EJOT Teams bejubeln in Potsdam gleich zwei Mannschaftssiege sowie zwei Einzelsiege – Meisterschaft wird nun richtig spannend

(wS/Kr) Kreuztal-Buschhütten 28.06.2021 | EJOT Team-Jäger machten in Potsdam erfolgreich Beute – Frauen und Männer Tagessieger am Templiner See – Lisa Tertsch und Lasse Lührs im Prolog nicht zu schlagen

Potsdam. „An Tagen wie diesen“ von der Düsseldorfer Punkrockband Die Toten Hosen, schallt es oft bei unvergesslichen Partys aus den Boxen. Einen solch wundervollen Tag erlebten am Sonntag, 27. Juni, die Athleten und das aufgrund von Corona-Auflagen dezimierte Support Team des EJOT Team TV Buschhütten beim zweiten Rennen der 1. Triathlon-Bundesliga am Templiner See in Potsdam. Die Nordsiegerländer durften bei traumhaften Sommerwetter mit nahezu 30 Grad Celsius gleich vier Siege auf dem Gelände des Sportparks Luftschiffhafen, wo auch der Olympiastützpunkt Brandenburg beheimatet ist, bejubeln und wurden ihrer ungewohnten Rolle als perfekte Jäger somit mehr als gerecht.

Das komplette EJOT Team im Kongresshotel Potsdam

Fangen wir vielleicht diesmal nicht chronologisch an, sondern starten mit dem dem spannendsten Part der Veranstaltung, der alle Beteiligten bis zum Rennende fesselte. Im Relay-Verfolgungswettbewerb der Männer lieferte sich Buschhüttens Lasse Lührs (GER) als letzter Triathlet seines vierköpfigen Teams ein packendes Duell mit Lasse Nygaard Priester (GER) vom aktuellen Bundesliga-Spitzenreiter Hylo Team Saar.

Der 25-jährige Lührs musste zunächst alles aus sich herausholen, um den ordentlichen Rückstand auf das hep Team NSU aufzuholen, der entstanden war, als sein Teamkamerad Felix Duchampt (ROU) auf der 5600 Meter langen Radstrecke mit dem bemerkenswerten Tempo von Simon Henseleit nicht mithalten konnte und bisweilen um die 25 Sekunden hinter Henseleit auf Platz drei lag. Doch Lührs setzte alle Kraftreserven frei und schnappte sich zusammen mit dem ebenbürtigen Priester gegen Mitte des Radparts den Franzosen Arnaud des Boscs und lieferte sich auf den abschließenden 1100 Laufmetern ein tolles Duell mit Priester um den Mannschaftssieg. Mit gerade einmal vier Sekunden Vorsprung lief der in Spanien lebende Lührs als Erster mit einem lauten Jubelschrei und geballten Fäusten durchs Ziel. Die Siegerzeit des Teams betrug 1:02:45 Stunden. Mit einer Gesamtzeit von 15:14 Minuten war der Deutsche Meister auf der Sprintdistanz von 2018 auf der längeren Strecke genauso der Tagesschnellste im Feld der 60 Athleten aus 15 Teams wie schon am Vormittag im Prolog, als er nach 11:35 Minuten finishte

Bei den Männern triumphierte das Quartett v.l.n.r: Mark Devay (HUN), Sergio Baxter Cabrera (ESP), Felix Duchampt (ROU) und Lasse Lührs (GER)

„Ich habe mich schon ein bisschen auf ein Sprint-Finish eingestellt, weil es so knapp war im Prolog mit den Abständen. Es war sehr wichtig, dass wir gewinnen, weil wir schon unter Druck standen. Ich habe mir nach dem Prolog genau ausgeguckt, woder richtige Moment ist zum Attackieren und genau da habe ich es dann auch gemacht. Es war ein super spannendes Rennen und wir sind natürlich glücklich, das Rennen gewonnen zu haben“, so Lührs, der zugab auch von seiner Erfahrung profitiert zu haben. „Die Nervosität wurde größer“, als Duchampt abreißen lassen musste, gab Lührs zu, doch „Angst“ vor einer Niederlage habe er nicht verspürt. Nach einem Auf und Ab mit Erfolgen sowie auch einigen Enttäuschungen in der jüngeren Vergangenheit gehe es jetzt „hoffentlich nur noch bergauf“, ließ er im Gespräch mit dem überglücklichen EJOT-Sportdirektor Rainer Jung verlauten.

