Wissen, wer hilft: Über 400 Schüler nehmen an zweiter „Beratungsstellenrallye“ teil

(wS/red) Siegen 25.09.2019 | Jeder Mensch braucht irgendwann im Leben Hilfe oder ein offenes Ohr. Viele wissen dann nicht, an wen sie sich wenden können oder trauen sich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Um dieses Schema zu durchbrechen und aufzuklären, hat das Gesundheitsamt des Kreises zum zweiten Mal die „Beratungsstellenrallye“ für Jugendliche und junge Erwachsene der weiterführenden Schulen im Kreisgebiet veranstaltet.
22 Beratungsstellen in Siegen und Kreuztal haben für die über 400 Schüler ihre Türen geöffnet und einen Einblick in ihre tägliche Arbeit gewährt. Vier bis sechs Beratungsstellen konnten sich die jungen Teilnehmer in Kleingruppen aussuchen und diese nacheinander kennenlernen.
Amed, Muhammed und Erik vom FJM-Gymnasium interessieren sich besonders für Themen rund um Konsum, Sucht und Geld. Deshalb waren ihre ersten Stationen an diesem Tag die Schuldnerberatung der Diakonie und die Verbraucherzentrale.

Amed, Muhammed und Erik im Gespräch mit dem Leiter der Verbraucherzentrale Julian Sturm und seiner Kollegin. (Foto: Kreis Siegen-Wittgenstein)

In der Beratungsstelle in der Friedrichstraße bekamen sie eine kurze Einführung und waren schnell selbst gefordert. Gemeinsam mit den Beratern der Diakonie diskutierten die drei Schüler zum Beispiel, wie jemand erkennt, dass er oder sie Geldprobleme hat. Bei der abschließenden Fragerunde gab Erik zu: „dass die meisten Beratungsangebote kostenlos sind, wusste ich nicht, finde ich aber total gut. Dann wird es vielleicht eher angenommen.“
Bei der Verbraucherzentrale ging es dann um alltägliche Probleme, die die drei Jungen alle schon erlebt haben: Der Umtausch von Klamotten oder Probleme mit dem Handyvertrag. Im Beratungsgespräch staunten die Schüler darüber, wie vielfältig das Thema Verbraucherschutz ist. Nachdem die Jungen ihre vier Beratungsstellen besucht haben, hatten sie bei der Abschlussveranstaltung im Lÿz noch die Chance einen Preis für ihre Klasse zu gewinnen.
Die Resonanz der „Beratungsstellenrallye“ war in diesem Jahr so groß, dass zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten gestartet wurde. „Dass im Vergleich zum Vorjahr über doppelt so viele Schüler mitgemacht haben, freut uns riesig. So können viele Jugendliche ein Gesicht mit den örtlichen Beratungsstellen verbinden“, sagt Katrin Spiekermann von der „Beratungsstelle zu HIV/AIDS und weiteren sexuell übertragbaren Krankheiten“ des Kreises Siegen-Wittgenstein, die zusammen mit ihren Kollegen diese Rallye organisiert. Dem Team des Kreises geht es im Wesentlichen darum, Hürden zu nehmen und über die vielen Angebote zu informieren.