Landrat zum 1. Mai: Runder Tisch „Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Zeiten von Corona

(wS/red) Siegen-Wittgenstein 30.04.2020 |  Andreas Müller zum 1. Mai: „Auswirkungen der Pandemie inzwischen in fast jeder Familie spürbar“

Mit großem Verständnis aber auch mit persönlichem Bedauern hat Landrat Andreas Müller auf die Absage von Demonstrationen zum 1. Mai durch den DGB reagiert: „Ich selbst bin seit mehr als einem Jahrzehnt jedes Jahr am ‚Tag der Arbeit‘ bei den Demonstrationen dabei gewesen. Und es blutet mir als Gewerkschafter und IG-Metall-Mitglied das Herz, dass es zum ersten Mal seit Gründung des DGB vor über 70 Jahren keine 1.-Mai-Kundgebungen der Gewerkschaften gibt. Gleichzeitig zeugt es aber natürlich von einem hohen Verantwortungsbewusstsein, in Zeiten der Corona-Pandemie auf Demonstrationen zu verzichten und virtuell für die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeiternehmer einzutreten“, betont der Landrat.

Müller macht deutlich: „Der 1. Mai 2020 fällt in eine außerordentlich schwierige Zeit. Rund 40 Prozent der Beschäftigten in der Region befinden sich zurzeit in Kurzarbeit. Allein in Siegen-Wittgenstein sind mehr als 2.500 Anzeigen für Kurzarbeitergeld bei der Bundesagentur für Arbeit eingegangen. Davon sind über 44.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betroffen. Auch die Zahl der Arbeitslosen ist um über 10 Prozent auf 8.378 Personen angestiegen. Damit liegt die Arbeitslosenquote in Siegen-Wittgenstein aktuell bei 5,3 Prozent. Vor einem Jahr waren es nur 4,4 Prozent“, führt der Landrat aus.

„Hinzu kommen viele Selbstständige, die keine Aufträge mehr haben, oder Studierende, deren Jobs schlicht und einfach weggefallen sind – die aber in diesen Statistiken gar nicht auftauchen“, macht Andreas Müller deutlich. Sein Fazit: „Inzwischen sind die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie in praktisch jeder Familie zu spüren“.

Vor diesem Hintergrund wird der Landrat zu einem Runden Tisch einladen, der sich mit den Folgen der Corona-Pandemie für die heimische Wirtschaft und den Arbeitsmarkt beschäftigen wird: „Wir haben in der Vergangenheit immer wieder davon profitiert, dass Unternehmen und Gewerkschaften, Arbeitgeber und Arbeitnehmer vertrauensvoll zusammengearbeitet und in schwierigen Zeiten hervorragende und passgenaue Lösungen für unsere Situation in Siegen-Wittgenstein entwickelt haben. Daran werde ich anknüpfen“, unterstreicht der Landrat: „Ich werde zu einem Runden Tisch einladen, an dem Vertreter der Arbeitgeber, der Gewerkschaften, von IHK und Handwerkskammer, der Agentur für Arbeit und weiterer relevanter Akteure teilnehmen sollen. Gemeinsam können wir dann ausloten, vor welchen Herausforderungen wir in Siegen-Wittgenstein stehen und welche Notwendigkeiten und Handlungsoptionen es gibt“, so der Landrat. Ein Ziel könne es z.B. auch sein, Vorschläge für zielführende Unterstützungsmodelle durch Land und Bund zu erarbeiten, oder deutlich zu machen, an welchen Stellen aktuell noch Hilfen fehlen.

Der Runde Tisch soll so zeitnah wie möglich zusammenkommen, wünscht sich der Landrat. Ein „Corona-kompatibles Format“ wird die Kreisverwaltung in den nächsten Tagen entwickeln: „Wir haben in Siegen-Wittgenstein schon viele Krisen erfolgreich gemeistert und ich habe die große Hoffnung, dass wir auch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie mit einem blauen Auge überstehen werden, wenn wir uns auf unsere Stärken besinnen und gemeinsam an einem Strang ziehen“, betont Andreas Müller.

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