Vorbericht 3. Rennen 1. Triathlon-Bundesliga in Tübingen 21.07.2019

(wS/red) Kreuztal-Buschhütten 16.07.2019 | Die Jäger auf der Pirsch – EJOT-Herren wollen in Tübingen zurück auf den Thron – Damen können mit drittem Sieg bereits großen Schritt in Richtung Titelverteidigung machen

Tübingen/Buschhütten. Gerne erinnern sich die EJOT Team-Mitglieder an die 2018er Auflage des 1. Bundesliga-Rennens in Tübingen zurück, als bei tropischer Hitze Lasse Lührs (GER) erstmals in der Beltetage des deutschen Triathlonsports gewann und Herren und Damen einen fantastischen Doppelsieg in der Universitätsstadt am Neckar einfuhren.Fast ein Jahr später stehen gerade die Herren des Siegerländer Teams vor dem 3. und somit vorletzten Liga-Rennen unter einem ganz besonderen Erfolgsdruck, nachdem sie die Tabellenführung in Düsseldorf an Tagessieger Triathlon Potsdam abgeben mussten.

Für die „Formel 1 des Triathlons“ hat der Sportliche Leiter Marco Göckus für Sonntag das Herrenteam Ryan Sissons (NZL), Dorian Coninx (FRA), Johnny Zipf, Maximilian Sperl sowie den heimischen Nachwuchs-Athleten Jonas Hoffmann (alle GER) nominiert. Für das Quintett erfolgt der Start des Schwimmens im Neckar an der Eberhardtsbrücke um 15.45 Uhr.

Ebenso wie die Damen (Startzeit 14:15 Uhr) müssen sie 750 Meter schwimmen, 21,5 Kilometer Rad fahren (5 mal 4,3 Kilometer) und abschließend 5,2 Kilometer (4 mal 1,3 Kilometer) in der Altstadt auf einem anspruchsvollen Kurs, der auch Kopfsteinpassagen enthält, laufen.

Jonas Hoffmann (GER), Triathlon Buschhütten 2019, kommt 2019 erstmals in der 1. Liga zum Einsatz.

Bei den Herren kommt zum ersten Mal der Franzose Dorian Coninx für das EJOT Team zum Einsatz. Ryan Sissons freut sich ganz besonders auf das Rennen in Tübingen, da er beim Bundesliga-Auftakt im Kraichgau Pech hatte und in einen Radsturz verwickelt war. Maximilian Sperl will sich für das durchwachsene Resultat von Düsseldorf „revanchieren“. Ebenso wie der erfahrene Jonathan Zipf reist Youngster Jonas Hoffmann zu seinem ersten Bundesliga-Rennen in diesem Jahr. „Jonas hat sich auf sein erstes Bundesliga-Rennen in dieser Saison ganz gezielt vorbereitet“, so Göckus.

Jonas Hoffmann: „Ich habe gehofft, in Tübingen starten zu dürfen, da mir die Strecke liegt, weil sie guten Läufern entgegenkommt. Nachdem ich bei den ersten beiden Rennen nicht eingesetzt wurde, bin ich froh, endlich starten zu dürfen. Ich bin sehr gut drauf und habe einige Einheiten wiederholt, die ich vor meinem 13. Platz in Tübingen in 2017, meinem bisher besten Resultat, absolviert habe. Die Trainingsleistungen waren verglichen mit 2017 deutlich besser. Die Liga hat sich allerdings auch nochmal weiterentwickelt. Dennoch traue ich mir einen 13. Platz oder besser zu. Für unser Team wird es wichtig, Potsdam zu schlagen. Ich denke, dass wir auf der schweren Laufstrecke gute Chancen haben, da wir fünf alle gute Läufer sind. Wichtig wird sein, ohne Rückstand zum Laufen zu wechseln. In der NRW-Liga in Verl (Einzel-Tagessieg) habe ich am Sonntag ein hartes Schwimmen absolviert und mich besonders auf die Wechsel konzentriert, um dort die nötige Routine zu bekommen.“

