Bergbaugeschichtliche und naturkundliche Führung

wS/ksw    Kreuztal-Littfeld  –   Das Grubengelände Littfeld umfasst die ehemaligen Erzgruben Heinrichssegen, Hohenstein, Altenberg, Silberart, Viktoria und Anna. Vor allem die Blei- und Zinkförderung in  der Grube Viktoria hat unter anderem auch zur Ablagerung schwermetallhaltiger Halden geführt. Selbst nach Schließung der Grube Viktoria wurde hier noch Material aus dem gesamten Siegerland durch Erzflotation aufbereitet, wodurch metallhaltige Schlämme noch weiter verbreitet wurden.

Das Grubengelände Littfeld ist aber nicht nur bergbau- und heimatkundlich interessant. Besondere Tier- und Pflanzenvorkommen haben es zu einem Gebiet mit europaweiter Schutzwürdigkeit gemacht. Daher lädt der Heimatverein Littfeld-Burgholdinghausen e.V. in Kooperation mit den Ortsvereinen in Littfeld, der Forstverwaltung Burgholdinghausen, der Waldgenossenschaft, dem Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein, dem NABU, der Biologischen Station und der VHS am Mittwoch, 22. Juni 2011, 17:00 bis 20:00 Uhr, zu einer bergbaugeschichtlichen und naturkundlichen Führung nach Kreuztal-Littfeld ein. Unter dem Titel „Historische Relikte und sommerliche Natureindrücke aus dem ehemaligen Littfelder Grubengebiet“ wandern die Teilnehmer durch das Flora-Fauna-Habitat(FFH)-Gebiet und Naturschutzgebiet (NSG) „Grubengelände und Wälder bei Burgholdinghausen“.

Aufgrund des mindestens 1000 Jahre andauernden, nahezu ununterbrochenen Bergbaus hat sich hier eine Vielzahl unterschiedlichster, aber eng verzahnter Lebensräume gebildet. Dabei stellen die auf den nach wie vor metallhaltigen Böden siedelnden Schwermetallrasen sogar die herausragende Besonderheit des Gebietes von europäischer Bedeutung dar. Hier finden sich so genannte schwermetallanzeigende Pflanzen wie Hallers Grasnelke, Hallers Schaumkraut und Hallers Leimkraut, die in Nordrhein-Westfalen zum Teil nur hier wachsen. Weiterhin verbreitet sind Orchideenbestände, wie zum Beispiel Breitblättrige und Braunrote Sumpfwurz oder Geflecktes Knabenkraut. Neben den meist vegetationsarmen und trockenen Halden sehen die Teilnehmer auch Teiche, Gräben, Bäche oder sogar moorige Zonen. Die Gewässer sind Lebensräume für eine Vielzahl von Tieren. Alleine 13 Amphibien- und Reptilienarten sind im Grubengelände anzutreffen, das heißt, nahezu alle im Kreisgebiet heimischen Arten.

Treffpunkt zu dieser Wanderung ist am Modellflugplatz an der Müsener Straße (NSG-Info-Tafel am großen Weiher). Die Veranstaltung ist kostenlos, der Heimatverein freut sich über eine Spende.