Sportfreunde gewinnen durch Hettich-Dreierpack letztes Nachholspiel

wS/jk – Siegen – 16.05.2012 – Ein Dreierpack von Alexander Hettich reichte den Sportfreunden Siegen, um praktisch im Spaziergang einen 3:1 (2:0)-Sieg in ihrem letzten Nachholspiel der NRW-Liga einzufahren. Von Gegner Rot-Weiß Ahlen gab es keine Gegenwehr. Einzig ein Sonntagsschuss des eingewechselten Ersan Kusakci verschönerte das Ergebnis für den Tabellenvorletzten.

Damit ist über die 90 Minuten am Mittwochabend im Leimbachstadion eigentlich schon alles gesagt. Denn für die 1.468 Zuschauer, die den Weg dorthin gefunden hatten, gab es fußballerische Magerkost zu sehen. Ein chancenloser Gegner und eine Siegener Mannschaft, die mit angezogener Handbremse zu Werke ging, hatten dazu beigetragen.

Wahrlich war das – wie schon in Schermbeck – sicherlich nicht die beste Saisonleistung der „Aufstiegshelden“ der Sportfreunde Siegen. Bei Ahlen funktionierte indes allerhöchsten die Abseitsfalle, in welche die Sportfreunde häufiger in der Partie tappten.

Effektiv zum Erfolg: Zwei Chancen, zwei Tore

Zwei effektiv abgeschlossene Angriffe auf das Ahlener Tor reichten Siegen in Hälfte Eins völlig, um das Spiel schon nach 17 Minuten vorzeitig zu entscheiden und später souverän, wie es eine gute Mannschaft eben tut, die drei Punkte ins Ziel zu bringen.

Da war Julian Jakobs nach sieben Minuten über die rechte Seite durchgestartet. Er zog in den gegnerischen Strafraum und spielte den Ball in die Mitte, wo Alexander Hettich wartete und die Kugel platziert ins lange Eck drosch. Ahlens Turgay Tapu war noch dran, konnte das 1:0 aber nicht verhindern.

Es war ein Angriff, wie aus dem Lehrbuch von Trainer Michael Boris, der diesen auf Biegen und Brechen einstudieren ließ. Nach 13 Minuten eine ähnliche Situation: Wieder war Jakobs durch, doch diesmal köpfte Sven Michel am langen Pfosten vorbei.

Michael Boris: „Nach dem 2:0 war die Luft raus“

Fünf Minuten später bekam Hettich den Ball von Daniel Grebe in die Gasse gespielt und sein satter Schuss landete im Netz (17.). Zwischenzeitlich musste Torwart Raphael Koczor nach zehn Minuten parieren, als Cahmdin Said nach einem Eckball nicht ungefährlich zum Kopfball kam.

„Nach dem 2:0 war die Luft raus“, gestand auch Michael Boris nach der Partie. „Sowohl aus dem Spiel als auch aus der Meisterschaft“, fügte er an und entschuldigte bei den Zuschauern, dass seine Mannschaft kein Schützenfest veranstaltete oder gar eine Gala-Vorstellung lieferte. Das konnte aber auch keiner erwarten – das Saisonziel Aufstieg ist erreicht. „Die Jungs sind auf dem Zahnfleisch gegangen nach den englischen Wochen“, begründete er.

So gönnte der Trainer diesmal Issa Issa eine Pause, der zur Halbzeit eingewechselt wurde. Doch da durch den Heimerfolg gegen Ahlen die Karten im Kampf um Platz Eins der NRW-Liga neu gemischt worden sind, hat der ehrgeizige Michael Boris insgheim die Tabellenspitze im Visier: „Da geht noch einiges in der NRW-Liga“, versprach er bei der Pressekonferenz die restlichen drei Spiele erfolgreich bestreiten zu wollen.

„Da geht noch einiges in der NRW-Liga“

Die Sportfreunde Siegen werden nach ihrem sechsten Sieg in Folge die Saison definitiv als Zweiter abschließen. Doch hat man auf Viktoria Köln nur noch zwei Punkte Rückstand. Sollte Köln tatsächlich noch Punkte lassen, könnte auch das Torverhältnis über den letzten NRW-Liga-Titel entscheiden.

Hätten die Sportfreunde-Spieler ernsthaft daran arbeiten wollen, hätten sie zur Pause deutlich höher führen können. So blieben die einzigen Chancen Kopfball-Versuche von Lewejohann (25.) und Binder (35.). Kurz vor dem Seitenwechsel hatte der Ahlener Faysel Khimiri, der bis zur Winterpause in Siegen spielte, nochmal Koczor geprüft (39.). Khimiri war auch der einzige Ahlener Akteur, der in manchen Szenen positiv aufgefallen war.

Nach der Pause schaltete Siegen noch einen Gang zurück. Das Spiel hatte noch weniger Höhepunkte zu bieten. Denn nach 49 Minuten traf Alexander Hettich zum dritten Mal. Der erfolgreichste Siegener Torschütze mit nun 18 Saison-Treffern stürmte auf das Ahlener Tor zu, ließ Tormann Tapu alt aussehen und schob locker zum 3:0 ein. Das war fast schon zu einfach.

„Gegen Homberg wieder mal zu Null spielen“

Eine Minute später kratzte Ahlen den Ball von der Linie (50.), ehe zunächst Waldemar Schattner, dann Sven Michel aus fünf Metern (57.) die besten Chancen zu einer wohl verdienten höheren Führung vergaben.

Als man sich dann schon mit dem 3:0 der Siegener abgefunden hatte, weil zwingende Tormöglichkeiten nicht mehr zu beobachten waren, fasste sich der eingewechselte Ersan Kusakci ein Herz und traf aus 20 Metern unhaltbar in den Torwinkel. Ergebniskosmetik.

„Der Liga-Rekord liegt bei nur 25 Gegentoren in einer Saison. Den wollen wir brechen. Deswegen müssen wir am Sonntag gegen Homberg wieder mal zu Null spielen“, forderte Trainer Michael Boris nach dem Gegentor in diesem Spiel und gibt sich auch in dieser Hinsicht ehrgeizig.

Sportfreunde Siegen – RW Ahlen 3:1 (2:0).
Siegen: Kozcor, Dalman, Binder, Nowak, Tuysuz, Jakobs, Grebe (46., Issa), Michel, Hettich (62., Göbel), Schattner, Lewejohann. – Ahlen: Tapu, Nas (58., Stroemer), Gombarek, Said, Hecker (77., Kusakci), Bello (46., Cabuk), Ferati, Khimiri, Köhler, Dahlhoff. – Tore: 1:0/2:0/3:0 Alexander Hettich (7./17./49.), 3:1 Ersan Kusakci (88.). – Schiedsrichter: David Hennig (Gelsenkirchen). – Zuschauer: 1468.

Bericht: Jürgen Kirsch

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