Ferndorfs „Zauberer“ Niklas Diebel und Marvin Mundus fast im Alleingang zum 30:26-Sieg beim TV Kirchzell

(wS/red) Kirchzell/Ferndorf 11.09.2022 |  Die 3. Liga ist allerdings kein Selbstläufer

Schnelle und einfache Tore und eine geringere Fehlerquote hatte sich das Trainerduo Robert Andersson/Jannis Michel vor der Reise nach Unterfranken gewünscht.

Aber die Saison ist noch jung und Roberts „Feinschliff“ hat zwar begonnen, aber das geht nicht von Heute auf Morgen. Er hat eine sehr junge Mannschaft und etliches klappt noch nicht so, wie er sich das vorgestellt hat, aber er arbeitet mit den Jungs hart daran. Er hat ein Ziel vor Augen und dieses Ziel verfolgt er, er wird es auch erreichen, er wird es auch mit eben dieser Mannschaft erreichen, davon sind wir überzeugt.

Die Spiele gegen Ferndorf sind für alle Teams in der 3. Liga das schönste und einfachste Spiel des Jahres, denn in diesem Match zählen sie sich durch die Reihe weg als Außenseiter und den TuS als Aufstiegsfavoriten.

Und das macht es für Robert Andersson nicht einfacher, zudem werden sich unsere Ligakonkurrenten stundenlang Videos  von Ferndorf angeschaut haben und sich da informiert haben, diese Möglichkeiten hatten unsere Trainer nicht, es sind alles absolut unbekannte Gegner für sie.

Direkt vor Spielbeginn gab es vor 300 Zuschauern ein Schmankerl vom Hallensprecher, der bei der Mannschaftsvorstellung Bernd Spies als Trainer vorstellte, grinsende Gesichter im Ferndorfer Gästeblock waren das Resultat.

Unterm Strich war der Ferndorfer Sieg souverän, aber er musste auch erkämpft werden, ein Selbstläufer war es nicht. Ferndorf begann sehr nervös, erzielte trotzdem schon in der 1. Minute das 0:1 durch Marvin Mundus, leistete sich aber auch direkt zwei Fehler, die der TVK zum 2:1 nutzte. Niklas Diebel legte nach und 1 Minute später gab es 2 Strafminuten gegen Mattis Michel, die der TVK sofort wieder für Gegentore nutzte und mit 4:2 die Führung ausbaute.

Schon früh war aber auch erkennbar, dass die Fehlerquote beim TuS immer noch präsent war, es waren die leichten Fehler, die die Offensive schwächten, aber auch die Leistungslücken in der Abwehr waren nicht zu übersehen. Robert Andersson hatte sich gute Abwehrleistungen und wenige bis keine Siebenmeter gegen sich gewünscht. Der Wunsch wurde leider nicht erfüllt, fünf mal mussten die TuS-Keeper beim Siebenmeter hinter sich greifen, einer wurde vom TuS abgewehrt.

Trotzdem behielt Ferndorf immer den Überblick und nach dem 5:3 für den TVK konterte der TuS mit einem Viererpack, an dem erstaunlichweise 3 Tore von Außenspielern erzielt wurden. Erstaunlich deshalb, weil über die Außenspieler im gesamten Match nur 4 Treffer erzielt wurden. Aber der TV Kirchzell hatte noch einen ganz anderen Gegner, mit dem er sich 60 Minuten extrem schwer tat. Es waren die Rückraumspieler Niklas Diebel und Marvin Mundus, die ihnen das Leben extrem schwer machten.

Die TVK-Keeper Jörg und Löffelmann konnten einem leid tun, bei fast jedem Ball, der ins Gebälk einschlug stand der Name Diebel oder Mundus. Sie werden sich diese Namen für das Rückspiel sicherlich merken, nur ob es ihnen dann etwas bringt steht auf einem anderen Blatt. TVK stellte deswegen das Spielen nicht ein, sie nutzten immer wieder die leichten Fehler des TuS um dran zu bleiben. Davon zeugen das 8:8 in der 15. Minute oder auch das 11:11 in der 23.Minute. Das wiederum auch begünstigt durch 3 verwandelte Siebenmeter zwischen der 13. und 18. Spielminute.

