(wS/ngg) Kreis Siegen-Wittgenstein 06.08.2026 | Gestern Schule, heute Ausbildung: Zum Start des neuen Ausbildungsjahres registriert die Arbeitsagentur noch 679 offene Ausbildungsplätze im Kreis Siegen-Wittgenstein. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hingewiesen. Darunter sind 13 freie Ausbildungsplätze in Hotels, Restaurants und Gaststätten. Die Lebensmittelindustrie im Kreis sucht 12 Auszubildende, und auch Bäckereien bieten noch 7 Jugendlichen eine Ausbildung an – am Backofen genauso wie am Verkaufstresen.
„Wer noch keine Ausbildung hat, sollte die nächsten Wochen als Startphase ins Berufsleben nutzen. Die meisten Betriebe sind da flexibel: Die Ausbildung muss nicht pünktlich am 1. August anfangen. Auch im September und selbst im Oktober geht da oft noch was“, sagt Isabell Mura, Geschäftsführerin der NGG Südwestfalen. Sie rät Jugendlichen, nicht auf Gelegenheitsjobs zu setzen, sondern auf einen Ausbildungsvertrag: „Wer sich in Betrieben später weiterentwickeln will, der braucht eine solide Ausbildung als Fundament. Die 3 Jahre Ausbildung sind gut investiert.“
Genau hinschauen bei der Wahl des Ausbildungsbetriebs
Entscheidend sei allerdings, beim Ausbildungsbetrieb genau hinzugucken, betont Mura. „Das Geld, das ein Auszubildender verdient, muss passen. Dabei ist es wichtig, sich für einen Betrieb zu entscheiden, der Tariflöhne zahlt.“ Außerdem sollten Auszubildende darauf achten, dass es im Betrieb eine Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) gibt.
„Das ist eine Art ‚Jugend-Betriebsrat‘, der sich für die Interessen der jungen Belegschaft stark macht und zum Beispiel darauf achtet, dass der Rahmenplan für die Ausbildung auch eingehalten wird. Der ist wichtig, damit Auszubildende nicht ausgenutzt werden. Denn was bringt es, wenn man mit Arbeiten zugeschüttet wird, die mit der Ausbildung selbst wenig oder nichts zu tun haben?“, so Isabell Mura.
So sollten angehende Bäckereifachverkäuferinnen beispielsweise darauf achten, nicht nur zum Brötchenschmieren im Hinterzimmer abgestellt zu werden. „Sie müssen vor allem in den Verkauf und an die Kasse. Denn zur Ausbildung für eine Bäckereifachverkäuferin gehört auch der kaufmännische Teil“, sagt Isabell Mura von der NGG Südwestfalen.

Nicht jeder Tag ist Tortentag – außer in Konditoreien. Trotzdem haben Ausbildungen oft auch ihre süßen und kreativen Seiten. Die Gewerkschaft NGG Südwestfalen rät Jugendlichen im Kreis Siegen-Wittgenstein, sich die Ausbildung und den Betrieb genau anzugucken. Foto: NGG / Florian Göricke
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