(wS/si) Siegen 07.11.2026 | Am Samstagmittag gegen 11:59 Uhr wurden Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei zu einem Wohnhaus an der Straße Effertsufer in Siegen alarmiert. Die Meldung auf den Meldeempfängern der Einsatzkräfte lautete „Feuer 4 – Dachstuhlbrand“. Bereits aus der Ferne – selbst von der Hüttentalstraße (HTS) aus – war eine starke Rauchentwicklung über dem Gebäude zu sehen.
Ein Bewohner des Hauses, der sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs im Freien aufhielt, hatte den Rauch entdeckt. Er informierte unverzüglich die anderen Bewohner des Hauses und setzte den Notruf ab. Dank seines schnellen Handelns konnten alle Bewohner das Gebäude rechtzeitig verlassen.
Da in dem Wohnkomplex mehrere Familien leben, wurde der Einsatz unmittelbar auf „MANV 1 – 5 bis 10 Betroffene“ erhöht. Die Abkürzung MANV steht für „Massenanfall von Verletzten“. Diese Einsatzstufe wird ausgelöst, wenn eine größere Anzahl von Personen potenziell betroffen oder verletzt sein könnte. Durch die Hochstufung werden zusätzliche Rettungsmittel – weitere Rettungswagen, der Organisatorischer Leiter Rettungsdienst und gegebenenfalls ein Leitender Notarzt – zur Einsatzstelle beordert, um eine strukturierte Sichtung und Versorgung aller Betroffenen sicherzustellen. Auch der in Siegen stationierte Rettungshubschrauber Christoph 25 landete in der Nähe der Einsatzstelle.
Für die Feuerwehr hatte zunächst die Menschenrettung oberste Priorität. Die Einsatzkräfte überprüften, ob sich noch Personen im Gebäude befanden und ob alle Bewohner in Sicherheit waren. Mehrere Betroffene wurden vor Ort vom Rettungsdienst untersucht und behandelt. Eine Frau aus der Wohnung, in der das Feuer ausgebrochen war, musste nach der Erstversorgung vor Ort mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht werden. Alle übrigen Bewohner blieben unverletzt.
Die Feuerwehr Siegen ging mit der Drehleiter von oben gegen das Feuer im Bereich des Dachgeschosses vor. Parallel wurde eine Wasserversorgung aufgebaut, und mehrere Trupps bekämpften den Brand von innen. Das Feuer in einem Zimmer im Dachgeschoss war schnell unter Kontrolle. Durch den zügigen Einsatz konnte die Feuerwehr ein Übergreifen der Flammen auf weitere Wohnungen verhindern.
In der unmittelbar angrenzenden Ar-Râschidîn-Moschee am Effertsufer 104 fand zum Zeitpunkt des Brandausbruchs eine Versammlung statt. Auch hier mussten alle Anwesenden – überwiegend jüngere Menschen – das Gebäude sicherheitshalber verlassen. Da es draußen kalt war, stellte das gegenüberliegende DAV Kletterzentrum Siegerland der Sektion Siegerland des Deutschen Alpenvereins am Effertsufer 105 kurzfristig seine Räumlichkeiten zur Verfügung. Die Betroffenen konnten sich dort während des laufenden Einsatzes aufwärmen und in Sicherheit aufhalten.
Der Bereich rund um die Moschee und das DAV Kletterzentrum musste während des Einsatzes großräumig gesperrt werden. Auch Thomas Tremmel, Amtsleiter des Amtes für Schutz und Rettung sowie Kreisbrandmeister, war vor Ort. Der Einsatz verlief koordiniert und professionell.
Die Bewohner der Nachbarwohnungen konnten nach Abschluss der Löscharbeiten wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Die eigentliche Brandwohnung ist derzeit nicht bewohnbar. Zur genauen Brandursache und zur Schadenshöhe liegen bislang keine Angaben vor. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen – unter anderem wird geprüft, ob ein technischer Defekt ursächlich für das Feuer war.






Fotos: Andreas Trojak / wirSiegen.de
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