„Miteinander – Füreinander“ – Taschengeldbörse Hilchenbach

wS/hi – Hilchenbach – Nachdem das Angebot der Taschengeldbörse vor gut zwei Monaten in Hilchenbach an den Start ging, ziehen die Verantwortlichen eine erste Bilanz. 33 jobsuchende Jugendliche aus verschiedenen Stadtteilen haben sich bereits angemeldet und sind zur Zeit bei der Taschengeldbörse der Stadt Hilchenbach registriert. 17 Mädchen und 16 Jungen im Alter von 14 bis 18 Jahren, die sich mit den unterschiedlichsten Arbeiten ihr Taschengeld ein wenig aufstocken möchten.

Einkaufen gehen steht bei den „Jobbern“ – so nennen sich die Jugendlichen – an erster Stelle. Hier haben sich 28 Personen für gemeldet. 20 Personen möchten gerne Babysitten, während ebenso viele Hunde ausführen möchten. Schneeräumen und Fegen, das haben 15 Personen angegeben. 14 würden Rasen mähen, während es bei der Hausarbeit schon nur noch fünf Jobber sind. „Hier würde ich mir ein paar mehr wünschen, die auch einen Putzlappen in die Hand nehmen würden. Gerade bei älteren Hilchenbacher Mitbürgern würde dies gewiss gut angenommen“, sagt Inge Grebe als Beauftrage für bürgerliches Engagement der Stadt Hilchenbach in der vergangenen Woche.

Obwohl PC´s bei Jugendlichen interessant sein dürften, meldeten sich nur vier Jugendliche für Hilfen am PC. Zwei würden zudem mit älteren Personen spazieren gehen oder vorlesen. „Auch hier wird es in Zukunft gewiss großes Interesse geben“, ist sich Annette Kreutz von der Senioren-Service-Stelle sicher. Andere Hilfen sind in Absprache zwischen Jobanbieter und den Jugendlichen nach der ersten Kontaktaufnahme möglich. Als Arbeitgeber sieht sich das Rathaus jedoch nicht, mehr als Jobvermittler. Bisher konnten fünf Jobangebote über die Taschengeldbörse bereits vermittelt werden. „Es können gerne mehr werden“, wünscht sich Inge Grebe. „Wir hatten den richtigen Riecher“, sagt Hilchenbachs Bürgermeister Hans-Peter Hasenstab zumindest schon einmal über das Projekt.

Die Taschengeldbörse ergänzt das Angebot der Initiative „Miteinander – Füreinander“, die seit 2005 ehrenamtliche Helfer/innen an Hilfesuchende innerhalb der Rothaarsteigkommune vermittelt. Auch im Hinblick auf einen guten Senioren-Service und verschiedene Initiativen, „Alt und Jung“ in Kontakt und zu gemeinsamen Aktionen zusammen zu bringen, ist die Taschengeldbörse ein interessanter Ansatz, von dem sich die Stadt Hilchenbach einigen Erfolg verspricht. Wie genau sehen die Rahmenbedingungen aus? Bei der Tätigkeit handelt es sich nach dem Sozialgesetzbuch um eine geringfügige Beschäftigung. Als Bezahlung ist ein Stundenlohn von fünf Euro vorgesehen.

Nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz muss es sich bei den Tätigkeiten innerhalb der Taschengeldbörse um geringfügige Hilfeleistungen handeln, die nur ab und zu erbracht werden. Versichert sind die Jugendlichen während ihrer Arbeit über die bestehende Krankenversicherung ihrer Eltern. „Hier empfehlen wir den Eltern, eine weitere Unfall und Haftpflichtversicherung abzuschließen“, fügt Inge Grebe hinzu. Was ebenfalls sehr wichtig ist, ist die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes. Bei Minderjährigen müssen bei der Anmeldung die Eltern der Beteiligten schriftlich zustimmen. „Wenn das Projekt bei den Hilchenbachern mehr bekannt wird, steigt auch sicherlich recht schnell das Interesse auf der Arbeitnehmerseite, sprich denjenigen, die eine Dienstleistung in Anspruch nehmen“, ist sich Inge Grebe sicher.

Bildzeile:

Jobber, Jobvermittler und weitere Interessierte stellen sich vergangene Woche vor dem Rathaus auf die gleiche (Treppen)-Stufe.

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