Im Prolog – 250 m Schwimmen, 2800 m Radfahren, 1100 m Laufen – der bis auf den Radteil die gleichen Distanzen wie die Staffelverfolgung aufwies, hatte das EJOT Team mit 47:20 Minuten und drei Sekunden Abstand zum hep Team NSU den zweiten Platz belegt. Hätte EJOT-Mann Mark Devay (HUN) bei seinem ersten Start fürs Teams nicht irrtümlich mehrere Meter zu viel geschwommen, wären die EJOT`ler sicherlich von der Spitze des Feldes ins Verfolgungsrennen gestartet, bei dem zunächst Devay überzeugte, der dann auf Neuling Sergio Baxter Cabrera (ESP) übergab. Bis zu diesem Zeitpunkt deutete zunächst noch einiges auf ein Duell um den Tagessieg zwischen EJOT und dem Prologchampion aus Neckarsulm hin. Das hep Team NSU wurde letztlich Dritter in 1:02:56 Stunden.

Siegerpose von Lena Meißner

Das der Corona-Pandemie geschuldete neue Format aus Prolog und Relay auf einer wegen Kopfsteinpflastern und Betonplatten schwer zu befahrenden Radstrecke, hatte bei den Männern also für jede Menge Spannung gesorgt. Allerdings war es beim Prolog selbst für die Insider an der Strecke nur schwerlich zu erkennen, wer denn die besten Zeiten aufweisen würde. Zuschauer waren nicht zugelassen bei der Veranstaltung, doch einige Sonntagsausflügler auf dem Rad guckten dann doch auch mal am Rande interessiert beim sportlichen Treiben in großer Hitze zu. Ob das Format eine Zukunft in der Bundesliga hat, ist noch ungewiss.

EJOT-Sportdirektor Rainer Jung dazu: „Das Format mit dem Relay-Rennen war spannend. Aber das Risiko eines Defektes oder Sturzes ist hier unvergleichlich hoch. Und da es kein Streichresultat gibt, könnte ein Ausfall eines Aktiven eine ganze Saison gefährden. Man kann das Format sicher beibehalten. Dann muss aber besonders die Radstrecke bundesligatauglich sein. Das hier nichts passiert ist, ist auch ein Quäntchen Glück. Nicht auszumalen, wenn es geregnet hätte. Also Relay ja, aber mit Top Wettkampfstrecken.“

Siegerpose von Lasse Lührs

„Heute haben alle 100 Prozent gegeben. Es war taktisch schwer aufzustellen. Ich habe gehofft, dass Lasse am Ende der Joker ist, der die Lücke schließen kann. Es war gut, dass wir so hart kämpfen mussten. Das war wahrlich kein Zuckerschlecken. Der Sieg in diesem Krimi war natürlich extrem wichtig, um unsere Chancen auf den Sieg in der Gesamtwertung zu wahren. Alle im Team haben ihren Job super gemacht. Diesen Sieg können wir genießen“, freute sich der Sportliche Leiter der Herren, Jonathan Zipf, der auch Felix Duchampt lobte, weil er sich beim Laufen „durchgebissen“ habe.

Während beim Männer-Rennen sicher nicht nur beim Sportdirektor des EJOT Teams die Nerven blank lagen, kam im Frauen-Rennen an der Spitze keinerlei Spannung auf. Zu dominant waren diesmal die EJOT-Athletinnen. In der Startreihenfolge Lena Meißner, Lisa Tertsch (bei GER), Therese Feuersinger (AUT) und Neuzugang Alissa König (SUI) legte sich das Quartett in 51:34 Minuten bereits einen komfortablen Vorsprung von 1:26 Minuten auf das Triathlon Potsdam zu. Tertsch, die sich in den letzten Wochen in einer überragenden Form präsentiert, hatte dabei maßgeblichen Anteil. Mit 12:42 Minuten war die Deutsche Meisterin auf der Sprintdistanz die Schnellste im 52-köpfigen Feld (13 Teams) vor ihrer Teamkollegin Feuersinger, die zehn Sekunden mehr benötigte. Meißner als Vierte in 15:57 Minuten und König als Sechste in 13:03 Minuten komplettierten die Galavorstellung der Buschhüttener.

