagdabgabe in Höhe von 45 Euro wird von allen Jägern zusätzlich zur jährlichen Jagdscheingebühr erhoben. Die Jäger fördern mit diesem Geld Wildforschung  und Naturprojekte sowie die Sanierung von jagdlichen Schießstätten.

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Derweil läuft bereits der Übungsbetrieb auf dem anspruchsvollen Schrotparcours unterhalb des Kugelstandes.

Insgesamt liegt der Gesamtrahmen  für den Ausbau der Anlage bei 698.000 Euro, von denen 80 Prozent aus der Jagdabgabe gefördert werden. Wesentlicher Teil des Investitionspaketes ist der Neubau der Schießbahnen. Der Schützenstand im kleinen Holzgebäude, von wo aus die Jäger ihre Gewehre anlegen, bleibt im Wesentlichen unverändert. Geschaffen werden auch Sanitäranlagen, die in eine geschlossene Grube entwässern.

Die Bahnen für den 100-Meter-Stand sowie für den laufenden Keiler (50 Meter Distanz) werden auf den ersten 50 Metern mit Betonwänden eingerahmt. Kugeln können somit das Gelände nicht verlassen. Denn auch die Kugelfänge sind mit Beton eingehaust, die Geschosse werden von Sandschüttungen aufgefangen. Die Erdarbeiten dazu sind fast abgeschlossen.

Fotos: Kreisjägerschaft/Dirk Herrmann

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