Zum 75. Jahrestag der Zerstörung Siegens wurde zum „Stillen Gedenken“ am Dicken Turm eingeladen

(wS/red) Siegen 17.12.2019 | Zum 75. Jahrestag der Bombardierung Siegens: – „Stilles Gedenken“ und Foto-Dokumentation der Stadt Siegen

Zum 75. Jahrestag der Zerstörung Siegens am 16. Dezember 1944 durch einen alliierten Luftangriff hatte die Stadt Siegen gestern zum „Stillen Gedenken“ am Dicken Turm eingeladen. Am Abend eröffnete Bürgermeister Steffen Mues die städtische Foto-Dokumentation „Eine Stadt in Trümmern – der 16. Dezember 1944 und das zerstörte Siegen“ im Foyer des Apollo-Theaters. Mit beiden Veranstaltungen gedachte die Stadt Siegen der verheerenden Bombardierung Siegens im Rahmen des stadtweiten „Ge(h)denkens“.
Am Nachmittag um 15.00 Uhr – dem Zeitpunkt der Bombardierung Siegens mit 53.000 Brand- und mehr als 500 Sprengbomben – hielt die Siegener Öffentlichkeit nach dem stadtweiten Kirchengeläute inne. Bürgermeister Steffen Mues legte gemeinsam mit seinen Stellvertretern Jens Kamieth und Verena Böcking in einer kurzen Zeremonie einen Kranz in der Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft nieder, um damit ein Zeichen der Hoffnung und Mahnung zu setzen.

Bürgermeister Steffen Mues erinnerte in seiner ausführlichen Rede vor dem „Stillen Gedenken“ am Dicken Turm an den Bombenangriff auf Siegen am 16. Dezember 1944. (Foto: Stadt Siegen)

In seiner Rede erinnerte Bürgermeister Mues im Anschluss an die Bedeutung Siegens als militärstrategisch wichtigem Eisenbahnknotenpunkt und bedeutendem Rüstungs- wie Militärstandort: „Die Stadt wurde zu über 80 Prozent zerstört und gehörte damit zu den am stärksten zerstörten Städten im Deutschen Reich.“ Im Gedenken an die Opfer des Bombenangriffs auf Siegen und an alle Opfer des Zweiten Weltkriegs lägen zugleich auch Mahnung und Verpflichtung, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu verteidigen, so Mues weiter. Mit Blick auf heutige Tendenzen sagte er „Auch wir lassen hier demokratiefeindlichen Kräften, Vergangenheitsleugnern, Extremisten, keinen Zentimeter Platz“.

Am Abend eröffnete Bürgermeister Steffen Mues zur Einstimmung auf das Theaterstück „Ge(h)denken“ der jungen Theater der Stadt Siegen die städtische Foto-Dokumentation „Eine Stadt in Trümmern – der 16. Dezember 1944 und das zerstörte Siegen“ im Foyer des Apollo-Theaters. Die Ausstellung des Stadtarchivs und des Referats für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit zeigte schwarz-weiß Originalaufnahmen der zerstörten Innenstadt von Siegen. „Die Ruinen von Häusern, die einst das Stadtbild prägten, die Trümmerlandschaften ganzer Straßenzüge, die vielen Toten und Verletzten sind Teil des kollektiven Gedächtnisses geworden“, sagte Bürgermeister Mues vor zahlreichen Theatergästen. „Es sind ebenso traurige wie erschütternde Panoramablicke.“

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher des Apollo-Theaters gingen am Abend anhand von Originalaufnahmen auf einen imaginären Stadtrundgang durch das nach dem Luftangriff verwüstete Siegen. (Foto: Stadt Siegen)

Die Ausstellung erinnerte dabei neben der Zerstörung Siegens an den am gleichen Tag stattgefundenen Beginn der damaligen „Ardennenoffensiv“, bei der ein Vorrücken der Wehrmacht bis nach Antwerpen geplant war. „Am 16. Dezember 1944 gingen mehr als 200 dieser Raketen auf Antwerpen nieder – abgefeuert vermutlich aus dem Lager Seelbach, möglicherweise auch aus der Leitstelle in Siegen, die sich am Hermelsbacher Weg befand. Das Resultat waren 567 Tote und 291 Schwerverletzte allein im vollbesetzten Rex-Kino“, erinnerte Mues an die sinnlose Verwüstung und den Schrecken des Krieges.

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