Fürstengruft im Unteren Schloss saniert – Eröffnung im Juni als Teil des Siegerlandmuseums

(wS/red) Siegen 31.03.2021 | Barockes Baudenkmal glänzt wieder

Die Fürstengruft im Unteren Schloss in Siegen wurde mit Unterstützung des Landes NRW umfangreich saniert und soll als historische Gedenkstätte der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden.

Fachleute haben die letzte Ruhestätte von Fürst Johann Moritz im Rahmen einer aufwändigen Restaurierung in den letzten Monaten wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. Unter anderem wurden die Gewölbeflächen mit Kalkputzen und Kalklasuren denkmalgerecht wiederhergestellt, so dass „die Fürstengruft heller und weißer geworden ist und sich dem einstigen Originalzustand angenähert hat“, erklärt Projektleiter Stefan Schönstein von der Technischen Gebäudewirtschaft (TGW) der Stadt Siegen.

Auch die Raumwirkung ist intensiver als vorher: „Wir haben ein großes Augenmerk auf eine verbesserte Beleuchtung gelegt. Der Einsatz einer Lichtsteuerung ermöglicht es nun, Gegenstände wie die Büste und den Holzsarkophag viel plastischer wirken zu lassen“, so Schönstein. So sind beispielsweise die Platten an den Grabnischen der Mitglieder der evangelischen Linie des Nassau-Siegener Adelsgeschlechts wieder deutlich sichtbar. Bürgermeister Steffen Mues und Stadtrat Arne Fries als zuständiger Kulturdezernent nahmen das rund 140 Quadratmeter große Baudenkmal vorab in Augenschein, bevor es voraussichtlich im Juni offiziell eröffnet wird und der Öffentlichkeit künftig besser zugänglich gemacht werden soll.

Kaum noch wiederzuerkennen ist die Fürstengruft im Unteren Schloss nach ihrer Generalüberholung, die die Stadt Siegen gerade abgeschlossen hat. Davon überzeigten sich (von links) Bürgermeister Steffen Mues, Stadtrat Arne Fries und Stefan Schönstein, Technische Gebäudewirtschaft, hier beim letzten Abgleich der Pläne. Die Eröffnung der künftigen Dependance des Siegerlandmuseums ist für Juni geplant.

„Die Sanierung war wirklich dringend erforderlich, denn die Fürstengruft ist einer der wichtigsten kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten in unserer Stadt. Die Sanierung ist ganz hervorragend geworden, die Bedeutung dieses Geschichtsorts kann nun wieder entsprechend gewürdigt werden“, sagt Bürgermeister Steffen Mues. Erneuert wurden auch die Beschriftungen auf dem Putz selbst; die gusseisernen Trittstufen hinter der Eingangspforte und in die Seitenhallen wurden grundgereinigt und geölt.

Die Projektleitung hatte die städtische Kulturabteilung KulturSiegen als zuständige Fachabteilung inne: Von hier wurden die Verhandlungen mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes (BLB) über die Nutzung und Finanzierung geführt und erfolgreich der Förderantrag beim Land NRW gestellt. „Die Führungen werden künftig vom Siegerlandmuseum organisiert und die Gruft als dessen Dependance behandelt“, wirft KulturSiegen-Leiterin Astrid Schneider einen Blick in die nahe Zukunft.

Die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich auf rund 150.000 Euro. Das Land NRW hat dazu 75.000 Euro an Fördermitteln bewilligt, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes (BLB) NRW beteiligte sich mit einer Zuwendung von 50.000 Euro an der Generalüberholung. Die Fürstengruft ist die letzte Grabstätte von Fürst Johann Moritz (1604 – 1697), einer herausragenden Persönlichkeit der nassauischen Dynastie. Mit seinem Namen bzw. konkret seiner Erhebung in den Fürstenstand ist die Schenkung des „Goldenen Krönchens“ im Jahr 1652 verbunden, das noch heute als Wahrzeichen von Siegen gilt.

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