Blitz-Marathon – Runde 2: Zu hohe Geschwindigkeit nach wie vor Killer Nr. 1

wS/ots   Siegen-Wittgenstein   – 22.06.2012  –   Auch in Siegen-Wittgenstein wird am 03.07.2012 Runde 2 des Blitz-Marathons eingeläutet. Die Polizei will dabei mit den Bürgerinnen und Bürgern über das Thema intensiver ins Gespräch kommen und sie auch beteiligen. „Die Menschen erleben in ihrer direkten Umgebung, dass viele Autofahrer rücksichtslos fahren und das Leben anderer gefährden. Das macht sie wütend und besorgt“, sagte Innenminister Ralf Jäger am 20. Juni in Düsseldorf. „Für die Bürgerinnen und Bürger zählen nicht statistische Unfallbrennpunkte, sondern diese Wutpunkte. Deshalb öffnet die Polizei landesweit den Blitzmarathon für Bürgerhinweise und kontrolliert auch an diesen Wutpunkten“.

Die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein nimmt am Dienstag, dem 26.06.2012, in der Zeit zwischen 08.00 und 16.00 Uhr unter der speziell eingerichteten Bürgertelefon- Rufnummer 0271-7099-3333 Vorschläge für mögliche Kontrollstellen per E-Mail entgegen. Auch unter der E-Mail-Adresse blitzmarathon.siegen-wittgenstein@polizei.nrw.de nimmt die Kreispolizeibehörde in dem vorgenannten Zeitraum Vorschläge und Anregungen der Bürger entgegen.

Polizeioberrat Jürgen Griesing, Leiter der Direktion Verkehr der Kreispolizeibehörde und am 03.07.2012 auch polizeilicher Einsatzleiter: „Zu schnelles Fahren ist nach wie vor der Killer Nr. 1 auf Deutschlands Straßen. Unabhängig von der Frage, wer den Unfall verursacht hat, entscheidet die Geschwindigkeit über Leben oder Tod. Das wollen wir in die Köpfe der Menschen bekommen.“

Der stärkere Kontrolldruck allein reicht aber nicht aus. „Wir brauchen Aktionstage wie den Blitzmarathon, um die Menschen wachzurütteln“, führt der Polizeioberrat weiter aus, „Es ist der landesweite Appell an alle Verkehrsteilnehmer, sich dauerhaft an die Verkehrsregeln zu halten, um sich und andere zu schützen.“

Im letzten Jahr hatte es landesweit einen Anstieg bei Verkehrstoten um 15 Prozent gegeben. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres starben 207 Menschen im Straßenverkehr in NRW. Das sind 13 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Rückgang ist auch aus der Sicht von Jürgen Griesing ein Indiz, dass die Polizei mit ihren neuen Strategie auf dem richtigen Weg ist. “ Wir wollen die Menschen vor schweren Unfallfolgen durch zu hohe Geschwindigkeit schützen. Weniger Opfer sind unser Erfolg – nicht mehr Knöllchen! Jedes Unfallopfer bedeutet Leid für die Familie, Freunde und Arbeitskollegen. Die Polizei weiß: Wo oft kontrolliert wird, wird dauerhaft langsamer gefahren“, betont Griesing.

Mit dem ersten Blitz-Marathon ist es gelungen, vielen Menschen ins Bewusstsein zu rufen, wie gefährlich zu schnelles Fahren ist. Die meisten sind an diesem Tag verantwortungsbewusster gefahren. Es wurde nur halb so viel gerast wie an anderen Tagen. Die Polizei kontrollierte landesweit rund 456.000 Verkehrsteilnehmer. 17.169 von ihnen fuhren zu schnell Im Bereich der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein wurden beim ersten Blitz-Marathon insgesamt 15.086 Fahrzeuge kontrolliert. Davon waren 443 Fahrzeugführer/-innen zu schnell unterwegs. Achtmal mussten die Polizisten wegen Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes einschreiten, ein Fahrzeugführers stand unter Alkoholeinfluss, zwei hatten ihr Lenkrad unter dem Einfluss von Drogen in die Hand genommen. Der von der Kreispolizeibehörde gemessene Raser-Spitzenreiter hatte übrigens 41 km/h mehr auf dem Tacho als an der Kontrollstelle zulässig waren.

„Unfälle geschehen nicht einfach, sie werden verursacht! Und ein zu hohes Tempo macht dabei aus einer gefährlichen Situation eine lebensgefährliche!“, so mahnt der Siegener Verkehrsexperte abschließend.

 

Denn, das belegen die Erfahrungen der Polizei:

– bei 65 km/h STERBEN 8 von 10 Fußgängern, die angefahren werden

– bei 50 km/h ÜBERLEBEN 8 von 10 Fußgängern, die angefahren werden

Das heißt:  15 km/h Unterschied entscheiden darüber, ob 8 von 10 Fußgängern überleben oder sterben!

auf dem Foto Polizeioberrat Jürgen Griesing
Foto: ots

 

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