Erster Entwurf eines Raumprogrammes für Gefahrenabwehrzentrum liegt vor

(wS/red) Siegen-Wittgenstein 22.08.2020 | Fünf Arbeitskreise werden nun über endgültigen Bedarf beraten

Das Projekt eines „Gefahrenabwehrzentrums“ für den Kreis Siegen-Wittgenstein geht in eine neue Phase. Seit wenigen Tagen liegt der Entwurf eines Raumprogrammes vor. Am gestrigen Abend (Donnerstag, 20.08.20) haben Landrat Andreas Müller und das Amt für Brand- und Bevölkerungsschutz, Rettungswesen des Kreises die Feuerwehren der Städte und Gemeinden sowie die Hilfsorganisationen über den aktuellen Stand informiert. Im nächsten Schritt werden nun fünf Arbeitskreise gebildet, mit deren Hilfe das abschließende Raumprogramm erarbeitet werden soll.

„Ziel des Gefahrenabwehrzentrums ist es, die Bedarfe, die wir im Bereich des Brand- und Bevölkerungs- bzw. Katastrophenschutzes im Kreis Siegen-Wittgenstein haben, an einem Standort abzubilden“, erläutert Landrat Andreas Müller: „Denn auch hier gilt: Kooperation ist immer besser und vor allem auch preisgünstiger, als wenn jeder alles selbst und alleine vorhalten müsste. Deshalb arbeiten wir bei dem Projekt ‚Gefahrenabwehrzentrum‘ auch eng mit den Städten und Gemeinden, insbesondere örtlichen Feuerwehren und den Hilfsorganisationen zusammen“, so Müller.

Das jetzt vorliegende Raumprogramm berücksichtigt Bedarfe für die unterschiedlichsten Aufgabenfelder. Dabei geht es u.a. um eine Fahrzeug- und Servicehalle, Übungs- und Trainingsmöglichkeiten innerhalb und außerhalb des Gebäudes, einen Ausbildungsbereich, eine Brandsimulationsanlage, Atemschutzübungsstrecke und Atemschutzwerkstatt, Übungsturm, Schlauchwerkstatt und -wäscherei, Atemschutzwerkstatt, Wasserrettung, Rettungsdienstlogistikzentrum, Katastrophenschutzlager, Räume für Krisenstab und Kreiseinsatzleitung, Kreisleitstelle und Verwaltungsbereich für Brand- und Katastrophenschutz, Rettungswesen. Welche dieser Aufgaben und Bedarfe am Ende tatsächlich im Gefahrenabwehrzentrum angesiedelt werden, wird im Laufe der weiteren Planungen und Abstimmungen festgelegt.

Zahlreiche Vertreter der Feuerwehren und Hilfsorganisationen in Siegen-Wittgenstein – einige davon auf diesem Bild – waren nach Erndtebrück gekommen, um sich von Landrat Andreas Müller (Mitte) und Thomas Tremmel, Leiter des Amtes für Brand- und Bevölkerungsschutz, Rettungswesen (r.) über den aktuellen Stand des Verfahrens zum Bau eines Gefahrenabwehrzentrums informieren zu lassen. Mit dabei waren u.a. auch Kreisbrandmeister Bernd Schneider (2.v.l.) und Erndtebrücks Bürgermeister Henning Gronau (3.v.r.).

 

Die fünf Arbeitskreise werden sich jeweils mit einem klar umrissenen Themenfeld beschäftigen. Konkret sind das „Ausbildung“, „Rettungsdienst“, „Werkstätten/Logistik“, „Leitstelle“, „Organisation/Verwaltung und Geschäftsführung“. In den Arbeitskreisen werden die Städte und Gemeinden, ggf. auch durch ihre Feuerwehren, DRK, Malteser Hilfsdienst, THW, DLRG, Fachplaner für Leitstellentechnik, der Kreisbrandmeister, die ärztlichen Leiter Rettungsdienst und Verwaltungsmitarbeiter vertreten sein.

Das Raumprogramm wurde von der Firma kplan erarbeitet, die eine Niederlassung in Siegen hat. Das Büro hat sich seit 30 Jahren auf kommunale Infrastrukturprojekte spezialisiert – insbesondere auf die Planung und Projektdurchführung von Einrichtungen der Feuerwehren und des Rettungswesens. Die Kreisverwaltung bewertet den vorgelegten Entwurf als sehr realistisch und praxisnah. Zugleich weist der Landrat aber darauf hin, dass die Ermittlung des endgültigen Raumbedarfs hohe Anforderungen an die Gutachter und die Arbeitskreise stellt, da die Umsetzung und der Betrieb des Gefahrenabwehrzentrums mittel- bis langfristiger Natur sind und damit in vielen Fällen nur mit Prognosen zukünftiger Bedarfe gearbeitet werden kann.

Fragen nach möglichen Kosten oder einem Standort für das Zentrum können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden, macht die Kreisverwaltung deutlich. Dies wird erst später möglich sein, wenn weitere Rahmenbedingungen geklärt sind. Zur Frage, wie das wichtige Projekt politisch begleitet werden kann – etwa durch ein Lenkungsgremium oder einen baubegleitenden Ausschuss – wird Landrat Andreas Müller im nächsten Sitzungsblock den Kreisgremien einen Vorschlag machen.

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