Carmen“ in der roten Stierkampfarena

wS/si  –  Apollo Theater  –  17.09.2012  —  Hoch gelobte Kay-Metzger-Inszenierung am 28. September im Apollo-Theater  —  „Tolle Sänger in der roten Stierkampfarena. Schlüssige Inszenierung, die ihren Fokus ganz auf den kampfbetonten Tanz der Geschlechter mit- und umeinander richtet“ – so die Premierenkritik zur nagelneuen „Carmen“-Inszenierung des Landestheaters Detmold, die am Freitag, 28. September, ab 20 Uhr im Apollo-Theater an der Morleystraße 1 zu erleben ist.

„Wenn du mich nicht liebst, liebe ich dich. Wenn ich dich liebe – nimm dich in acht!“ Mit diesen Worten stellt sich Carmen in ihrer berühmten Habañera vor. Diese grandiose Arie bringt ihr ganzes Wesen auf den Punkt – und ihre fatale Beziehung zu Don José, der ihretwegen sein bürgerliches Leben über Bord wirft und mit offenen Augen ins Unglück rennt. Carmen, das ist Naturgewalt und schillernder Charakter: lachend, spielerisch, zerstörerisch und dämonisch. Später scheint sie fast froh, als Don José sie mordend aus einer Bindung erlöst, in der sie nicht atmen kann.

Schicksalsglaube, Orakelzauber und Grausamkeit sind der düstere Untergrund von Carmens temperamentvollem Gemüt. Die wilde junge Frau mit ihrem anarchischen Freiheitsdrang ist zum Untergang verurteilt. Sie weiß es und reißt den, der ihr zu folgen versucht, mit in den Abgrund.

Evelyn Krahe, vor zwei Jahren von „Theater Pur“ zur besten Nachwuchssängerin gekürt, ist inzwischen beileibe kein „Nachwuchs“ mehr: Sie wurde  sowohl an die Deutsche Oper am Rhein verpflichtet wie auch zur Longborough Festival Opera.  Diese „Carmen“ ist ihr Rollendebut.

Als „José“ wird Emmanuel di Villarosa zu erleben sein, der – neben großen europäischen Häusern – auch an der New Yorker Met engagiert war und zusammen mit Placido Domingo auf der Bühne stand.

Regisseur Kay Metzger hat Texte aus der „Carmen“-Novelle des Autors Prosper Mérimée in seine hoch gelobte Inszenierung hineingearbeitet, die dadurch deutlich an Brisanz gewinnt.

Der Franzose George Bizet (1838-1875), der zeitlebens nicht in Spanien war, hat ein musikalisches Fantasie-Spanien erschaffen, das wunderbar heiter klingt, hell und sonnig – ein grandioser Gegensatz zur dramatischen Story. Den Auftrag zur Komposition bekam er 1872 von der Pariser Opéra-Comique.

Die Uraufführung fand am 3. März 1875 statt – und war ein totaler Flopp. Die Kritiker fielen gewaltig über das Werk her: Unsittliche Geschichte, überbordende Kompositionen, die Arien gingen nicht ins Ohr. Erst die Wiener Premiere im gleichen Jahr brachte dem Werk den Welterfolg, der bis heute anhält – aber die erlebte der Komponist schon nicht mehr.

 

Pressestimmen

„Jede Menge Applaus(…) das Publikum erlebte eine schlüssige Inszenierung (…) Traumbesetzung für das so leidenschaftlich liebende und so verzweifelt kämpfende Paar (…) auch der Kunstgriff von Regisseur Kay Metzger, statt Dialogen und Rezitativen mit eingespielten Textpassagen aus der Carmen-Novelle des Autors Prosper Mérimée zu arbeiten, funktionierte gut.“ Lippische Landes-Zeitung

„In dieser Carmen gibt es ein zweites Paar: Die Tänzer Mireia Facal und Adonai Luna kommentieren und akzentuieren die Entwicklung der Handlung und die Gefühle der Protagonisten in einer mit Witz

durchsetzten Choreografie (..) Anstelle von Rezitativen und Dialogen lässt Metzger (…) Passagen aus der Erzählung von Prosper Mérimée einspielen, die der Oper zugrunde liegt. Dieser Kunstgriff funktioniert überraschend gut und stimmig.“ Lippisches Kultur-Journal

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