(wS/tm) Freudenberg 21.01.2025 | Wind und Wetter haben der Ausstellungshalle des Technikmuseums in Freudenberg zugesetzt. Der Verein „Freunde historischer Technik Freudenberg e. V.“ möchte die Außenfassade nun renovieren und zusätzlich die Fenster erneuern. Für dieses Vorhaben erhält der Verein Unterstützung aus Düsseldorf. Die NRW-Stiftung stellt einen Zuschuss von bis zu 90.000 Euro zur Verfügung. Bei einem Besuch im Museum überreichte Karl Peter Brendel aus dem Stiftungsvorstand am 21. Januar 2025 die Förderurkunde an Hans-Jürgen Klappert, Vorstandsmitglied des Vereins.
Seit 2003 werden im Technikmuseum Freudenberg technische Errungenschaften der vergangenen Jahrhunderte bewahrt und präsentiert. Die Trägerschaft liegt bei dem Verein, der das Museum rein ehrenamtlich betreibt. „In den vergangenen 20 Jahren hat der Verein das Vermittlungsangebot des Technikmuseums stetig erweitert. Das Museum ist ein etablierter Lern- und Begegnungsort, der aus Freudenberg und der Region nicht mehr wegzudenken ist“, betonte Karl Peter Brendel. Die NRW-Stiftung wird im Technikmuseum Freudenberg bereits zum dritten Mal aktiv. Die Stiftung unterstützte den Verein bereits beim Aufbau des Gebäudes sowie bei der Einrichtung einer heimatkundlichen Ausstellung zur Geschichte der Leim-, Leder- und Filzindustrie in Freudenberg. Mit der aktuellen Förderung werden neben einem Neuanstrich der Balken und Gefache auch der Austausch der Holzfenster durch Kunststofffenster finanziert. Zudem sollen Teile des Giebels und der Dachfenster traditionell mit Naturschiefer verkleidet werden.
Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung konnte seit ihrer Gründung 1986 mehr als 3.800 Natur- und Kulturprojekte mit insgesamt über 325 Millionen Euro fördern. Das Geld dafür erhält sie vom Land NRW aus Lotterieerträgen von Westlotto, aus Mitgliedsbeiträgen ihres Fördervereins und aus Spenden. Weitere Informationen sind auf www.nrw-stiftung.de sowie im Podcast „Förderbande“ erhältlich.
„Wenn uns die NRW-Stiftung vor 22 Jahren nicht finanziell so massiv unterstützt hätte, stünden wir heute voraussichtlich auf einer grünen Wiese. Die alte Dampfmaschine, ein Relikt der vergangenen Leim-, Leder- und Filzindustrie, würde weiterhin in ihrem Schuppen dümpeln oder hätte im Stadtgebiet auf einem Betonsockel eine neue Heimat gefunden“, sagte Hans-Jürgen Klappert, Vorstandsmitglied der „Freunde historischer Technik Freudenberg e.V.“, bei der Übergabe des Förderbescheids.
Er begrüßte Karl Peter Brendel, den Vertreter der NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege, sowie die Beauftragten der NRW-Stiftung im Kreis Siegen-Wittgenstein, C. Stölzl-Ditsche und Raimund Ditsche, und die Bürgermeisterin der Stadt Freudenberg, Nicole Reschke. Auch einige Vertreter des Vorstands der „Freunde historischer Technik Freudenberg“, dem Trägerverein des Technikmuseums, waren anwesend.
Anlass war die Übergabe eines Förderbescheids der NRW-Stiftung in Höhe von bis zu 90.000 Euro an die „Freunde historischer Technik“ zur Renovierung der Außenfassade des Technikmuseums. Damit entspricht die Stiftung der Bitte des Vereins, ihn bei der Erhaltung der Substanz und dem Einbau neuer Fenster finanziell zu unterstützen.
Im Einzelnen dient der Betrag dazu, die obere Hälfte der südlichen Giebelseite mit Schiefer zu verkleiden, die Gefache und Balken der Außenwände der großen Halle zu streichen und neue Fenster einzubauen. Die Fenster in den Gauben werden entfernt und die Gauben selbst mit Schiefer verkleidet, da bereits ein Teil der dortigen Fenster durch die neue Ausstellung zur Freudenberger Wirtschaftsgeschichte entfernt werden muss. Die Schieferung eines Teils des Südgiebels ist notwendig, weil Wind und Wetter dem Fachwerk erheblich zugesetzt haben. „Nicht umsonst ist die Südwestseite der alten Fachwerkhäuser im alten Flecken geschiefert“, betonte Hans-Jürgen Klappert.
Um allen Wetterproblemen aus dem Weg zu gehen, werden die Arbeiten voraussichtlich erst im Mai oder Juni 2025 durchgeführt werden können. Die „Freunde historischer Technik“ halten es für sehr weitsichtig, dass die NRW-Stiftung dieses Gebäude, das sie quasi mit aufgebaut hat, mit ihrem finanziellen Beitrag langfristig erhalten hilft.
Leider kommt es viel zu oft vor, dass solche Gebäude, die beim Bau öffentlich gefördert wurden, Jahre später verfallen, weil das Geld für die Unterhaltung der baulichen Substanz fehlt. Denn die Betreiber – und das sind meist Vereine – müssen ihre begrenzten finanziellen Mittel vor allem für den laufenden Betrieb des Vereins einsetzen. Die Förderung durch die NRW-Stiftung zeigt jedoch auch, welchen hohen Stellenwert die Stiftung dem Technikmuseum in der hiesigen Region beimisst.
Foto: von links nach rechts: Anja Bergholz-Krämer (Vorstand Verein Freunde historischer Technik Freudenberg e. V.), Bürgermeisterin Nicole Reschke, Karl Peter Brendel (Vorstand NRW-Stiftung), Hans Jürgen Klappert (Vorstand Verein Freunde historischer Technik Freudenberg e. V.), Christiane Stötzel-Ditsche und Reimund Ditsche (Regionalbotschafter NRW-Stiftung), Friedhelm Geldsetzer (Vorstand Verein Freunde historischer Technik Freudenberg e. V.).