Somit mussten die Vier, die in der Relay die Aufstellung wechselten und Tertsch zuerst auf die Reise durch den wohltemperierten Templiner See und den Sportpark Luftschiffhafen schickten, nicht mehr alles in die Waagschale werfen, um als Champion – der Vorsprung wurde sogar noch auf über zweieinahlb Minuten ausgebaut – geehrt zu werden. Dennoch ließ sich die eintige Havard-Studentin nicht lumpen und baute mit der Tagesbestzeit von 17:22 Minuten sogar noch weiter aus. König, Feuersinger und Schluss-Staffelathletin Meißner achteten darauf konzentriert zu bleiben und verteidigten mit einer Endzeit von 1:10:28 Stunden gekonnt und sicher das ungefährdete Terrain an der Spitze. Platz zwei ging mit großem Abstand an Triathlon Potsdam (1:13:02 Stunden) vor dem Pro Athletes Kölner Triathlon Team 01 (1:15:41 Stunden).

Die Frauen siegten in Potsdam in der Besetzung v.l.n.r. Alissa König (SUI), Therese Feuersinger (AUT), Lisa Tertsch und Lena Meißner (beide GER)

„Ich wollte mein Bestes geben, das ist mir rundum gelungen“, strahlte die erst 20-jährige Tertsch, der speziell „die zwei Rennen an einem Tag“ sehr viel Spaß gemacht hatten. Sie würde es begrüßen, wenn sich ein solches Format wiederholen würde. „Ein paar mehr Zuschauer“ wünsche sie sich dann aber für die nächsten Rennen, bei denen sie erneut fürs EJOT Team starten will, schon gerne.

Voll des Lobes war dementsprechend die Sportliche Leiterin Frauen, Theresa Baumgärtel: „Es waren alle Mädels richtig gut heute. Wir standen nach dem Auftakt in Berlin schon ein bisschen unter Druck, daher ist das Potsdamer Ergebnis sehr erfreulich. Es war ja fast langweilig zum Zugucken bei der Relay, wo der Vorsprung auf Platz zwei zeitweise drei Minuten betrug.“

Sehr zufrieden reiste Rainer Jung aus Potsdam zurück gen Siegerland. „Ich glaube es ist eine besondere Stärke, wenn man Leistungen erbringen kann, wenn sie gefragt sind. Das Frauen und Männer-Team hat gezeigt, dass wir es bei der Vergabe der Deutschen Team-Meisterschaft weiter selbst in der Hand behalten wollen. Bei den Frauen war es besonders beeindruckend, mit welcher Dominanz sie das Rennen gewonnen haben. Die Herren sind besonders über den unbedingten Leistungswillen und fighten bis zum Schluss zum Erfolg gekommen.“

In Potsdam stimmte einfach alles bei der roten Armada. „Mir hat besonders gefallen, dass alle sehr fokussiert waren. Wir wollten gewinnen und wir haben gewonnen. Die Siege sind das Ergebnis des Leistungswillens des gesamten Teams, das auch Aktiven, Ersatzstartern und Betreuern besteht“, merkte Jung an.

Durch die richtig starken Darbietungen beider EJOT-Mannschaften geht es an der Spitze der Tabelle der 1. Bundesliga jetzt richtig knapp zu, was viel Spannung für die noch zwei ausstehenden Rennen in Nürnberg (8. August) und Saarbrücken (29. August) verspricht.

Bei den Männern sind das Hylo Team Saar und das EJOT Team TV Buschhütten punktgleich mit jeweils 39 Zählern. Die Saarländer liegen mit Platzziffer 43 allerdings noch vor Buschhütten, die auf 60 kommen.
Bei den Frauen haben die Siegerländerinnen die Führung nun mit 39 Punkten und Platzziffer 26 übernommen. Potsdam hat als Zweiter zwar die gleiche Punktzahl, weist aber mit 40 die schlechtere Platzziffer auf.

