Stellungnahme der betroffenen Salchendorfer Ortsvereine hinsichtlich der Schließung der Johannlandhalle

(wS/Ne) Netphen-Salchendorf 21.07.2021 | Stellungnahme zur Schließung der Johannlandhalle in Salchendorf

Seit vielen Jahrzehnten ist die Johannlandhalle für die Salchendorfer Ortsgemeinschaft ein fester Bestandteil des lebendigen Dorflebens. Umso erstaunter waren die Vorsitzenden der Ortsvereine, als sie am 19. Juli folgende E-Mail der Stadt Netphen erhielten:

„Der Nutzungsbetrieb der Johannlandhalle in Salchendorf ist bis auf weiteres eingestellt und das Betreten der Halle untersagt. Eine statische Begutachtung des Hallendaches hat ergeben, dass dessen Tragfähigkeit nach heutigen Maßstäben ungeeignet ist, um einen bedenkenlosen Weiterbetrieb der Halle zu gewährleisten. Nicht zuletzt angesichts der verheerenden Ausmaße unvorhergesehener Unwetterkatastrophen sieht sich die Stadt Netphen in ihrer Verantwortung für die Bevölkerung veranlasst, die Halle bis auf weiteres zu schließen.“

Diese kurze und knappe Mitteilung traf den SV Germania Salchendorf, die Musikkapelle Salchendorf, den Chor „Treue“ Salchendorf, die Wurstekommission sowie den Heimatverein bis ins Mark. Die Halle ist für das gesamte Dorf ein zentraler und oft genutzter Treffpunkt. Über 300 Kinder, Jugendliche, Erwachsene sowie Seniorinnen und Senioren nutzen die Halle regelmäßig um Sport zu betreiben und anderen Aktivitäten nachzugehen. Durch die Entscheidung der Verwaltung der Stadt Netphen fällt diese Möglichkeit nun ohne jede Vorwarnung weg. Der Musikkapelle sowie der Wurstekommission wird der wichtigste Veranstaltungsort genommen, ohne den für beide Vereine keine Jubiläumsveranstaltungen möglich sind, die für das kommende Jahr geplant waren.

Am 08. Juli 2021 fand in der Johannlandhalle ein Gespräch mit Vertretern der Verwaltung statt, bei der die städtischen Mitarbeiter mitteilten, dass der Sportbetrieb in der Halle weiterhin ohne Probleme möglich sei. Aufgrund einer nicht mehr funktionierenden Belüftungsanlage dürften sich allerdings nicht mehr als 200 Personen gleichzeitig in der Halle aufhalten.

Entgegen dieser Aussagen wurde das Kapitel Johannlandhalle nun durch die Verwaltung der Stadt Netphen vorerst gestoppt. Für die gesamte Salchendorfer Bevölkerung ist dies ein schwerer Schlag. Es steht außer Frage, dass eine Halle bei nachweisbaren Sicherheitsmängeln nicht genutzt werden darf. Die Sicherheit der Menschen steht immer an erster Stelle. Vor allem die fehlende Kommunikation der Stadtverwaltung löst bei den Vereinen allerdings großes Unverständnis und Verärgerung aus. Es herrscht keinerlei Transparenz hinsichtlich dieser Entscheidung. Ein solch weitreichender Beschluss hätte den Salchendorfer Vereinen in jedem Fall in einem persönlichen Gespräch durch den Bürgermeister und die Verwaltungsspitze mitgeteilt werden müssen.

In diesem Gespräch hätte man dann gemeinsam und sachlich nach zielführenden Lösungsalternativen suchen können. Sowohl für kurzfristige als auch für langfristige Lösungen. Stattdessen wurde man seitens der Stadt per E-Mail vor vollendete Tatsachen gestellt und niemand weiß, wie es weitergehen soll. Der Saisonbetrieb für die Badminton- und Tischtennismannschaften steht vor der Tür. Eine Rückmeldung der Verwaltung über alternative Spielorte ist trotz Nachfrage bisher nicht erfolgt. Ein solcher Umgang mit ehrenamtlichen Personen und Vereinen ist respektlos und erweckt den Eindruck, dass die Verwaltung die Johannlandhalle kaputt schreiben möchte.

Dabei wurde die Johannlandhalle erst 2007 saniert, wobei bereits zwei Jahre später Mängel am Dach festgestellt wurden. Undichte Stellen am Dach führten zu Wasserpfützen in der Halle und machten den Sportlerinnen und Sportlern lange Zeit zu schaffen. Die Fehler am Dach wurden seitens der Stadt Netphen im Jahr 2019 behoben. In der Zwischenzeit hatte die Verwaltung herausgefunden, dass die Schneelast des Daches falsch berechnet wurde, sodass die Halle bei Schneefall geschlossen werden musste. Eine solch Vorübergehende Schließung wäre nach Ansicht der Ortsvereine auch bei starken Regenfällen möglich. Wieso die Halle nun aber generell gesperrt ist, wurde der Salchendorfer Ortsbevölkerung bisher leider nicht mitgeteilt.

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