Dritte Heimniederlage der Sportfreunde Siegen im Spitzenspiel gegen Viktoria Köln

wS/jk – Siegen – 19.10.2012 – Die dritte Heimniederlage konnten die Sportfreunde Siegen im Spitzenspiel der Regionalliga West gegen Tabellenführer Viktoria Köln vor 3.726 Zuschauern nicht verhindern. Die Boris-Elf unterlag im Leimbachstadion unterm Strich verdient mit 1:3 (0:2), da die Ausfälle in der Verteidigung nicht kompensiert werden konnten. Dennoch bleiben die Krönchenstädter – bei einem Spiel mehr – vorerst auf dem vierten Tabellenplatz und können am morgigen Samstag einzig vom Wuppertaler SV überholt werden.

Zwei frühe Tore der Gäste aus dem Rheinland schockten die Siegener. „Das war so nicht eingeplant“, war der Matchplan von Trainer Michael Boris rasch über den Haufen geworfen. Dabei offenbarte vor allem die viel gelobte Sportfreunde-Abwehr, die in elf Spielen nur fünf Gegentore zuließ, wie schon vor einer Woche an der Verler Poststrasse Schwächen. Ihrem Beinamen als „beste Verteidigung der Liga“ wurde die Sportfreunde-Defensive nicht gerecht und hat diesen nun sogar verloren. Denn mit nun elf Gegentoren stellt Siegen nur noch die drittbeste Abwehr.

Trainer Michael Boris und Co-Trainer Frank Döpper sahen die dritte Heimniederlage der Sportfreunde Siegen. Gegen Tabellenführer Viktoria Köln gab es eine 1:3 (0:2)-Niederlage. Foto: Michael Handke/wirSiegen/Archiv

Doch nach dem Grund, warum die Hintermannschaft im Team von Trainer Michael Boris ihre Stabilität verloren hat, braucht man nicht lange suchen. Mit Innenverteidiger Christoph Klippel, der sich einen Außenbandriss zugezogen hat, fehlt weiterhin ein wichtiger Spieler. Auch gegen die U23 des MSV Duisburg (27. Oktober) kann er nocht nicht an einen Einsatz denken. An allen Ecken fehlte gegen die Kölner Viktoria auch noch Serkan Dalman.

Personalsorgen in der Defensive

Der Defensiv-Allrounder, der laut seinem Trainer die Fäden in der Verteidigung zusammen hält, musste nach seiner Gelb-Roten Karte in Verl eine Zwangspause einlegen und wurde nicht nur von seinen Mitspielern schmerzlich vermisst. Denn schon in der Anfangsphase der Flutlicht-Partie im Leimbachtal machte sich die Abwesenheit Dalmans bemerkbar. Wie wichtig er für die Sportfreunde-Elf ist, offenbarte sich bei den Gegentoren.

Denn da hielten die Fäden nicht mehr zusammen. Während Leon Binder am Seitenrand in Folge eines Zweikampfs behandelt wurde, flankte Cataldo Cozza präzise auf Aziz Bouhaddouz, der die Siegener Abwehr eiskalt erwischte und nach sechs Minuten das 1:0 für die Viktoria erzielte. Den Ball, mit der Brust angenommen, versenkte er per Seitfallzieher im Netz.

Den Faden hatten Dalmans Mannschaftskollegen beim zweiten Treffer fünf Minuten später dann verloren: Von der linken Seite flankte der Ex-Siegener David Müller und Hamdi Dahmani traf per Kopfball (11.). Das runde Leder flog dabei durch die Siegener Abwehr: Jeder Spieler im Trikot der Heimmannschaft säbelte an Ball vorbei, während Dahmani am langen Pfosten auf ihn wartete.

Frühe Tore schocken Siegen

Von diesem doppelten Schock mussten sich die Sportfreunde zunächst erholen und hatten wenig später das Glück auf ihrer Seite, als Sven Michel einen Kopfball von Aziz Bouhaddouz noch von der Linie kratzen konnte (16.). Ein drittes Tor wäre hier schon die Vorentscheidung gewesen. Als die Sportfreunde-Truppe ihre Ordnung langsam wieder hergestellt hatte, lief das Spiel für sie besser.

