Das Ende der großen Daten?

Internationale Tagung CoSeRa: Universität Siegen ist im September Gastgeber für renommierte Forscher aus aller Welt.

(wS/red) Siegen 10.08.2018 | Nach Bonn, Pisa und Aachen wird Siegen im September für vier Tage zum Mittelpunkt für viele herausragende Forscherinnen und Forscher. Die Universität Siegen empfängt vom 10. bis zum 13. September im Rahmen der internationalen Konferenz CoSeRa (Compressed Sensing with Applications in Radar, Multimodal Sensing and Imaging) renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt auf dem Campus Paul-Bonatz-Straße. Wenn Organisator Prof. Dr. Otmar Loffeld über CoSeRa spricht, ist ihm die Vorfreude anzumerken. „Die Resonanz und die Zusagen so vieler renommierter Kolleginnen und Kollegen sind eine Auszeichnung und eine Anerkennung für unsere Arbeit“, sagt Loffeld. Besonders reizvoll ist das Thema des internationalen Workshops, für das sich der Vorsitzende des Zentrums für Sensorsysteme (ZESS) der Uni so begeistert. Die Konferenz CoSeRa wurde 2012 – bereits unter Beteiligung der Universität Siegen und allen voran von Prof. Joachim Ender vom Lehrstuhl für Hochfrequenzsensoren und Radarverfahren – ins Leben gerufen. Alles dreht sich um das noch junge Verfahren „Compressed Sensing“.

Bereit für CoSeRa: Das Organisationsteam vom ZESS der Universität Siegen mit (v.l.) Holger Nies, Caterina Sinner, Joachim Ender, Silvia Niet-Wunram, Susanne Hoffmann, Otmar Loffeld, Wolfgang Weihs und Miguel Heredia Conde. Zum Team gehören zudem Dunja Hage und Katharina Haut. Foto: Universität Siegen

Namhafte ForscherInnen und Lehrende verschiedener Fachgebiete wie Mathematik und Ingenieurwissenschaften werden in Siegen das Themenfeld aus unterschiedlichsten Blickwinkeln betrachten. „Es steckt sehr viel Potenzial dahinter. Die klassischen Bücher über Signalverarbeitung müssen in zehn Jahren eventuell neugeschrieben oder zumindest erweitert werden“, sagt Prof. Loffeld. Es geht vor allem darum, die großen Datenmengen der modernen Welt in den Griff zu bekommen. „Compressed Sensing“ oder „Compressive Sensing“ ist vereinfacht gesagt ein Verfahren zur direkten Erfassung von Informationen aus schon bei der Erfassung komprimierten Signalen. Man spricht nicht mehr von der klassischen „Analog to Digital Conversion“ (Analog-Digital-Wandlung), sondern von einer „Analog to Information Conversion“. Damit ist die direkte Gewinnung von Informationen aus analogen Daten gemeint – ein neues, faszinierendes und revolutionäres Paradigma der Informationsgewinnung und -verarbeitung.

Ein Beispiel für eine mögliche Anwendung: Wird ein hochauflösendes Foto mit einer Digitalkamera geschossen, entstehen aufgrund der Vielzahl an Pixeln zunächst riesige Datenmengen. Die Fotos werden anschließend in der Regel automatisch auf die gängigen Größen sowie Formate komprimiert und gespeichert. Ein großer Anteil der sogenannten Rohdaten wird aber gar nicht erst abgespeichert, sondern nach der Kompression „weggeworfen“. Ziel des Compressed Sensing ist es, diese „unnötigen“ Daten erst gar nicht aufzunehmen und direkt eine komprimierte Erfassung zu erstellen. Die Digitalfotografie ist aber nur eine von vielen Einsatzmöglichkeiten. Denkbar ist zum Beispiel in der Medizin, dass künftig „Im Moment sind die Umsetzungsverfahren allerdings noch sehr aufwendig, aber vielleicht bringt uns CoSeRa weiter“, lautet die Hoffnung von Prof. Loffeld. Insgesamt sind etwa 40 Vorträge an vier Tagen geplant, unter anderem von Ayush Bandari vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston, Yonina Elder vom Technicon Haifa, Felix Krahmer von der TU München und Xiaoxiang Zhu vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt München. Prof. Michael Möller von der gastgebenden Universität eröffnet die Veranstaltung am 10. September um 14 Uhr mit einem einführenden Tutorial über rekonstruierende Optimierungsverfahren. Für Loffeld ist die Ausrichtung eine Art wissenschaftlicher „Ritterschlag“, aber auch eine Auszeichnung für die Forschung an der Universität Siegen und dem ZESS im Speziellen.

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