Große Teilnehmerresonanz am Fachtag „Jugendsozialarbeit 2017“

Vernetzen und Angebote gemeinsam weiterentwickeln, damit Übergänge gelingen

(wS/red) Siegen 18.05.2017 | „Bei der Planung dieses Fachtags hatten wir mit einer maximalen Teilnehmerzahl von 50 Personen geplant, unserer Einladung sind mehr als doppelt so viele gefolgt. Das zeigt, wie wichtig auch Ihnen der Austausch und die Vernetzung sind“, so Landrat Andreas Müller bei seiner Begrüßung zum Fachtag „Jugendsozialarbeit 2017“. Der Fachtag, der dieses Jahr erstmals durchgeführt wurde, ist ein gemeinsames Projekt des Jugendamtes der Universitätsstadt Siegen und dem Jugendamt des Kreises Siegen-Wittgenstein in Kooperation mit dem katholischen Jugendwerk Förderband Siegen-Wittgenstein e.V. Dieser soll künftig einmal jährlich stattfinden und mit dazu beitragen, dass die regionalen Angebote beim Übergang von der Schule in den Beruf besser untereinander bekannt und miteinander vernetzt werden, um sie schließlich gemeinsam weiterzuentwickeln. Siegens Bürgermeister Steffen Mues betonte daher in seiner Begrüßungsrede, dass es gerade in der Jugendsozialarbeit unabdingbar sei, dass sich Hilfsangebote vernetzen: „Nur so können die Jugendlichen genau dort abgeholt werden, wo sie sich in ihrem Lebensalltag wirklich befinden.“ Daher freute sich das Organisatorenteam des Fachtags auch, dass acht Institutionen die Möglichkeit nutzten, ihre Angebote auf dem „Markt Jugendhilfen“ zu präsentieren.

Mit 110 Teilnehmern konnte eine großartige Resonanz beim Fachtag Jugendsozialarbeit 2017 verzeichnet werden.

Dr. Eckart Diezemann, Juniorprofessor an der Universität Siegen, zeigte in seinem Vortrag u.a. auf, wie wichtig es ist, bei Maßnahmen im Übergangsystem, die zu 70 Prozent an oder in Kooperation mit beruflichen Schulen und Berufskollegs stattfinden, multiprofessionell zusammenzuarbeiten. „Da Lehrerinnen und Lehrer an Berufskollegs spätestens seit Inkrafttreten des neuen Lehrerausbildungsgesetzes nur bedingt als Experten für menschliche Entwicklung professionalisiert werden, ist es wichtig, dass in schulischen Settings ‚Nachbarprofessionen‘ wie beispielsweise die Soziale Arbeit systematisch mit einbezogen werden“, so Diezemann. Nur so könne man den jungen Menschen, die sich hinsichtlich des Alters und ihrer Entwicklung zum Teil sehr unterscheiden, gerecht werden.

Prof. Dr. Thomas Coelen und Jennifer Buchna, ebenfalls von der Universität Siegen, zeigten anhand von Ergebnissen aus der Studie „Folgen sozialer Hilfen“ in ihrem Vortrag „Handlungsmächtige ‚Kontrolle‘ – Folgen sozialer Hilfen in den Schnittfeldern zwischen Jugendhilfe und Schule“ auf, wie Jugendliche sozialen Hilfen mitgestalten. „Unsere Untersuchungen haben deutlich gemacht, dass in den untersuchten Hilfekontexten nicht nur kontrollierend auf die involvierten Subjekte eingewirkt wird, sondern auch die adressierten Subjekte ihre Deutungen ‚kontrollieren‘, welche Folgen die sozialen Hilfen für wen haben“, so Buchna. Dies geschehe häufig nicht im Sinne der fachlichen Programmatik, worin sich ein implizites Hinterfragen der Strukturen und Zielvorstellungen der Hilfen von Seiten der Adressaten ausdrücke.

Präsentation des neuen Online-Portals „jugendhilfen-siegen-wittgenstein.de“ mit zurzeit etwa 150 Beratungs- und Hilfsangeboten für junge Menschen.

Barbara Hillmann und Bärbel Kahlen vom Katholischen Jugendwerk Förderband Siegen-Wittgenstein e.V. präsentierten mit dem Onlineportal „jugendhilfen-siegen-wittgenstein.de“ ein erstesHandwerkszeug für die Vernetzung. „Das Online-Portal umfasst zum jetzigen Zeitpunkt rund 150 Anbieter, die Beratungsangebote für junge Menschen erbringen“, so Bärbel Kahlen und Barbara Hillmann. Beide warben bei den Vertretern der Institutionen darum, zu schauen, ob ihr Angebot schon platziert ist und mitzuhelfen, das Portal bei Änderungen in ihren Einrichtungen durch entsprechende Rückmeldung an sie, aktuell zu halten (Email: stellwerk@foerderband-siegen.de, Telefon: 0271 70305227).

Großes Interesse bestand auch am „Markt Jugendhilfen“.

Der Fachtag „Jugendsozialarbeit 2017“ ist ein Baustein, der im Rahmen des Projektes „JUGEND STÄRKEN im Quartier“ (JUSTiQ) vor Ort umgesetzt wird. JUSTiQ wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Das Jugendamt der Universitätsstadt Siegen und das Jugendamt des Kreises Siegen-Wittgenstein sind seit dem 1. Januar 2015 Projektpartner und erhalten noch bis zum 31. Dezember 2018 eine Förderung durch den ESF, um Angebote zur Integration in Schule, Ausbildung, Arbeit und Gesellschaft zu unterstützen.

Fotos: Kreis Siegen

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