(wS/spd) Kreis Siegen-Wittgenstein 08.10.2026 | Nach mehreren Wolfsrissen in den vergangenen Wochen im Kreis Siegen-Wittgenstein hat Konstantin Achinger, SPD-Landtagskandidat im Wahlkreis Siegen-Wittgenstein II, die Landesregierung scharf kritisiert. Der Bad Berleburger wirft CDU und Grünen in Düsseldorf vor, Weidetierhalter weitgehend allein zu lassen – und verlangt eine grundlegende Nachbesserung bei der Herdenschutzförderung.
Achigers Kern-Forderung: Das Land NRW soll künftig nicht nur die Anschaffung von Schutzzäunen und Herdenschutzhunden finanzieren, sondern auch deren laufenden Unterhalt übernehmen. Bislang werden die Kosten für Futter, Tierarzt und Zaumpflege nicht gefördert – nach Darstellung Achigers kommen allein für einen Herdenschutzhund schnell über 1.000 Euro im Jahr zusammen.
„Das Land bezahlt den Hund, aber nicht sein Futter. Die Lücken bei der NRW-Förderung sind reale Lücken im Schutzzaun“, erklärte Achinger. „Das ist Herdenschutz zum halben Preis. Die andere Hälfte zahlen die Menschen hier vor Ort.“
Als Vergleichsbeispiel führt Achinger das Nachbarland Hessen an: Dort erhalten Tierhalter nach seinen Angaben eine jährliche Pauschale von 1.920 Euro je gefördertem Herdenschutzhund – für Futter, Hundesteuer, Versicherung und Tierarzt. Die SPD-Landtagsfraktion hatte laut der Pressemitteilung bereits 2021 und 2023 beantragt, auch in NRW den laufenden Unterhalt zu fördern. Beide Anträge seien von den Regierungsfraktionen abgelehnt worden, der jüngste erst im Juli 2025.
Neben der Finanzierungsfrage fordert Achinger auch, dass die Entnahme problematischer Wölfe rechtssicher möglich sein muss – also das gezielte Töten von Tieren, die trotz vorhandenen Schutzes immer wieder Nutztiere reißen. Als mahnendes Beispiel nennt er einen gescheiterten Entnahmeversuch im Nachbarkreis Olpe. Dabei sei der Wolf bereits vor rund einem halben Jahr ins Bundesjagdgesetz aufgenommen worden. „Wie lange brauchen CDU und Grüne in Düsseldorf noch, um hier endlich Klarheit zu schaffen?“, fragte Achinger.
Positiv bewertete der Kandidat, dass der Erndtebrücker Gemeinderat parteiübergreifend – von SPD über CDU bis zu den Grünen – für die Belange der Weidetierhalter eingetreten sei. Im Landtag in Düsseldorf komme diese Botschaft hingegen offenbar nicht an: „Wittgenstein ist nicht auf dem Radar dieser Landesregierung.“
Für Achinger hat das Thema auch eine persönliche Dimension: „Ich bin hier aufgewachsen. Schafe und Rinder auf unseren Wiesen gehören zu Wittgenstein. Sie pflegen unsere Landschaft und sichern Existenzen. Weidetierhaltung darf kein Verlustgeschäft werden.“

Foto: Konstantin Achinger
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