TuS Ferndorf vor schwerer Auswärtsaufgabe beim VfL Potsdam

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(wS/red) Kreuztal, 02.04.2026 | Erinnerung an das Hinspiel: Gelingt Ferndorf erneut die Überraschung?

Am Samstag, den 04.04.2026 um 18:00 Uhr steht für den TuS Ferndorf eine extrem schwierige Auswärtsaufgabe beim VfL Potsdam an. Die Ausgangslage ist dabei klar, zumindest wenn man einen Blick auf die Tabelle wirft. Potsdam rangiert mit 34:16 Punkten auf einem starken vierten Platz und hat sich im Laufe der Saison immer weiter stabilisiert, während Ferndorf mit 17:31 Punkten auf Rang 15 steht und nur noch drei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz hat. Die Situation ist entsprechend angespannt, zumal die Konkurrenz im Tabellenkeller zuletzt deutlich besser punktet als Ferndorf selbst.

Dabei wirkt die Lage auf den ersten Blick schlechter, als sie tatsächlich sein könnte, denn Ferndorf hat im Saisonverlauf viele enge Spiele verloren, oft mit nur einem Tor Unterschied. Hätte man auch nur einen Teil dieser Partien für sich entscheiden können, würde man sich aktuell eher im gesicherten Mittelfeld bewegen. Dennoch bleibt das Hauptproblem offensichtlich, denn während die Defensive zu den stabilsten der Liga gehört und auch das Torhüterduo immer wieder mit starken Leistungen überzeugt, fehlt es im Angriff häufig an Durchschlagskraft und Effizienz, wobei man die Spiele gegen die Tabellenspitze nicht als Vergleich heranziehen kann. Genau dieser Punkt dürfte auch in Potsdam wieder entscheidend werden.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das Hinspiel, das Ferndorf in eigener Halle überraschend deutlich mit 30:23 gewinnen konnte. Damals traf man allerdings auf eine Potsdamer Mannschaft, die sich nach dem Abstieg aus der Handball-Bundesliga noch in der Findungsphase befand. Seitdem hat sich Potsdam jedoch kontinuierlich weiterentwickelt und präsentiert sich mittlerweile deutlich gefestigter, insbesondere im Angriffsspiel und im Tempospiel nach Ballgewinnen.

Für Ferndorf wird es daher entscheidend sein, genau dieses Tempo aus dem Spiel zu nehmen. Ein offener Schlagabtausch dürfte klar zugunsten der Gastgeber ausgehen, weshalb der Fokus auf einer kompakten Abwehr, kontrollierten Angriffen und möglichst wenigen technischen Fehlern liegen muss. Gleichzeitig braucht es erneut eine starke Leistung der Torhüter, um Potsdam immer wieder auszubremsen und im Spiel zu halten. Offensiv wird es darauf ankommen, die vorhandenen Chancen konsequenter zu nutzen, denn genau hier hat Ferndorf in dieser Saison zu oft Punkte liegen lassen, denn die Quote der Fehlwürfe ist definitiv zu hoch.

Die jüngsten Ergebnisse gegen die Topteams der Liga relativieren die Situation zwar etwas, da Niederlagen gegen den Tabellenführer SG BBM Bietigheim und den Zweiten HBW Balingen-Weilstetten durchaus erwartbar waren, dennoch erhöht sich der Druck mit Blick auf das kommende Restprogramm erheblich. Nach dem Spiel in Potsdam wartet mit dem Drittplatzierten HC Elbflorenz Dresden direkt die nächste große Herausforderung, sodass jeder Punktgewinn umso wertvoller wird.

Auch der Blick auf das restliche Programm macht die Aufgabe nicht leichter, denn gegen die neun Mannschaften, auf die Ferndorf nach Potsdam noch trifft, stehen aus den Hinspielen lediglich zwei Remis und sieben Niederlagen zu Buche. Dennoch sollte man den Teufel nicht an die Wand malen, denn die Mannschaft von Ceven Klatt hat bereits bewiesen, dass sie mit diesen Gegnern mithalten kann. Entscheidend dürfte am Ende vor allem der Kopf sein, denn gerade in engen Spielen hat Ferndorf in dieser Saison zu oft den Kürzeren gezogen. Rein von der Papierform geht Potsdam als klarer Favorit in diese Partie, dennoch hat Ferndorf bereits im Hinspiel gezeigt, dass man dieses Team schlagen kann.

Entscheidend wird in Potsdam am Ende weniger die grundsätzliche Qualität sein, sondern vielmehr die Effizienz im Abschluss und die Fähigkeit, das eigene Spiel konsequent durchzuziehen. Sollte es Ferndorf gelingen, offensiv auf ein Niveau von etwa 27 Toren oder mehr zu kommen und gleichzeitig die defensive Stabilität über die gesamte Spielzeit zu halten, ist auch auswärts eine Überraschung nicht ausgeschlossen. Andernfalls spricht vieles für einen Heimsieg der Potsdamer in einer Partie, die dennoch über weite Strecken enger verlaufen könnte, als es die Tabellenkonstellation vermuten lässt.

Wegen Ausfall der Video-Presse-Konferenz haben wir ein „Frage/Antwortspiel“ mit Coach Ceven Klatt geführt.

Zum Gegner und zum Hinspiel:
Was erwartet euch in Potsdam? Ihr habt das Hinspiel deutlich gewonnen, woran lag dieser klare Erfolg aus deiner Sicht, und was davon lässt sich ins Rückspiel übertragen?