Zumal sich Viktoria Köln, die mit Alexander Voigt einen ehemaligen Bundesliga-Profi und Mike Wunderlich einen der Top-Torschützen der Liga auf dem Feld hatten, auf dem Zwei-Tore-Vorsprung etwas ausruhte. Ein Angebot, das Siegen nicht abschlagen konnte. Die Boris-Elf kurbelte die Offensive an. Gerade in der letzten Viertelstunde der ersten und zu Beginn der zweiten Halbzeit machten die Hausherren Druck auf das von Dominik Poremba gehütete Viktoria-Tor.

Eine Vielzahl von Eckbällen mussten die Kölner Verteidigung um den erfahrenen Mariusz Kukielka über sich ergehen lassen, doch die Mehrzahl davon wussten die Rot-Weißen auf dem Platz nicht zu nutzen. Ob dieses Eindrucks wurden die Sportfreunde dem Gegner über Standardsituationen kaum gefährlich. Zweimal flankte Julian Jakobs, der in dieser Phase auf dem rechten Flügel viel Wind entfachte, punktgenau auf Stürmer René Lewejohann, dessen Abschlüsse abgeblockt wurden.

Jakobs und Hettich vergeben Ausgleich

Nach dem Seitenwechsel hatte sich der Siegener Mut zur Offensive schließlich ausgezahlt: Der zur Pause eingewechselte Alexander Hettich, der zur Überraschung vieler Anhänger im Stadionrund nicht in der Startelf stand, war die richtige Wahl von Trainer Michael Boris. Denn in der 52. Minute gelang ihm gleich der Anschlusstreffer. Die Vorlage hatte ihm Julian Jakobs gegeben. „Ein schöner Treffer. Die Einwechselung hat sofort gegriffen“, freute sich Michael Boris.

Beide Siegener Spieler waren auch die Protagonisten der beiden größten Siegener Chancen auf den Ausgleich, der zu diesem Zeitpunkt wohl verdient gewesen wäre. Der stark aufspielende Hettich scheitere nach einer Michel-Flanke nur drei Minuten nach seinem Tor in aussichtsreichter Position an Keeper Dominik Poremba. Den Viktoria-Schlussmann hatte Julian Jakobs weitere zwei Minuten später (57.) angeschossen, als er nach genialem Zuspiel von Hettich frei auf ihn zulief.

Dies sollte im weiteren Verlauf des Spiels rächen. Viktoria Köln zog die Zügel wieder an. Nach 69 Minuten hätte Aziz Bouhaddouz, der völlig freistehend im Siegener Sechzehner zum Kopfball kam, bereits für die Entscheidung sorgen können. Erneut fehlte die Ordnung in der Siegener Abwehr, doch Torwart Raphael Koczor hielt Siegen im Spiel. Bereits eine Minute zuvor war Bouhaddouz allein vor ihm aufgetaucht, verlor dann aber den Ball.

Bouhaddouz entscheidet die Partie

Im dritten Anlauf gelang Aziz Bouhaddouz schließlich das 3:1 (72.). Abermals war er von den Siegener Verteidigern mutterseelenallein gelassen worden. Zum dritten Mal binnen vier Minuten. Diesmal nutzte er die Chance. Mit dem dritten Tor der Kölner Viktoria war das Spitzenspiel entschieden. Siegen erspielte sich in der Schlussphase keine Chancen mehr.

Am Ende setzte sich die spielerische Klasse der Mannschaft von Trainer Heiko Scholz durch. Doch die Niederlage gegen den Tabellenführer haut die Sportfreunde Siegen nicht um. Mit 24 Punkten nach 13 Regionalliga-Partien ist das Team von Michael Boris im Soll. Fast die Hälfte der angestrebten 50 Zähler hat man bei noch sieben ausstehenden Hinrundenspielen bereits erreicht.

Sportfreunde Siegen – Viktoria Köln 1:3 (0:2).

Siegen: Koczor – Tuysuz, Binder, Weber (87., Veselinovic), Lemke – Grebe (73., Pollok), Zeh – Jakobs, Dej (46., Hettich), Michel – Lewejohann. – Köln: Poremba – Schultens (80., Teixeira), Kukielka, Propheter, Eichmeier – Voigt, Müller – Dahmani (59., Glowasz), Cozza, Wunderlich – Bouhaddouz (87., Aydogmus). – Tore: 0:1 Bouhaddouz (6.), 0:2 Dahmani (11.), 1:2 Hettich (52.), 1:3 Bouhaddouz (72.). – Schiedsrichter: Bastian Börner. – Zuschauer: 3726.

Bericht: Jürgen Kirsch

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