Immer mehr Berufspendler im Kreis Siegen-Wittgenstein

(wS/red) Siegen-Wittgenstein 15.10.2019 | Teure Mieten und Job-Wachstum in Großstädten zwingen viele zum Pendeln – 69.000 Berufspendler im Kreis Siegen-Wittgenstein

Pendlerrepublik Deutschland: Immer mehr Menschen haben immer weitere Wege zur Arbeit. Das zeigt eine aktuelle Statistik. Wie viele Berufspendler gibt es im Kreis Siegen-Wittgenstein?

Welche Gründe gibt es für den Trend?

Wenn Lebenszeit im Stau flöten geht: Die Zahl der Berufspendler im Kreis SiegenWittgenstein hat einen neuen Höchststand erreicht. Im vergangenen Jahr kamen rund 69.000 Menschen zum Arbeiten regelmäßig von außerhalb in den Kreis – das sind 26 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Damals zählte Kreis Siegen-Wittgenstein noch rund 55.000 sogenannte Einpendler, wie die IG Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt. Die IG BAU beruft sich dabei auf eine aktuelle Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Die Zahl der Auspendler im Kreis SiegenWittgenstein stieg dabei in genanntem Zeitraum um 32 Prozent auf 65.000 Menschen.
Gewerkschafter Friedhelm Kreft spricht von einem „alarmierenden Trend“. Eine Hauptursache für den Pendel-Boom sei der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in den Städten. „Eine wachsende Zahl von Menschen kann sich die hohen Mieten und Immobilienpreise aber gerade dort nicht mehr leisten, wo in den letzten Jahren besonders viele Jobs entstanden sind“, sagt der Bezirksvorsitzende der IG BAU Westfalen Mitte-Süd. Die Folge seien immer längere Staus und überfüllte Züge.

Strecken von mehr als 50 Kilometern bis zum Arbeitsplatz seien für viele Pendler im Kreis Siegen-Wittgenstein mittlerweile gang und gäbe, betont Kreft. „Dabei geht nicht nur wertvolle Zeit für Familie, Freunde und Hobbys verloren. Auch die Umwelt leidet unter der Fahrerei.“ Nach Angaben des Umweltbundesamtes geht knapp ein Fünftel aller CO2-Emmissionen in Deutschland auf das Konto des Verkehrs.


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