Bürgerfahrdienst der VG Kirchen spendet 2.500 Euro Trinkgeld an das Hospiz Kloster Bruche in Betzdorf

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(wS/dia) Kirchen 02.10.2026 | Der Bürgerfahrdienst der Verbandsgemeinde Kirchen hat 2.500 Euro an den Förderverein des Ökumenischen Hospizes Kloster Bruche in Betzdorf überreicht. Das Geld stammt aus Trinkgeldern, die Fahrgäste den ehrenamtlichen Fahrern im Laufe des Jahres zugesteckt haben.

Zur Spendenübergabe statteten Koordinator Paul Eisel und Fahrer Hans Imhäuser dem Hospiz einen Besuch ab – mit dem brandneuen Fahrzeug des Bürgerfahrdienstes, einem komplett elektrisch angetriebenen Ford Explorer. Es ist das fünfte Fahrzeug, seitdem das Angebot im Jahr 2013 ins Leben gerufen wurde, damals auf Initiative des früheren Seniorenbeiratsvorsitzenden und 2022 verstorbenen Helmut Ermert. Mit diesem Bürgerservice leisteten die Ehrenamtler aus der Verbandsgemeinde Kirchen seinerzeit Pionierarbeit im nördlichen Rheinland-Pfalz.

Beinahe täglich ist der weiße Wagen auf heimischen Straßen unterwegs, um Menschen, die nicht mehr mobil sind, zum Arzt, zum Einkaufen oder zu Veranstaltungen zu bringen. Das Team besteht inzwischen aus rund 20 Fahrern und drei Telefonistinnen. Das gesamte Personal arbeitet ehrenamtlich und unentgeltlich.

„Kernidee des Bürgerfahrdienstes ist es, Menschen aus unserer Verbandsgemeinde, egal ob alt oder jung, Mobilität zu schenken“, sagt Paul Eisel. Gefahren wird nur in der Verbandsgemeinde Kirchen und ins benachbarte Betzdorf, etwa zum dortigen Wochenmarkt. „Wir wollen keine Konkurrenz zu den Taxiunternehmen sein“, betont Eisel. „Und im Unterschied zu vielen anderen Bürgerbussen gibt es bei uns auch keine festen Routen und keinen festen Fahrplan.“

Stattdessen werden individuelle Fahrtwünsche angenommen. Wer den Bürgerfahrdienst nutzen möchte, kann montags und mittwochs jeweils von 14 bis 17 Uhr die Telefonnummer 02741/688-860 anrufen. Der Fahrgast nennt seinen Namen, seine Adresse und das Fahrziel sowie gegebenenfalls eine Uhrzeit, zu der er wieder abgeholt werden möchte. Die Telefonistinnen geben die Aufträge in eine Software ein, die Fahrer erhalten daraufhin eine E-Mail mit den Routen für den nächsten Tag. Jährlich werden so rund 25.000 Kilometer zurückgelegt. Im Jahr 2025 wurden 2.190 Fahrten durchgeführt – im Durchschnitt 183 pro Monat.

„Etwa 80 Prozent unserer Fahrgäste sind gewissermaßen Stammkunden“, sagt Paul Eisel. Davon wiederum sind die meisten Senioren. Hans Imhäuser ist mit seinen 80 Jahren einer der Fahrer und hat nach wie vor große Freude an dem Ehrenamt: „Die Dankbarkeit der Leute, mit ihnen unterwegs ein nettes Schwätzchen zu halten, das ist für uns Fahrer doch der schönste Lohn.“

Fast jeder Fahrgast werfe hinterher ein paar Euro in die Spardose, berichtet Imhäuser. Das Trinkgeld wird über das Jahr gesammelt, ein Teil davon für eine Weihnachtsfeier zurückgelegt, der größere Teil einem gemeinnützigen Zweck zugeführt. Dass die Wahl diesmal auf das Hospiz Kloster Bruche fiel, komme nicht von ungefähr, unterstreicht Paul Eisel: „Das Hospiz ist eine so wichtige Einrichtung für unsere Region. Als wir von dem geplanten Neubau erfahren haben, waren wir uns alle schnell einig, dass wir dies unterstützen möchten.“

Auf dem Klostergelände soll mittelfristig ein neues, ebenerdiges Gebäude für das Hospiz mit zehn Gästezimmern entstehen. Das derzeit genutzte Haupthaus könnte nach den Plänen der Trägerin, der Diakonie in Südwestfalen, künftig für weitere pflegerische Angebote genutzt werden. Hospizleiterin Yasmin Brost bedankte sich herzlich für die Spende: „Es freut uns sehr, dass Sie an uns gedacht haben. Jeder Euro hilft uns dabei, unser Projekt zu realisieren.“ Zugleich lobte sie das Engagement des Bürgerfahrdienstes: „Dass Sie es vielen Menschen auf diese Weise ermöglichen, mobil zu bleiben, finde ich eine ganz tolle Sache.“

Paul Eisel würde sich über weitere Mitstreiter für den Bürgerfahrdienst freuen: „Wer gerne elektrisch fährt und etwas Gutes tun will, kann sich gerne bei mir melden.“ Bei Interesse genügt ein Anruf unter 02741/930193 oder eine E-Mail an paul.eisel@icloud.com.

(v. r.) Hans Imhäuser und Koordinator Paul Eisel übergaben die Trinkgeld-Spende über 2.500 Euro des Bürgerfahrdienstes der VG Kirchen an Hospizleiterin Yasmin Brost vom Ökumenischen Hospiz Kloster Bruche. (Foto: Diakonie in Südwestfalen/Daniel Weber)

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