AUS-VORBEI, Ferndorf gewinnt zwar mit 40:37, aber das reichte nicht für den Klassenerhalt

(wS/red) Dormagen/Ferndorf 12.06.2022 | Tränen, Ensetzen, Fassungslosigkeit und der Blick ins Nirvana

So standen die TuS-Spieler nach dem Abpfiff auf dem Platz, fast lethargisch wirkte das Ganze, Julian Schneider kniete sogar am Anwurfpunkt und rang mit den Tränen, so hatte er sich sein Laufbahnende nicht vorgestellt. Und Tränen sah man ebenso auf der Tribüne, gestandene Mannsbilder wischten sich verstohlen über die Augen, schämten sich aber der Tränen nicht.

Und die ca. 400 mitgereisten TuS-Fans, die fast überwiegend in rot erschienen sind brauchten ein paar Minuten um aus der Schockstarre zu erwachen, aber dann gab es ein STANDING OVATION der Extraklasse und es wollte nicht mehr aufhören und je länger es dauerte, umso mehr waren den Spielern den Tränen nahe.

So hatte sich das niemand vorgestellt, aber eins ist klar, Ferndorf hat das nicht gestern verloren, das waren auch die 37 Spiele davor und irgendwo trauert man dann vergebenen Chancen in einigen dieser Spiele nach und wird da auch schnell fündig. Wenn man sich die Tabelle anschaut wird man unschwer erkennen, dass der ASV Hamm mit einem Torverhältnis von 1103:1067 in die 1. Liga aufgestiegen ist.

Wenn man beim abgestiegenen TuS schaut sieht man ein Torverhältnis von 1034:1067, Hamm und Ferndorf haben also die gleiche Anzahl an Gegentreffern bekommen. Nur, der ASV hat im Schnitt pro Spiel ca. 2 Tore mehr erzielt, das ist eigentlich nichts, summiert sich aber über eine ganze Saison. Nehmen wir z.b. die Spiele gegen Eisenach und Bietigheim, da wurde der mögliche Siege ganz klar verschenkt. Oder Spiele, die der TuS hoch gewonnen hat, da ließ man zum Schluß noch etliche Schönheitskorrekturen der Gegner zu, das sind Tore, die heute richtig weh tun, auch die haben zum Abstieg geführt.

Robert Andersson

Schade, aber mit dieser Mannschaft waren es sehr gute 30 Punkte. Ja, wir werden versuchen wieder aufzusteigen aber wir müssen auch eine gute Mannschaft dafür haben. Und wichtig ist, dass wir endlich mehr Kontinuität reinkriegen, aber das geht auch nicht, wenn wir in  jedem Jahr mit einem Umbruch anfangen.

Zum Spiel

Die TuS-Abwehr stand am letzten Spieltag nicht so gut da, Dormagen kam vorwiegend in der 1. HZ zu leichten und schnellen Gegentoren, unser Rückzugsverhalten war oft zäh. Bis Mitte der 2. HZ war es mit den Toren eine Wechselspielchen, ein Tor Dormagen, dann Ferndorf und so ging es fast fortlaufend weiter. Zum Ende der 1. HZ kam für den etwas glücklosen Lucas Puhl Tim Hottgenroth ins Tor und der brachte es tatsächlich fertig, drei Dormagener Siebenmeter hintereinander abzuwehren, den Dritten sogar auch beim Nachwurf. Es tut natürlich auch weh, wenn man 40 Tore wirft (wann gab es das schon mal??) und in den letzten 9 Minuten noch 9 Gegentreffer zulässt, da hätte man versuchen müssen, den Sack zuzumachen. In der Offensive war das eine ganz starke Leistung, dafür gab es dann zu viele Lücken in der Abwehr. Aber „Hätte, hätte Fahrradkette“ es hat leider nicht gereicht, Großwallstadt hat das Ding gemacht, nicht zuletzt wegen auch sagenhafter 11 Tore von Savvas Savvas, der ja künftig mit Andreas Bornemann zusammen beim ASV Hamm in der 1. Liga aufläuft. Dormagen machte schon den Eindruck, als wenn bei ihnen die Luft noch nicht raus wäre, im Fernduell mit Großwallstadt machte Bietigheim viele Fehler und produzierte sehr viele Fehlwürfe, so das Großwallstadt locker gewinnen konnte und den Klassenerhalt sicherte. Bietigheim erzielte ab der 40. Minute nur noch 5 Treffer, das ist natürlich sehr wenig.

Christoph Neuhold

Ich denke wir können uns keinen Vorwurf machen, haben alles reingehauen was wir hatten. Dass man dann mit einem Sieg absteigt ist natürlich sehr bitter für uns. Wir wollten es unbedingt für uns und die Fans schaffen. Die TUS-Fans waren fantastisch, aber leider hat es am Ende wegen ein paar Toren nicht gereicht.

Es muss aber auch gesagt werden, dass der TuS eine fantastische Rückrunde hingelegt hat, die nötigen Siege und Punkte hat man in der Hinrunde leider verloren. Das hat aber auch damit zu tun, das Ferndorf durch mehrmalige Coronaausfälle und ständig besetztem Handballlazarett gehandicapt war. Das belegt die Statistik eindeutig, der TuS ist mit 30 Pluspunkten abgestiegen, ich wüsste jetzt nicht, dass es das schon mal gegeben hat. Nun zur Hin-und Rückrunde, die Hinrunde sieht den TuS Ferndorf auf dem 20 Tabellenplatz mit nur 8 Punkten. Die Rückrunde dagegen liest sich meisterlich, da muss man in der Tabelle weit nach oben schauen und findet sie mit gigantischen 22 Punkten auf dem 4. Platz.

Es wird eine schwere Saison in der 3. Liga und noch ist auch nicht klar, in welche der Gruppen Ferndorf reinkommt, warten wir es ab. Unsere Top-Torschützen verlassen uns, Andreas Bornemann hatte im letzten Spiel 7, Rutger ten Velde 11 und Christoph Neuhold 8 Treffer erzielt, das wird ein dickes Brett sein, das Robert Andersson da durchbohren muss, aber wir sind da ganz sicher, dass er es schafft, wenn nicht er, wer dann!!??

Mirza Sijaric (Sportlicher Leiter und Geschäftsführer)

Wir sind wahrscheinlich der erste Club der Bundesligageschichte der mit 30 Punkten absteigt. Sehr bitter, aber wir müssen es so akzeptieren. Ab morgen geht der volle Fokus auf die neue Saison. Wir werden uns nochmal verstärken und wieder angreifen.

Statistik:

Lucas Puhl 3 Paraden, Tim Dominik Hottgenrot 8 Paraden

Tore:

Rutger ten Velde 11/4

Christoph Neuhold 8

Andreas Bornemann 7

Josip Eres 4

Jörn Persson 3

Mattis Michel und Niklas Diebel je 2

Oleksandr Kasai, Lucas und Julian Schneider je 1

Bericht: petro Bilder: Andreas Domian

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