Hexenverfolgung in Bad Laasphe: Historischer Rundgang durch die Altstadt am 24. Oktober

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(wS/bl) Bad Laasphe 08.10.2026 | Wer Bad Laasphe einmal aus einer ungewöhnlichen Perspektive erleben möchte, hat am Samstag, 24. Oktober 2026, die Gelegenheit dazu: Die Tourismus, Kur und Stadtentwicklung GmbH (TKS) lädt zu einem historischen Rundgang durch die Altstadt ein – auf den Spuren der Menschen, die im frühen 17. Jahrhundert als Hexen verfolgt und verurteilt wurden.

wirSiegen kompakt: Was: Historischer Rundgang „Auf den Spuren fast vergessener Justizopfer“. Wann: Samstag, 24. Oktober 2026, 14 Uhr. Treffpunkt: Altstadtbrunnen, Königstraße, Bad Laasphe. Abschluss: gegen 15:30 Uhr in der Ausstellung Bahnhofstraße 41a. Kosten: 6 Euro pro Person (inkl. Ausstellungseintritt). Anmeldung bis 23. Oktober 2026, 17 Uhr: per E-Mail an info@tourismus-badlaasphe.de oder telefonisch unter 02752/898.

Der 90-minütige Rundgang führt unter Leitung des Lokalhistorikers Reinhard Schmidt durch die Gassen der Altstadt zu den Orten, an denen die Betroffenen lebten und die Konflikte sich abspielten. Dabei wird auch der historische Hintergrund beleuchtet: Das frühe 17. Jahrhundert war geprägt von der sogenannten „Kleinen Eiszeit“ mit bitteren Wintern, verregenten Sommern, Missernten, Hungersnöten und den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges. In ihrer Not suchten viele Menschen nach Sündenböcken – der Druck zur Verfolgung entstand dabei vor allem aus der verängstigten Bevölkerung heraus.

Insgesamt sind in Bad Laasphe 32 Hexenprozesse dokumentiert, von denen 11 mit einer Hinrichtung endeten. Bemerkenswert ist die Rolle der damaligen Obrigkeit: Graf Ludwig der Jüngere stand dem Hexenwahn kritisch gegenüber und griff in mindestens einem Fall persönlich ein, um einen Prozess zu stoppen. So ließ er 1609 nach einer Beschwerde des Ehemanns das Verfahren gegen die Bürgersfrau Lucia Reichmann einstellen. Beim ersten Todesopfer der Stadt, Merge Dillman, stellte der Graf im Nachhinein fest, dass das Verfahren nicht rechtmäßig gewesen sei. Trotz dieser Haltung konnten die Prozesse unter dem enormen Druck von Bevölkerung und lokalen Richtern nicht vollständig verhindert werden.

Im Anschluss an den Rundgang besucht die Gruppe die Spezialausstellung „Als der Hexenwahn zum Alltag gehörte“ in der Bahnhofstraße 41a, wo originale Dokumente und überlieferte Prozessakten zu sehen sind. Auf Wunsch kann der Abend anschließend gemeinsam bei einer Einkehr ausklingen. Die Teilnahmegebühr beträgt 6 Euro pro Person und schließt den Ausstellungseintritt ein.


Altstadtbrunnen in der Königstraße, Bad Laasphe – Treffpunkt des historischen Rundgangs. Foto: Klaus Neuser

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