SPD Netphen diskutiert geplanten Nationalpark Rothaarkamm und ehrt langjährige Mitglieder

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(wS/cdu) Netphen 20.10.2026 | Die SPD Netphen hat bei ihrer Mitgliederversammlung im Gasthof Jokebes in Irmgarteichen zwei langjährige Mitglieder geehrt und über den geplanten Nationalpark Rothaarkamm diskutiert. Die folgende Darstellung gibt die Positionen der SPD Netphen wieder.

Vorsitzender Marc Seelbach begrüßte die Mitglieder, unter ihnen die stellvertretende Bürgermeisterin Elke Bruch und den Fraktionsvorsitzenden Lothar Kämpfer. Im Verlauf des Abends wurden zwei Jubilare für ihre langjährige Parteizugehörigkeit ausgezeichnet: Georg Herling ist seit 40 Jahren SPD-Mitglied. Er sei am 12. April 1986 eingetreten, damals habe Helmut Kohl als Kanzler einer schwarz-gelben Koalition regiert, sagte Herling. Gerhard Baldus gehört der Partei sogar seit 50 Jahren an und trat zu Zeiten der Kanzlerschaft Helmut Schmidts ein. Beide erhielten eine Urkunde und eine Ehrennadel. „Es ist uns allen eine Ehre und ein besonderes Bedürfnis, euch beide heute auszuzeichnen”, sagte Seelbach.

Hauptthema des Abends war nach Angaben der SPD die mögliche Einrichtung des Nationalparks Rothaarkamm. Der Kreistag Siegen-Wittgenstein will demnach am 13. November eine Empfehlung an das Land NRW formulieren und vorab die Einschätzung der betroffenen Städte und Gemeinden einholen. Am 2. November soll laut SPD-Fraktionsvorsitzendem Kämpfer im Netphener Rat über die Weiterverfolgung des Vorhabens beraten werden.

Die SPD-Mitglieder zogen nach eigenen Angaben Vergleiche mit dem seit über 20 Jahren bestehenden Nationalpark Eifel. Fraktionsvorsitzender Kämpfer argumentierte, man nehme die Kritik von Wald- und Grundbesitzern ernst. „Aber gerade mit dem Blick auf wegbrechende Industriearbeitsplätze oder jüngst der fürchterlichen Stilllegungsabsicht des DEW-Stahlwerks in Geisweid in unserer Heimat sollte man die Entwicklung eines Nationalparks auch als kleine Chance verstehen”, so Kämpfer. Die Umsetzung der Waldentwicklung werde selbst bei einem Start am 1. Januar 2028 drei Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Die Kosten seien grundsätzlich vom Land NRW zu tragen, betonte er.

SPD-Mitglied Annette Scholl sieht nach Angaben der Partei Vorteile für die Gastronomie: Die Übernachtungszahlen könnten langfristig steigen, Urlaub in der Heimat werde für Familien wieder interessanter. Die stellvertretende Bürgermeisterin Elke Bruch hob die Möglichkeit hervor, den Artenreichtum für künftige Generationen zurückzugewinnen, mahnte aber auch einen Ausbau der Infrastruktur an, insbesondere beim Schienenverkehr. Bei dem geplanten Nationalpark Rothaarkamm gehe es um rund 4.300 Hektar Fläche, im Vergleich zu etwa 10.000 Hektar im Nationalpark Eifel.

Vorsitzender Seelbach verwies laut Pressemitteilung auf eine Zunahme der Artenvielfalt im Nationalpark Eifel von unter 2.000 auf mehr als 11.000 Arten bis 2025 und warb dafür, die Chance auch für die eigene Region zu nutzen, „vor allem für den Tourismus, um auch einige Ersatzarbeitsplätze zu schaffen.”

Hinweis der Redaktion: Dieser Bericht basiert auf einer Pressemitteilung der SPD Netphen. Die Positionen anderer Parteien und Fraktionen sowie betroffener Wald- und Grundbesitzer zum Thema Nationalpark Rothaarkamm sind darin nicht abgebildet. wirSiegen.de berichtet bei Eingang gerne auch über deren Standpunkte.

Im Gasthof Jokebes in Irmgarteichen beschäftigten sich die Mitglieder der SPD Netphen mit dem Thema Nationalpark Rothaarkamm.

Bei der Mitgliederversammlung geehrt (v.l.): Marc Seelbach, Georg Herling, Gerhard Baldus und Elke Bruch. Fotos: SPD Netphen

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