(wS/hgm) Netphen 20.08.2026 | Es war ein schönes und lebendiges Schützenfest, das der Schützenverein Netphen am vergangenen Samstagabend auf dem Fischer Cateringplatz feierte. Das eigentliche Königschießen hatte bereits eine Woche früher (Schützenheim „In der Halbach“ stattgefunden, das – so der 1. Vorsitzende Michael Schmidt – bis 23.30 Uhr dauerte. Je nachdem was dabei passiert, kann sich so ein Schießen allgemein immer in die Länge ziehen, und ob der drückenden Temperaturen floss dabei sicherlich so mancher Tropfen Schweiß. Zum Schützenhaus, das oben im Wald liegt, gab es wieder einen gut organisierten Shuttle-Service.
Dann jedoch waren die Würfel gefallen:
Mit dem 159. Schuss Großkaliber holte Ingo Burgmann den Aar von der Stange und machte seine Gattin Anja zur neuen Königin. Damit wurde das Königspaar aus 2025 – Michael Schmidt mit seiner – Ehefrau Nadine abgelöst – so ist das nun einmal im Schützenwesen.
Die Insignien:
Krone – Jan Göbel (93. Schuss); Zepter – Freddy Meina (117. Schuss); Apfel – Toni Oberbossel (95. Schuss). Keiler-Königin (alleinige Titelträgerin) wurde mit dem 169. Schuss Christine Weber aus Rudersdorf, die übrigens so einen besonderen Erfolg feierte: Sie machte damit ihr persönliches „Triple“ aus den vergangenen Jahren perfekt, wurde doch das Keilerkönig-Schießen als Jedermann-Wettbewerb erst 2024 offiziell eingeführt.
Bleibt noch die Jugend:
Neuer, stolzer Jugendkönig wurde mit dem 356. Schuss Johannes Hedrich, der somit seinen Vorgänger aus 2025, Maximilian Reffelmann, ablöste.
Die Insignien:
Krone – Robin Schneider (49. Schuss); Zepter- Letizian Strzelczyk (113. Schuss); Apfel – Hannes Hassler (187. Schuss).
Voll zur Sache ging es am Samstagabend auf dem Festplatz bei Fischer Catering. Um 18 Uhr begann man mit dem tollen Festzug (begleitet vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Netphen unter Lorena Käuser), der außerhalb „Auf der Netphe“ startete und schließlich auf dem Festplatz einmarschierte. Für die Gestaltung des Festes hatte man weder Kosten noch Aufwand gescheut – dazu gehörte eine mächtige Girlande, die man per Kran auf einen Ausleger hochgehievt hatte.
Vorsitzender Michael Schmidt begrüßte die Gäste, unter ihnen die Vertreter der Politik aus Rat und Verwaltung den Fachschafts-Vorsitzenden des Westfälischen Schützenbundes, Achim Veelmann, die Ehrengäste sowie die befreundeten und benachbarten Schützenvereine mit ihren Majestäten.
Spannend wurde es zur Königskrönung, bei der in der Regel den bisherigen Amtsinhaber/innen die Krone bzw. die Ketten abgenommen und den neuen Majestäten aufgesetzt und angelegt werden. Da gibt es auch manchmal eine verstohlene Träne zu sehen, doch meist aus der Freude heraus.
Und wie das oft ist auf Schützenfesten: Es gab wieder viele verdiente Mitglieder zu ehren, doch vorab gab es eine ganz besondere Auszeichnung:
Nämlich für Wolfgang Richter, der eine tragende Säule im Verein ist. Er hatte im Frühjahr nach langjähriger Arbeit als 2. Schriftführer den Posten des 1. Schriftführers übernommen. Für seine herausragende ehrenamtliche Arbeit im Vorstand und seinen unermüdlichen Einsatz für den Schießsport erhielt er nun das Ehrenzeichen des Westfälischen Schützenbundes (WSB) unter großem Jubel überreicht.
Die weiteren Ehrungen (Mitgliedschaft im Verein):
Für 25 Jahre Franz Josef Born, Andre Krengel und Sven Rosenberger; für 40 Jahre Martina Spieß; für 50 Jahre Andreas Poggel, Rüdiger Schock, Brunhilde Schneider, Gilla Glitt, Rolf Schröder und Stephan Vitt.
Anschließend wurde gefeiert, was das Zeug nur hergab. Der Musikzug der freiwilligen Feuerwehr Netphen erfreute mit einigen Ständchen und hat sich schon lange auf Schützenfesten der Stadt Netphen (und auch über die Kreisgrenzen hinaus) fest etabliert.
Mit Spannung erwartete man den Auftritt der Band „UnArt“, die im Siegerland eine absolute Institution in Sachen Live-Musik und Partystimmung ist. 2008 gegründet hat sie im Raum Siegen- Wittgenstein eine riesige Fangemeinde. Sie spielt keinen „Einheitsbrei“ und ist auch keine klassische Coverband. Ihr Markenzeichen ist es, bekannte Klassiker aus Rock- und Elektroelementen zu modernen Hymnen aufzupeppen. Mit Frontmann Steffen Wüst an der Spitze spielen sie oft stundenlange hochenergetische Sets, bei denen das Publikum durchgehend mitsingt.
Es war übrigens das erste Mal, dass sie auf dem neuen Festplatzgelände von Fischer Catering in Netphen gespielt haben.
De facto bedankte sich die Band überschwänglich bei den Netphenern dafür, dass sie den neuen Platz sofort „würdevoll entweiht“ und vier Stunden nonstop durchgefeiert haben – Muskelkater inklusive!
Vom Nachwuchs bis zum Keiler-Thron: Das Vogelschießen 2026 war ein Volltreffer auf ganzer Linie, der den Netphenern sicherlich noch lange im Gedächtnis – und vielleicht auch etwas in den Waden – bleiben wird. Der Regentschaft von Ingo und Anja Burgmann steht somit nichts mehr im Wege!









Text und Fotos: Hans-Gerhard Maiwald
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