Jetzt gilt es für die Verantwortlichen, für das nacholympische Bundesliga-Rennen in Nürnberg die beste Aufstellung zu wählen, damit schon bald wieder die Musik der Toten Hosen für angenehme Gefühle rund um das Buschhüttener Team sorgt.

Die Ergebnisse:

Prolog Frauen Einzel (250 m Schwimmen, 2800 m Radfahren und 1100 m Laufen):
1. Lisa Tertsch (GER, EJOT Team TV Buschhütten) 12:42 Minuten
2. Therese Feuersinger (AUT, EJOT Team TV Buschhütten) 12:52 Minuten
3. Nina Eim (GER, Triathlon Potsdam) 12:52 Minuten
4. Lena Meißner (GER, EJOT Team TV Buschhütten) 12:57 Minuten
6. Alissa König (SUI, EJOT Team TV Buschhütten) 13:03 Minuten

Prolog Teamwertung:
1. EJOT Team TV Buschhütten 51:34 Minuten
2. Triathlon Potsdam 53:00 Minuten
3. Triathlon Team DSW Darmstadt 54:46 Minuten

Relay Frauen (jeweils 250 m Schwimmen, 5600 m Radfahren und 1100 m Laufen):
1. EJOT Team TV Buschhütten 1:10:28 Stunden (Lisa Tertsch 17:22 Minuten; Alissa König 17:37 Minuten; Therese Feuersinger 17:34 Minuten; Lena Meißner 17:56 Minuten) – Platzziffer 10 – 20 Punkte
2. Triathlon Potsdam 1:13:02 Stunden – Platzziffer 26 – 19 Punkte
3. Pro Athletes KTT01 1:15:42 Stunden – Platzziffer 42 – 18 Punkte

Tabellenstand Fauen nach zwei von vier Rennen:
1. EJOT Team TV Buschhütten – Platzziffer 26 – 39 Punkte
2. Triathlon Potsdam – Platzziffer 40 – 39 Punkte
3. SG Triathlon.One Witten – Platzziffer 100 – 34 Punkte

Prolog Männer Einzel (250 m Schwimmen, 2800 m Radfahren und 1100 m Laufen):
1. Lasse Lührs (GER, EJOT Team TV Buschhütten) 11:35 Minuten
2. Lasse Nygaard Priester (GER, Hylo Team Saar) 11:39 Minuten
3. Simon Henseleit (GER, hep Team NSU) 11:43 Minuten
10. Mark Devay (HUNG, EJOT Team TV Buschhütten) 11:52 Minuten
14. Felix Duchampt (ROU, EJOT Team TV Buschhütten) 11:55 Minuten
15. Sergio Baxter Cabrera (ESP, EJOT Team TV Buschhütten) 11:58 Minuten

Prolog Teamwertung:
1. hep Team NSU 47:17 Minuten
2. EJOT Team TV Buschhütten 47:20 Minuten
3. Hylo Team Saar 47:33 Minuten

Relay Männer (jeweils 250 m Schwimmen, 5600 m Radfahren und 1100 m Laufen):
1. EJOT Team TV Buschhütten 1:02:45 Stunden (Mark Devay 15:45 Minuten; Sergio Baxter Cabrera 15:50 Minuten; Felix Duchampt 15:57 Minuten; Lasse Lührs 15:14 Minuten) – Platzziffer 10 – 20 Punkte
2. Hylo Team Saar 1:02:49 Stunden – Platzziffer 26 – 19 Punkte
3. hep Team NSU 1:02:56 Stunden – Platzziffer 42 – 18 Punkte

Tabellenstand Männer nach zwei von vier Rennen:
1. Hylo Team Saar – Platzziffer 43 – 39 Punkte
2. EJOT Team TV Buschhütten – Platzziffer 60 – 39 Punkte
3. hep Team NSU – Platzziffer 153 – 33 Punkte

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