(wS/red) Gebhardshain / Landkreis Altenkirchen (Westerwald) 16.08.2026 | Ein verheerender Flächen- und Waldbrand im Bereich Gebhardshain sorgt seit Sonntagmittag, dem 16. August 2026, für einen massiven Großeinsatz der Feuerwehren und weiterer Hilfsorganisationen. Was am Mittag unterhalb und angrenzend an das Kleinspielfeld am Sportplatz Gebhardshain sowie unterhalb der Schule auf einer Breite von zunächst rund 350 Metern (anfänglich ca. 6.000 m²) begann, weitete sich im Laufe des Tages auf eine Brandfläche von rund 10 Hektar aus.

Bisheriger Einsatzverlauf und Warnmeldungen
Erste Alarme und Warnhinweise:
Bereits kurz nach Ausbruch des Brandes gaben die Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain sowie die Einsatzkräfte frühzeitig erste Warnmeldungen heraus. Die Bevölkerung in Gebhardshain und den umliegenden Gemeinden wurde dringend aufgefordert, wegen der starken Rauchentwicklung Fenster und Türen geschlossen zu halten, den Bereich rund um den Sportplatz sowie die Einsatzstelle weiträumig zu meiden und Anfahrtswege für Rettungskräfte freizuhalten.
Evakuierung von Wohnbebauung:
Da der Brand sich dynamisch ausbreitete und unmittelbare Priorität auf dem Schutz der angrenzenden Wohngebiete lag, wurde eine dringende Evakuierung angeordnet. Bewohnerinnen und Bewohner von rund 20 Haushalten – insbesondere in der Straße „Im Eckewieschen“ (unterer Abschnitt im Bereich des Wendehammers) – wurden aufgefordert, ihre Häuser sofort vorsorglich zu verlassen.
Anlaufstellen: Für die evakuierten Anwohner wurden die Grundschule Gebhardshain sowie das Bürgerforum Gebhardshain als temporäre Zufluchtsorte eingerichtet.
Schulbetrieb am Montag (17.08.2026):
Obwohl die Westerwaldschule Gebhardshain (Realschule plus) nach aktuellem Stand nicht mehr direkt durch das Feuer gefährdet ist, fällt der Unterricht dort am morgigen Montag vorsorglich aus.
Der Unterricht an der Astrid-Lindgren-Schule findet hingegen regulär statt.
Schienenverkehr:
Der Güterverkehr auf der Strecke der Westerwaldbahn ist derzeit gesperrt.
Entwarnung für Wohngebiet am Abend:
Am Abend konnte Bürgermeister Joachim Brenner mitteilen, dass die Evakuierungsmaßnahme wieder aufgehoben werden konnte. Durch den massiven Löscheinsatz gelang es der Feuerwehr erfolgreich, ein Übergreifen der Flammen auf die Wohnbebauung zu verhindern.
Ausstrahlungen auf Schulen und Infrastruktur
Massives Aufgebot an Einsatzkräften und Überörtliche Hilfe
Aufgrund des enormen Ausmaßes hat der Landkreis Altenkirchen zwischenzeitlich die Einsatzleitung unter Führung von Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Björn Jestrimsky übernommen. Auch Landrat Dr. Peter Enders machte sich vor Ort ein Bild von der Lage.
Einsatzstärke: Aktuell befinden sich mehr als 300 Einsatzkräfte vor Ort
Unterstützung aus Nachbarregionen: Zur Verstärkung der örtlichen Feuerwehren und des THW wurde überörtliche Hilfe aus dem Leitstellenbereich Montabaur sowie aus den benachbarten nordrhein-westfälischen Landkreisen – dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Oberbergischen Kreis – alarmiert.
Fachbehörden: Das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz sowie die Landesfacheinheit Presse- und Medienarbeit unterstützen den Einsatz direkt vor Ort.
Luftunterstützung: Bei der Brandbekämpfung aus der Luft sind derzeit zwei Hubschrauber (u. a. der Polizeihubschrauberstaffel) im Dauereinsatz.
Löschwasserversorgung: Bei der Sicherstellung des Löschwassers unterstützen örtliche Landwirte mit Verteilungs- und Transportkapazitäten. Neben dem örtlichen Hydrantennetz wird Löschwasser im Großstil aus dem Elkenrother Weiher entnommen.
Aktuelle Lage und Ausblick für die Nacht
Aufgrund der hohen Dynamik und der extremen Beanspruchung gab es im Verlauf des Tages einzelne verletzte Einsatzkräfte.
Am heutigen Abend findet ein umfassender Austausch der Einsatzkräfte statt, um die ermüdeten Einheiten abzulösen. Für die anstehende Nacht ist der gezielte Einsatz von sogenannten Kreisregnern geplant, um eine weitere Ausbreitung des Feuers einzudämmen und Glutnester im Waldgebiet niederzuhalten. Die Technische Einsatzleitung beobachtet die Lage fortlaufend und passt die Einsatztaktik kontinuierlich an.
Unterstützung durch örtliche Landwirte: Örtliche Bauern und Landwirte unterstützten die Feuerwehr intensiv bei der Sicherstellung der Löschwasserversorgung. Sie stellten Verteilungs- sowie Transportkapazitäten bereit und fuhren mit ihren Maschinen und Tankwagen Wasser an, um die Einsatzkräfte im Großfeuer zu unterstützen.
Nachbarschaftshilfe & Betreuung der Evakuierten: Die Dorfgemeinschaft zeigte großen Zusammenhalt: Nachbarn aus Gebhardshain kümmerten sich um die evakuierten Anwohner, boten spontan ihre Hilfe an und unterstützten bei der Versorgung und Unterbringung der Betroffenen.


