Siegen: Keine erhöhten Nickelwerte in Bodenproben gefunden

wS/ksw  Siegen  –  Bei einer Serie von über 40 Bodenproben im Stadtgebiet von Siegen wurden keine erhöhten Nickelwerte gefunden. In einigen Gemüsearten fanden sich allerdings erhöhte Nickelwerte. Deshalb gibt der Fachservice Gesundheit und Verbraucherschutz des Kreises Siegen-Wittgenstein für die Siegener Stadtteile Geisweid, Rosterberg und Dillnhütten die Empfehlung aus, auf bestimmte Gemüsesorten aus dem eigenen Garten zu verzichten. Es handelt sich um Gemüse, das oberirdisch wächst, eine sehr große Oberfläche hat und vor Verzehr nicht geschält werden kann, wie Blattgemüse (z.B. Salat, Grünkohl, Endivie, Mangold und Spinat). Die Grenzen des Gebietes sind aus Vorsorgegründen weit ausgelegt. Die Empfehlungen richten sich insbesondere an Personen, die wissen, dass sie auf Nickel allergisch reagieren.

Die Bodenuntersuchungen haben zugleich ergeben, dass Eltern sich keine Gedanken machen müssen, wenn Kinder im Freien spielen. Auch die Böden von sensiblen Bereichen wie Spielplätzen waren unbelastet.

Bereits im Jahr 2009 wurden die Ergebnisse der Nickelstudie des Landes NRW, die in Zusammenarbeit mit der Universität Bochum und dem Fachservice Gesundheit und Verbraucherschutz des Kreises erstellt worden war, der Öffentlichkeit in Siegen vorgestellt. Damals wurde erstmals nachgewiesen, dass die erhöhten Nickelwerte in der Luft zu einer vermehrten Nickelbelastung der Anwohner führt. Die im Folgejahr erneut durchgeführten Luftmessungen, vom Land vor Kurzem veröffentlicht, ergaben erneut erhöhte Messwerte.

Vor diesem Hintergrund hatte sich der Kreis entschlossen, eigene ergänzende Untersuchungen in Auftrag zu geben. Damit sollte die Nickelbelastung des Bodens und von Nutzpflanzen ermittelt werden. Im Vordergrund stand dabei die Frage, ob eventuell sensible Bereiche wie Kinderspielplätze geschützt werden müssen bzw. ob eine Verzehrsempfehlung notwendig ist.

Generell nimmt jeder täglich Nickel bzw. Nickelverbindungen über Nahrung, Trinkwasser und Luft auf – es gibt keine nickelfreien Gebiete! Dabei stellt die Nahrung mengenmäßig die bedeutsamste Quelle dar. Damit geht es bei der aktuellen Verzehrempfehlung auch nicht um akute Gesundheitsgefahren, sondern darum, eine vermeidbare zusätzliche Belastung mit Schwermetallen zu verhindern.

 

Hintergrund:

Die Bodenuntersuchung hat deutlich gemacht, dass die wesentliche Belastung der Pflanzen nicht über die Wurzeln und den Boden kommt, sondern über die Luft. Daher betrifft die Verzehrempfehlung lediglich oberirdisch wachsendes Gemüse und Obst mit einer großen und rauen Oberfläche, das man nicht schälen kann wie Grünkohl, Endivie, Mangold und Spinat. Alle unterirdisch wachsenden Gemüsearten wie Möhren, Schwarzwurzeln, Kartoffeln können wie bisher weiter verzehrt werden. Ebenso Gemüse, das vor dem Verzehr geschält oder ausgepult wird, wie Kohlrabi, Erbsen oder Bohnen. Früchte wie Äpfel oder Tomaten, Gurken und Bohnen können leicht und gut abgewaschen und damit von Nickelbelastungen befreit werden. Himbeeren und Erdbeeren aus eigenem Anbau werden innerhalb weniger Wochen in so kleinen Mengen verzehrt, dass dies unbedenklich ist.