EJOT-Sportdirektor Rainer Jung hat hohe Ansprüche an Hoffmann. „Jeder Athlet im EJOT Team kennt die Erwartungshaltung und besonders unsere gemeinsame Zielsetzung. Jonas wurde vom Sportlichen Leiter Marco Göckus nicht deshalb aufgestellt, weil er den Bonus „heimischer Starter“ hat, sondern weil er selbst und auch sein Trainer Lars Erik Fricke klar signalisiert haben, dass er in der Form ist, um mit dazu beizutragen, dass sein Team in Tübingen die Tabellenführung zurückerobert.“

Emma Jeffcoat (AUS) gewann den Ligaauftakt im Kraichgau und wurde in Düsseldorf Zweite. Auch in Tübingen will sie wieder aufs Podest.

Viele Vorschusslorbeeren erntet Jonathan Zipf von Jung: „Johnny ist der einzige aktuelle Athlet im Bundesliga-Kader, der in seiner Zeit beim EJOT Team in jeder Saison zum Einsatz kam und immer Deutscher Team-Meister geworden ist. Und er war immer ein Garant auf eine Top-Platzierung. Das soll so bleiben. Johnny hat nicht nur Erfahrung, sondern ich bin mir sicher, dass er mit seiner Leistung maßgeblich dazu beitragen wird, dass es den anderen Teams (bei normalen Rennverlauf) schwerer fallen wird, uns zu schlagen.

Göckus, der wegen seiner Teilnahme am Ironman Switzerland (Zürich) selbst nicht vor Ort sein kann, kennt die Besonderheiten im Schwabenland: „Das Einzigartige an dem Wettkampf in Tübingen ist, dass sich die Wechselzone auf der Brücke befindet und der Zuschauer hier ganz nah am Geschehen teilnehmen kann. Nach dem Schwimmen im Neckar gilt es, schnell die Wechselzone zu verlassen, um sich mit dem Rad auf die direkt ansteigende Zufahrt zur Radstrecke zu begeben. Der Radparcours ist relativ flach und schnell. Man kann davon ausgehen, dass sich große Radgruppen bilden werden. Ganz entscheidend ist, sich auf dem Weg zurück zur Wechselzone vorne zu positionieren, da es bergab geht und dem Athleten somit höchste Konzentration vor dem Wechsel zum Laufen abverlangt. Der anschließende Laufkurs ist das Schwierigste, da die Strecke sehr verwinkelt kreuz und quer durch die Altstadt führt und zudem noch sehr wellig ist. Immer wieder hat man kleine Anstiege zu bewältigen. Hier gilt es, sich das Rennen gut einzuteilen.

Deutlich komfortabler als für die Herren (39 Punkte) sieht die Lage für die EJOT-Damen aus, die nach ihren zwei ungefährdeten Triumphen im Kraichgau und Düsseldorf mit der Idealpunktzahl 40 den Platz an der Sonne belegen. Hier werden erneut die in der Einzelwertung führende Emma Jeffcoat (AUS), die erfahrene Neuseeländerin Andrea Hewitt, Emmie Charayron (FRA) und erstmals Therese Feuersinger (AUT) an der Startlinie stehen. „Es freut mich ganz besonders, dass Andrea Hewitt noch einmal für uns an den Start geht“, sagt Göckus, nachdem sich die 37-Jährige schon von den Team-Verantwortlichen verabschiedet hatte.