Aber immer dann, wenn es eng wurde, legte der TuS noch eine Schippe drauf, so auch hier, ein Dreierpack von Niklas Diebel, Paul Schikora und Marvin Mundus stellte wieder eine 3-Tore-Vorsprung her. Mit einem solchen (13:16) ging man nach 30 Minuten auch zum Pausentee.

Niklas Diebel (Archivfoto)
11 Tore

Wir wissen natürlich nicht, was Robert Andersson seinen Schützlingen in diesen wenigen Minuten mit auf den Weg gegeben hat, aber der Funke zündete zu Beginn der 2. HZ nicht. Man begann mit unerklärlichen Fehlern und machte sich selbst das Leben schwer, denn die Unterfranken brauchten grad mal 2 Minuten um aus dem 13:16 ein 16:16 zu machen. Und wen hat der TuS wenn es brennt, richtig, Niklas Diebel und Marvin Mundus, die holten meist die Kohlen aus dem Feuer. Die Ferndorfer Torschützen zwischen der 33. und der 46. Minute waren sie alleine und es hieß zu dem Zeitpunkt 20:23. Der TVK ließ sich aber nie wirklich abschütteln, denn durch ihren Linksaußen Tim Häufglöckner und ihren Rückraum Mitte Tom Spieß steuerten sie auch 14 Tore bei und hielten ihr Team immer in Schlagdistanz.

Beim TuS hingegen fehlte auch die Breite, wodurch die Außen zu wenig ins Spiel gebracht wurden. Gute Möglichkeiten gab es über den Kreis, er war oft anspielbar, kam aber nicht zum Zug. Das änderte sich in der Crunchtime, als Mattis Michel frei angespielt wurde und 3 tolle Tore erzielte, ihm war es auch vorbehalten, das Tor zum 26:30 zu erzielen.

Unsere Keeper kamen auf insgesamt 8 Paraden und lagen damit auch im Bereich ihrer „Kollegen“ aus Kirchzell, gerieten aber auch durch Fehler in der TuS-Abwehr ins Hintertreffen.

Man muss hier aber auch einmal die mitgereisten Ferndorfer Fans erwähnen, dazu die Brigade C, lautstark und mit meterlangen Fahnen bestückt und die Trommler der „Ferndorfer Füchse“, sie waren auch bei der Berichterstattung von „Sportdeutschland“ nicht zu überhören.

Top-Torschütze Niklas Diebel

Ähnlich wie letzte Woche, wir richten unser Angriffsspiel wenig Abwechslungsreich aus, das heißt, wir bekommen unsere Außen wenig in Szene gesetzt weil wir sehr zentral angreifen, Breite und Fluss im Spiel müssen besser werden. Ebenfalls ähnlich zu letzter Woche fehlt die Konsequenz in einigen Angriffen und Abwehraktionen, das müssen wir schnell verbessern bevor wir dafür bestraft werden. Aber am Ende bringen wir 2 Punkte aus einem unangenehmen Auswärtsspiel mit, das ist alles was zählt.

Torschützen:

Niklas Diebel 11

Marvin Mundus 10/3

Mattis Michel 3

Fabian Hecker und Gabriel da Rocha Viana je 2

Josip Eres und Paul Schikora je 1

Fazit:

Ein durchaus verdienter Sieg, ab der 10. Minute, nach dem Tor von Marvin Mundus zum 5:6 übernahm der TuS das Zepter und gab es auch nicht mehr aus der Hand. Man machte sich allerdings das Leben selber schwer und es werden noch Gegner kommen, die werden diese Fehler bestrafen. Ferndorf hat 2 weitere Punkte geholt und das ist im Moment wichtig, Robert Andersson weiß, welche Schwachstellen das Team hat und die gilt es abzustellen. Nächste Möglichkeit sich zu beweisen gibt es am Samstag 17.09. in der Stählerwiese, dann wird die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen zu Gast sein. Die haben ihre ersten zwei Saisonspiele verloren und wollen Punkte holen. Ob das allerdings in Ferndorf gelingt, möchten wir bezweifeln, denn die ca. 1000 TuS-Fans werden die Halle schon in ein Tollhaus verwandeln und da sind schon ganz andere Teams in die Knie gegangen.

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