SPD-Fraktion besucht Maschinenbauer Dango & Dienenthal

Abwärme der Edelstahlwerke soll als Energielieferant für Geisweid genutzt werden

(wS/red) Siegen 17.08.2016 | Die Sitzungsfreie Zeit im Sommer nutzt die Siegener SPD-Fraktion, um heimische Unternehmen, soziale Einrichtungen oder wichtige Baumaßnahmen zu besichtigen.

Eine Station der diesjährigen Sommerbereisung war die Dango & Dienenthal Unternehmensgruppe in Siegen (DDS). Geschäftsführer Arno Dienenthal stellte die traditionsreiche Geschichte des 1865 gegründeten Unternehmens vor. Gegründet als Gelbgießerei wandelte sich Dango & Dienenthal mit den Jahren zu einem reinen Maschinenbauunternehmen. Die erste Stichlochstopfmaschine wurde 1901 gebaut, während der erste Schmiedemanipulator im Jahre 1936 ausgeliefert wurde. „Der weltgrößte schienengebundene Schmiedemanipulator mit einem Eigengewicht von über 1000 t und der weltgrößte frei verfahrende Schmiedemanipulator, der über 450 t wiegt, wurden bei uns gefertigt“, erläuterte Dienenthal nicht ohne Stolz.

Geschäftsführer Arno Dienenthal (r.) führte die Mitglieder der Siegener SPD-Fraktion durch die Produktionshallen der Firma Dango & Dienenthal in Siegen. (Foto: SPD)

Geschäftsführer Arno Dienenthal (r.) führte die Mitglieder der Siegener SPD-Fraktion durch die Produktionshallen der Firma Dango & Dienenthal in Siegen. (Foto: SPD)

Im Jahr 2003 bündelten Dango & Dienenthal und ihr bis dahin größter Konkurrent, die Firma Paul Wurth aus Luxemburg, ihre Geschäfte im Bereich der Stahlwerks- und Hochofentechnologie und gründeten als Gemeinschaftsunternehmen die Firma TMT – Tapping-Measuring-Technology. Es lag nahe, sich auch um die sinnvolle Nutzung der Abwärme zu kümmern, die bei der Herstellung von Eisen und Stahl als Nebenprodukt entsteht – ein weiteres Geschäftsfeld von TMT. Mit der Energie für Geisweid GmbH, an der neben TMT auch weitere regionale Akteure beteiligt sind, soll in Siegen in naher Zukunft die Abwärme der Deutschen Edelstahlwerke genutzt werden, um öffentliche Einrichtungen und private Nutzer mit Nahwärme zu versorgen. „Rund 20 Megawatt (MW) Energie – in der Spitze bis zu 32 MW – fallen an Restenergie an. Davon können ca. 5,5 MW über Wärmerückgewinnungsanlagen den Verbrauchsstellen in Geisweid und Weidenau zur Verfügung gestellt werden“, erläuterte Rainer Klöckner, Geschäftsführer der Energie für Geisweid GmbH.

Für dieses Projekt werden Fördermittel benötigt, die vom Zuschussgeber jedoch nur an Unternehmen vergeben werden, die sich überwiegend in der öffentlichen Hand befinden. Daher werden die Siegener Versorgungsbetriebe (SVB) als Konsortialführer bei diesem Vorhaben benötigt. Detlef Rujanski, Fraktionsvorsitzender der Siegener SPD, sagte die Unterstützung seiner Fraktion zu: „Die Abwärme der Edelstahlwerke zu nutzen, um Gebäude zu heizen, ist absolut sinnvoll und ein Beitrag zur Energieeinsparung. Wenn dies auch noch zu marktgerechten Preisen, mit einem geringen Aufwand und vertretbaren wirtschaftlichen Risiko geschehen kann, sollte die heimische Politik voll hinter diesem Projekt stehen.“

Im Bereich Forschung und Entwicklung beteiligt sich TMT an dem Forschungsprojekt „Urban Factory“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Hier geht es um die ressourceneffiziente Entwicklung von Fabriken in der Stadt. Nicht nur Energie und andere Materialien, sondern auch Wärme, Treibstoff und der Flächenverbrauch sollen in der stadtnahen Fabrik der Zukunft reduziert werden. „Das Forschungsprojekt verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Die Fabrik der Zukunft wird nicht nur als Verbraucher von Ressourcen, sondern auch als Lieferant von z. B. Wärme für die umliegenden Quartiere betrachtet“, fasste Volker Langer die Ziele des Forschungsprojektes zusammen. „Zu diesem Forschungsvorhaben passt die Nahwärmeversorgung in Geisweid eins zu eins. Hier können sie die in der Theorie gewonnenen Erkenntnisse sofort in die Praxis umsetzen“, bemerkte Rujanski abschließend.

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