Regierungspräsident würdigt Engagement der Bürgerbusvereine

wS/bra/tbs –  Unterwegs mit großem Herz und offenem Ohr  – – –  Für die Anschaffung der Fahrzeuge hat das Land Nordrhein- Westfalen in diesem Jahr seinen Zuschuss erhöht, aber: „Das Ehrenamt ist der wichtigste Faktor beim Betrieb der Bürgerbusse“, betonte Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann. Das erste Bürgerbusforum am heutigen Mittwoch, 14. September, sollte denn auch vor allem ein Zeichen der Wertschätzung für die von den Vereinen geleistete Arbeit sein. Von den 99 Bürgerbusvereinen in NRW fahren 33 im Regierungsbezirk Arnsberg. In Kürze geht in Meschede Nummer 34 an den Start. Zum Vergleich: In allen anderen 15 Bundesländern zusammen gibt es nur rund 60 weitere Bürgerbusvereine.

Die Bürgerbusse, so der Regierungspräsident, ermöglichten vielen Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, indem sie ihre Mobilität auch in Gegenden und zu Tageszeiten mit schwächerer Nachfrage sicherstellten. Darüber hinaus sorgten die Fahrer für eine Atmosphäre, in der die individuellen Bedürfnisse der Menschen berücksichtigt werden: „Durch Sie werden Bürgerbusse in vielen Fällen auch zu einem Ort der Kommunikation – denn ein paar nette Worte sind hier ganz selbstverständlich.“ 

Im Rahmen der Veranstaltung zeichnete der Regierungspräsident die fünf Bürgerbusvereine aus, die schon seit 15 oder mehr Jahren Lücken im öffentlichen Personennahverkehr schließen: Als erster im Regierungsbezirk (und fünfter in NRW) war vor 23 Jahren (1988) der Bürgerbus Schalksmühle an den Start gegangen. Jährlich nutzen circa 9500 Fahrgäste seine fünf Linien.

Der Verein zählt 52 Mitglieder und 20 Fahrer. Seit 17 Jahren (1994) ist der Bürgerbus Kierspe unterwegs. Der Verein zählt 120 Mitglieder und 20 Fahrer. Allein im vergangenen Jahr wurden 10.637 Fahrgäste auf den zwei Linien transportiert: Der Bus war insgesamt 660 Mal und 2.310 Stunden über eine Strecke von 40.473 Kilometern im Einsatz. Vor 16 Jahren (1995) hatte der Bürgerbus Plettenberg den Betrieb aufgenommen. Etwa 7.000 Fahrgäste pro Jahr nutzen seine sechs Linien. 2010 betrug die Fahrleistung 28.849 Kilometer. Der Bürgerbus Neuenrade ist seit 15 Jahren (1996) auf Tour. 42 Fahrer legten 2010 auf zwei Linien insgesamt 42.157 Kilometer mit 13.485 Fahrgästen zurück. Ebenfalls seit 15 Jahren (1996) rollt der Bürgerbus Nachrodt-Wiblingwerde auf den Straßen. Vier Linien, davon drei innerhalb der Gemeinde und eine zur Nachbarstadt Altena, werden von 22 Fahrern bedient. 2010 wurden 10.596 Fahrgäste gezählt.

Vor der Ehrung hatte Franz Heckens, Vorsitzender des Vereins „Pro Bürgerbus NRW“, die „Geschichte des Erfolgsmodells Bürgerbus“ beleuchtet. Zusammen mit seiner Vorstandskollegin Hannelore Maria Krieg-Werner wurde er anschließend ebenfalls für sein Engagementausgezeichnet. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Informationsaustausch zwischen den Bürgerbusvereinen zu fördern, ihren Zusammenhalt untereinander zu stärken, für neue Projekte zu werben und bei ihrer Einrichtung zu helfen.

 

Hintergrund

Bürgerbusse haben maximal acht Fahrgastplätze. Sie verkehren nur dort, wo die großen Linienbusse der Verkehrsunternehmen aus wirtschaftlichen Gründen oder wegen der landschaftlichen Gegebenheiten nicht fahren können. Bürgerbusse werden vom Land NRW mit einer jährlichen Organisationspauschale von 5000 Euro und einer Festbetragsfinanzierung von 35.000 bis 47.000 Euro – je nach Fahrzeugart und -ausstattung – für die Anschaffung des Busses gefördert. (Bis Ende 2010 wurde der Kauf der Fahrzeuge mit 32.000 Euro bezuschusst.) Um Fördergelder zu erhalten, ist zunächst ein Verein zum Zweck des Bürgerbusbetriebs zu gründen. Die Gemeinde, in der der Bürgerbus eingerichtet werden soll, muss garantieren, dass sie eventuelle Defizite, die aus dem Betrieb resultieren, übernimmt. Der Bürgerbusverein stimmt dann mit dem kooperierenden Verkehrsunternehmen das Linienweg-, Fahrplan- und Tarifkonzept ab. Schließlich beantragt das Verkehrsunternehmen die Genehmigung für den Linienverkehr nach § 42 des Personenbeförderungsgesetzes.

Fotohinweis:

Foto mit den Vertretern der ausgezeichneten Bürgerbusvereine.  

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