Jung geht wenige Tage vor der Abreise nach Baden-Württemberg auch auf die im letzten Jahrzehnt unbekannte Jäger-Rolle näher ein: „Ich kann nicht wirklich behaupten, dass mir die Rolle des „Jägers“ beim EJOT-Männer-Team gefällt. Aber die 1.Triathlon-Bundesliga ist auch kein Wunschkonzert. Vereine wie Potsdam, Saarland, Köln, Griesheim und Münster haben aufgeholt und können, wenn sie in Bestbesetzung an den Start gehen und unser Team schwächelt, durchaus an uns vorbeiziehen. Dass wir dieses Jahr noch nicht so dominant auftreten, hat Gründe. Viele Athleten aus dem großen Kader stehen aufgrund diverser anderer Rennen und der alles dominierenden Olympia-Qualifikation nicht zur Verfügung. Im Kraichgau kamen Stürze sowie ein technischer Ausfall hinzu. Und in Düsseldorf das Schwächeln auf der ein oder anderen Position im Team. Eine Platzziffer im Zwanziger-Bereich ist für viele Teams top. Für uns, und gerade wenn die anderen Teams stark besetzt sind, ist dies nicht ausreichend. Aber auch nicht unser Anspruch an die Athleten. Für die Bundesliga und die Spannung ist die aktuelle Tabellensituation sicher gut. Wer am Ende oben steht, hat zu Recht gewonnen. Ohne Wenn und Aber. Da gilt es dann auch aufrichtig zu gratulieren und die richtigen Schlüsse daraus auf allen Ebenen zu ziehen. Denn wir wollen nicht Jäger sein, sondern der Gejagte, der den Jägern keine Chance lässt.“

Emmy Charayron (FRA), Mitte, will ihre sehr gute Form auch in Tübingen einem breiten Publikum vor Augen führen.

Noch keine Vorentscheidung sieht Jung bei den Damen gefallen. „Ich bin weit davon entfernt, bereits jetzt von der Meisterschaft zu sprechen. Wir haben aktuell zwar vier Punkte und fast 50 Platzziffern Vorsprung, aber in den beiden verbleibenden Rennen kann viel passieren. Sollten wir aber in Tübingen erneut gewinnen, so können wir sicherlich mit viel Zuversicht in das letzte Rennen in Berlin gehen. Es freut mich sehr, die ‚Grande Dame’ des Triathlon Sports, Andrea Hewitt, nochmals im Team zu haben. Andrea hat in vielen Rennen maßgeblich dazu beigetragen, dass wir auch mit dem Frauen-Team seit 2012 immer Deutscher Meister geworden sind. Aber ich freue mich auch auf das EJOT Team-Debüt von Therese Feuersinger. Sie hat ja mit ihren 21 Jahren schon einige Erfolge errungen. So u.a. den 4. Platz bei der Triathlon-Junioren-Weltmeisterschaft 2017. Bei den Damen sollten wir aber auch einen „kleinen“ Blick auf die Einzelwertung werfen. Emma Jeffcoat liegt dort klar in Führung. Mit einem weiteren Top-Ergebnis könnte sie hier bereits für eine Vorentscheidung sorgen. Aber auch Emmie Charayron könnte sich hier mit einem guten Ergebnis noch weit nach vorne schieben.“ (www.triathlonbundesliga.de/downloads/einzelwertung-nach-zwei-rennen-frauen.pdf).

Bei den Herren liegt EJOT-Akteur Richard Murray (RSA) mit 39 Punkten klar in Front. Er will in Berlin die Doppelmeisterschaft bejubeln. (www.triathlonbundesliga.de/downloads/einzelwertung-nach-zwei-rennen-männer.pdf)

Das gesamte, erneut hoch motivierte Support-Team, wird zusammen mit den Aktiven alles daransetzen, damit wir als Tabellenführer bei den Damen und Herren Anfang August nach Berlin reisen“, verspricht der kampfeslustige Jung.

Teamwertung Herren nach 2 von 4 Rennen:
1. Triathlon Potsdam, 39 Punkte, Platzziffer 67
2. EJOT Team TV Buschhütten 39 Punkte, Platzziffer 96
3. REA Card Triathlon Team TuS Griesheim, 34 Punkte, Platzziffer 180

Teamwertung Damen nach 2 von 4 Rennen:
1. EJOT Team TV Buschhütten, 40 Punkte, Platzziffer 14
2. Triathlon Potsdam, 36 Punkte, Platzziffer 63
3. ProAthletes KTT 01 (Köln), 33 Punkte, Platzziffer 97

Weitere Infos wie immer online auf www.ejot-team.de.
Bericht: Thorsten Wroben
Medienbeauftragter EJOT Team TV Buschhütten 1. Triathlon-Bundesliga

Anzeige/WerbungJetzt clever werben bei wirSiegen.de – Infos hier