  • CEVEN: Uns erwartet in Potsdam wieder mal eine Top-Mannschaft. Sie sind jetzt, mitten in der Saison, Tabellenvierter und haben immer noch Tuchfühlung zu den Aufstiegsplätzen und haben das über die Saison sehr, sehr gut gemacht. Sie haben mit Mengon in der Winterpause einen wichtigen Spieler verloren. Bei Potsdam kommen in diesem Konstrukt direkt die nächsten jungen Spieler nach. Für uns wird es wichtig, Markus Mahr in den Griff zu kriegen, er ist jetzt der absolute Unterschiedsspieler in den Reihen von Potsdam. Wir müssen aber auch das Tempospiel in den Griff bekommen. Gerade die Außen mit z.B. Nils Fuhrmann, sie sind sehr stark, da müssen wir aufpassen, dass sie nicht zu viele einfache Gegenstoßtore machen.

Dann haben sie auf Halbrechts mit Jannek Klein und Nicolas Paulnsteiner zwei wirklich gute Individualisten, da wird es wichtig sein, da auch die Kreise entsprechend einzuengen. Das Hinspiel haben wir so deutlich gewonnen, weil wir da einfach eine unserer besten Saisonleistungen zu Hause abgeliefert haben. Wir sind dann so ein bisschen in den Flow gekommen, vielleicht war es am Ende auch ein, zwei Tore zu hoch, aber es war ein sehr, sehr gutes Spiel von uns. Wenn wir so eine Leistung in Potsdam abrufen könnten, wäre es natürlich sehr, sehr schön für uns.

  • Zur Defensive:
    Eure Abwehr galt lange als Prunkstück, zuletzt gab es aber zu viele einfache Gegentore. Wo setzt du aktuell an, um wieder mehr Stabilität reinzubekommen.

CEVEN: Man muss immer betrachten, gegen welche Gegner man spielt, Balingen und Bietigheim sind da sicherlich nicht der Maßstab, mit dem wir uns vergleichen können bzw. an dem wir uns messen lassen müssen. Über die Saison gesehen, haben wir die viertbeste Abwehr und ich finde, dass wir gegen Balingen im gebundenen Spiel sehr gut verteidigt haben. Balingen kam sehr oft ins Zeitspiel, musste mit dem letzten Wurf abschließen. Da gilt es für uns, diese Tore zu verhindern, die aus Fehlern im Angriff entstehen und die haben Balingen und Bietigheim in besonderer Art und Weise immer wieder bestraft.

  • Zur Offensive:
    In der Offensive fehlt die Durchschlagskraft. Welche Schwerpunkte setzt du im Training, geht es eher um Abläufe oder auch um individuelle Gespräche mit Spielern?

CEVEN: Im Angriff denke ich, machen wir aktuell eine sehr gute Entwicklung durch, dass wir immer wieder über einfache Tempotore zum Erfolg kommen. Vorne im gebundenen Spiel fehlt uns manchmal ein Stück weit die Durchschlagskraft, aber ich finde, gerade im Tempo sind wir deutlich besser geworden. Auch gegen Balingen, die jetzt sicherlich eine der besten Abwehrreihen sind, haben wir viele gute Chancen, verwerten die aber leider nicht. Aber es geht ja immer darum, was man herausspielen kann und das haben die Jungs eigentlich ganz gut gemacht und auch in Bietigheim werfen wir fast 30 Tore, das spricht ja nicht gerade gegen unseren Angriff, das muss man schon klar sagen. Wie gesagt, wir dürfen uns nicht auf eine Stufe mit Balingen und Bietigheim stellen, davon sind wir weit entfernt.

  • Zur Tabellensituation:
    Wie sehr spielt die enge Tabellensituation aktuell im Kopf eine Rolle? Spürt man den Druck durch die Konkurrenz, es sind ja nur noch 3 Punkte Abstand auf den Abstiegsplatz? Wir haben natürlich auch noch ein Wiederholungsspiel in Hagen.

CEVEN: Die Tabellensituation ist für uns keine Besondere, wir wissen die ganze Saison, dass wir gegen den Abstieg spielen. Wir waren nicht ein Mal auf dem Abstiegsplatz, haben immer zwei, drei, vier, fünf Punkte Vorsprung, jetzt sind es 3 Punkte, aber mit dem besseren Torverhältnis, also eigentlich 4 Punkte. Wir haben auch noch das Nachholspiel, es ist also keine Situation, die uns jetzt besonders beschäftigt.

  • Zum Kader:
    Wie sieht die personelle Situation für Potsdam aus? Mit welchen Ausfällen bzw. mit welchem Kader ist zu rechnen? Das letzte Training ist noch an Karfreitag?

CEVEN: Der Kader wird so aussehen, dass wir schon einige Ausfälle haben werden. Julius Meyer-Siebert wird nicht spielen, Valentino Duvancic wird nicht spielen und Hampus Dahlgren wird auch nicht spielen. Dazu kommen dann natürlich noch die Langzeitverletzten. Das sind dann die aktuellen Ausfälle, die wir zu beklagen haben.

  • Zur Anreise:

Wann fahrt ihr, gibt es eine Übernachtung?

CEVEN: Wir starten am Freitag um 10:00 Uhr Richtung Potsdam und werden dann da irgendwann zwischen 18 und 19 Uhr ankommen und übernachten im Kongresshotel. Am nächsten Morgen machen wir noch eine Trainingseinheit, um dann um 18:00 Uhr dort zu spielen.

Bericht: Peter Trojak

Collage: Andreas Domian

Ostergrüße: KI

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