Jedes Alter zählt

wS/si  –  Diakonie in Südwestfalen  –  18.09.2012  –  Was für ein Bild vom Alter wir haben und wie vital oder schwach wir alt werden – das interessierte rund 120 Gäste beim Jahresempfang der Diakonie in Südwestfalen im Haus der Siegerländer Wirtschaft. Der neue Superintendent im Evangelischen Kirchenkreis Siegen, Peter-Thomas Stuberg, antwortete mit der Hoffnungsbotschaft der Bibel. „Bei Gott sind wir nie zu alt, etwas bewirken zu können.“ Festredner Dieter Hackler bekräftige das geistliche Wort aus dem Blickwinkel der Politik: „Es gibt keine Generation, die wir außen vorlassen können.“ Der Ministerialdirektor im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stellte Ausschnitte aus der Demografiestrategie der Bundesregierung vor.

„Sie bieten Menschen im Alter vielfältige Unterstützung und entwickeln neue Angebote“, lobte Hackler den Gastgeber. Angesichts der steigenden Lebenserwartung müssten Versorgungsstrukturen, etwa im Krankenhausbereich neu ausgerichtet werden. „Entsprechende Fachabteilungen gewinnen dabei beständig an Bedeutung.“ Das Besondere der Diakonie in Südwestfalen sei ihr Selbstanspruch, lebenslange Beziehungen zu gestalten. „Das ist vorbildlich, weil das Alter für immer mehr Menschen zum aktiven und erfüllten Lebensabschnitt wird.“ Gemeinsam mit regionalen Partnern engagiere sich die Bundesregierung deshalb im Rahmen der Demografiestrategie unter dem Leitbild der „Sorgenden Gemeinschaft“ für eine Verbesserung der Rahmenbedingung für selbstbestimmtes Leben im Alter. Neue Arbeitsformen, technische Geräte und altersgerechte Wohnformen könnten den Wunsch vieler älterer Menschen nach einem möglichst langen selbständigen Leben unterstützen. Neben Angebotsstruktur sei die Einbindung älterer Menschen entscheidend. „Wer Sinnvolles tun möchte, wird durch eingerichtete Anlaufstellen bei der Auswahl eines geeigneten Engagements in seinem Lebensumfeld unterstützt.“

Aktives Älterwerden bedeute aber auch, trotz Pflegebedürftigkeit oder Demenz am Leben teilnehmen zu können. Ergänzend zur Potentialförderung älterer Menschen müssten deshalb Pflege- und Betreuungsangebote gesichert werden, vor allem im Umgang mit Demenz. „An Demenz Erkrankte und ihre Angehörige benötigen besondere Hilfe. Die überwiegend familienzentrierte Pflege von Menschen mit Demenz muss durch professionelle und nachbarschaftliche Angebote ergänzt werden.“ Die Bundesregierung habe deshalb eine nationale Allianz für Menschen mit Demenz auf den Weg gebracht, die bei der Bildung regionale Hilfsangebote unterstützt. „Auch hier gilt das Leitbild der Sorgenden Gemeinschaft: Mit Partnern vor Ort, wie zum Beispiel Kirchengemeinden, Betrieben, Krankenhäusern oder Senioreneinrichtungen, soll auch im Umgang mit Demenz ein Leben in Beziehung ermöglicht werden.“

Zuvor hatte Dr. Josef Rosenbauer, Geschäftsführer der Diakonie in Südwestfalen, auf den Beitrag der Diakonie zur Gestaltung des demografischen Wandels hingewiesen. „Im Bereich der Altersmedizin verbinden wir bereits heute zahlreiche Diagnose-, Therapie-, Rehabilitations- und Pflegeeinheiten. Wir arbeiten daran, die integrierte medizinische Versorgung von älteren Menschen weiter zu verbessern. Im Hinblick auf die alternde Gesellschaft solle ein „bedarfsgerechtes Angebot“ entstehen.

Von links: Beim Jahresempfang der Diakonie in Südwestfalen stellte Dieter Hackler (Ministerialdirektor im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) Ausschnitte aus der Demografiestrategie vor. Dr. Josef Rosenbauer (Diakonie-Geschäftsführer) dankte dem Festredner.

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