Update
( Stand: 19:45 Uhr) – Wie die Kreisverwaltung Altenkirchen mitteilt, dauert der Großeinsatz bei Gebhardshain weiter an. Seit dem Sonntagnachmittag kämpfen mehr als 300 Einsatzkräfte – auch aus den umliegenden Regionen – gegen das Feuer. Der Flächenbrand nahm mutmaßlich am Kleinspielfeld des örtlichen Sportplatzes seinen Anfang und griff von dort rasch auf den benachbarten Wald über. Mittlerweile erstreckt sich die betroffene Fläche auf rund 10.000 Quadratmeter
Im unteren Abschnitt der nahegelegenen Straße „Im Eckewieschen“ mussten vorsorglich rund 20 Haushalte im Bereich des Wendehammers evakuiert werden. Den Betroffenen standen Unterkünfte in der Grundschule sowie im Bürgerforum Gebhardshain zur Verfügung. Den Rettungskräften gelang es, ein Überspringen der Flammen auf das Wohngebiet zu verhindern, sodass die Anwohner voraussichtlich noch im Laufe des Abends in ihre Häuser zurückkehren können.
Auch für das Gebäude der benachbarten Westerwald-Schule (Realschule plus) besteht derzeit keine Gefahr. Allerdings drang in Teile des Schulkomplexes dichter Rauch ein. Aus diesem Grund fällt der Unterricht an der Westerwald-Schule am morgigen Montag aus.
Nach Auskunft der Einsatzleitung um Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Björn Jestrimsky ist das vorrangige Ziel nun, das Feuer kontrolliert in Richtung der Bahnstrecke abbrennen zu lassen.
Folgemeldung: Großeinsatz bei Waldbrand in Gebhardshain 22:48 Uhr
Info vom Landkreis Altenkirchen: Der Waldbrand bei Gebhardshain ist unter Kontrolle und die Einsatzleitung ist zuversichtlich, dass in der Nacht das Feuer vollständig eingedämmt werden kann. Am Abend wurden die Einsatzkräfte abgelöst. Mit Einbruch der Dunkelheit wurde der Einsatz der Hubschrauber beendet. Über die Nacht werden weiterhin Kräfte mit Nachlöscharbeiten beschäftigt bleiben. Die Flächen werden regelmäßig kontrolliert und Glutnester gezielt abgelöscht. Zusätzlich kommen so genannte Kreisregner zum Einsatz, die an den Rändern die Flächen bewässern. Über die Nacht werden rund 30 Kräfte weiter im Einsatz sein. Die Einsatzleitung wird vom Landkreis wieder an die Verbandsgemeinde übertragen. Am Montagmorgen werden die Flächen nochmals kontrolliert.
Der Unterricht an der Westerwaldschule wird am Montag ausgesetzt. Der Unterricht an der Astrid Lindgren Schule findet regulär statt. Der Güterverkehr der Westerwaldbahn ist derzeit noch gesperrt. Über die Nacht bleibt die Verbindungsstraße zwischen Gebhardshain und Steinebach im Bereich der Westerwaldschule gesperrt.
ERGÄNZUNG / UPDATE: THW SIEGEN IM EINSATZ 23:38 Uhr
💡 Unterstützung in der Nacht: Zur Unterstützung beim Waldbrand in Gebhardshain wurde heute Abend die Fachgruppe „Notversorgung und Notinstandsetzung“ des THW Siegen alarmiert. Die Siegener Einsatzkräfte leuchten die Einsatzstelle aus, um die Löscharbeiten über die Nacht zu sichern.




Fotos & Video: Andreas Trojak / wirSiegen.de
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🌧️ Wetter-Check für Siegen-Wittgenstein: Bringt der Regen echte Entlastung?
Die extreme Trockenheit hat Wald und Flur in der Region massiv unter Stress gesetzt. Jetzt steht ein Wetterwechsel bevor – doch reicht der Niederschlag aus?
Hier sind die aktuellen Daten und die Einschätzung zur Waldbrandgefahr für die kommenden 3 Tage:
📅 Der 3-Tage-Niederschlagstrend (DWD)
- Montag, 17. August 2026
- 🌧️ Regen: Morgens sehr hoch (> 90 %), nachmittags nachlassend (~ 60 %)
- 💧 Menge: 1,5 – 3,7 l/m² (fällt vor allem vormittags)
- 🌡️ Temperaturen: Max. 17 bis 19 °C
- Dienstag, 18. August 2026
- 🌧️ Regen: Durchgehend hohe Wahrscheinlichkeit (> 90 %, wiederholte Schauer)
- 💧 Menge: 3,0 – 15,0 l/m² (Hauptniederschlagstag)
- 🌡️ Temperaturen: Max. 15 bis 17 °C
- Mittwoch, 19. August 2026
- 🌧️ Regen: Schauerneigung bleibt hoch (80 – 85 %)
- 💧 Menge: 0,6 – 4,9 l/m²
- 🌡️ Temperaturen: Max. 18 bis 19 °C
🌲 Was bedeutet das für die Waldbrandgefahr?
Die Abkühlung und die feuchtere Luft reduzieren die akute Gefahr von Flächen- und Graslandbränden spürbar.
Aber: Die tiefen Bodenschichten bleiben nach der langen Dürre trocken. Ein paar Regenschauer reichen nicht aus, um den Waldboden nachhaltig zu tränken.
⚠️ Wichtig: Das Rauch- und Feuerverbot in den Wäldern gilt weiterhin unverändert!
📌 Quellen:
- Mess- & Prognosedaten: Deutscher Wetterdienst (DWD) / wetterdienst.de (Stand: 16.08.2026)
- Gefahrenindizes: Waldbrandgefahrenindex (WBI) des DWD / Landesbetrieb Wald und Holz NRW














