Protest der Uni gegen Vorgehen der türkischen Regierung

Die Universität Siegen verfolgt die Maßnahmen der türkischen Regierung gegen Wissenschaftler und Hochschulen mit großer Sorge.

(wS/red) Siegen 25.07.2016 | Die Universität Siegen protestiert in Übereinstimmung mit der European University Association (EUA) und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) gegen die Maßnahmen der türkischen Regierung gegen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und die gravierenden Einschnitte in die akademische Freiheit der Hochschulen. „Universitäten sind Orte des freien Denkens, des interkulturellen Austausches, der kritischen Öffentlichkeit. Diese Freiheit gilt es zu schützen“, sagte Prof. Dr. Holger Burckhart, Rektor der Universität Siegen.

Foto: Uni Siegen

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Medienberichten zufolge wurden Universitäten aufgefordert, Dekane zu entlassen. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu handelt es sich um 1176 Dekane an staatlichen Hochschulen und 401 Dekane an privaten Universitäten. Der türkische Hochschulrat hat die Universitäten angewiesen, Dienstreisen ihrer Mitarbeiter ins Ausland zu untersagen. Wissenschaftler, die derzeit im Ausland sind, sollen zurückkehren. Alle Mitarbeiter der Universitäten in Wissenschaft und Verwaltung, die Verbindungen zur Bewegung des Predigers Fethullah Gülen haben, sollen überprüft werden. Mehr als 15.000 Bedienstete im Bildungswesen wurden suspendiert und teilweise inhaftiert, 21.000 Privatschullehrern wurde die Lehrberechtigung entzogen.

„Die deutschen Hochschulen sehen die aktuellen Entwicklungen an den türkischen Hochschulen mit Entsetzen. Die tiefen, offenbar skrupellosen Einschnitte in die akademischen Freiheiten durch die türkische Regierung machen uns alle fassungslos. Wir protestieren gegen dieses Vorgehen auf das Schärfste“, sagte der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Horst Hippler.

Die EUA, mit 850 Mitgliedern in 47 Ländern die wichtigste Organisation der Universitäten in Europa, appelliert an alle europäischen Regierungen und Universitäten, gegen die Repressionen in der Türkei Stellung zu beziehen und sich für die akademische Freiheit einzusetzen.

„Ich bin erschüttert und besorgt, dass die Wissenschaftsfreiheit durch das Ausreiseverbot der türkischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und die Rücktrittsaufforderungen an Dekane und Hochschulrektoren in hohem Maße eingeschränkt wird. Die Türkei verlässt hier ganz eindeutig den Weg der Demokratie“, sagte NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze.

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