Kleine Welten voller Geschichten – Neue Sonderausstellung im Museum Wilnsdorf

wS/wi  –  Wilnsdorf  –  07.12.2012  –  Detailreiche Miniaturwelten präsentieren sich zurzeit dem Besucher des Wilnsdorfer Museums. Die neue Sonderausstellung „Traumwelt Puppenstube – Architektur en miniature“ lädt dazu ein, in Puppenstuben versteckte Geschichte und Geschichten zu entdecken.

Für die Ausstellung hat die Kunsthistorikerin Silke Surberg-Röhr 25 Puppenhaus-Ensembles aus ihrer umfangreichen Privatsammlung zur Verfügung gestellt. Die begeisterte Sammlerin von Puppenstuben, Puppen und Teddybären hat für viele Exponate selbst zu Reißbrett und Modelliermasse gegriffen. „Etwa die Hälfte der Puppenhäuser habe ich eigenhändig entworfen und gebaut“, sagt Surberg-Röhr. Dabei lässt sie sich sowohl von historischen Vorbildern als auch ihrer Fantasie inspirieren, um eine Epoche en miniature nachzubauen.

Dafür geht die Historikerin gern weit in die Vergangenheit zurück, in der Ausstellung sind u.a. ein steinzeitliches Gehöft und eine mittelalterliche Burg zu finden. Besonders beeindruckend ist der prunkvolle Rokoko-Ballsaal, entstanden in Anlehnung an Vorbilder in den Schlössern Gripsholm und Sanssouci.

Das zweite Standbein der Ausstellung sind historische Puppenstuben aus dem 19. und 20. Jahrhundert. An diesen wird deutlich, dass Puppenstuben im Laufe der Geschichte unterschiedliche Funktionen erfüllten. Gerade diese Vielfalt ist es, die Surberg-Röhr an Puppenhäusern fasziniert: „Was in unserer Zeit als Spielzeug gilt, war früher pädagogisches Werkzeug oder extravagantes Luxusobjekt“. Manche Puppenhäuser dienten rein ästhetischen Zwecken, wie die berühmte Miniaturwelt „Mon plaisir“ der Fürstin Augusta Dorothea von Schwarzburg-Arnstadt. Ab dem 16. Jahrhundert sollten Puppenküchen und Kaufmannsläden junge Mädchen spielerisch auf ihre Rolle als Mutter und Hausvorstand vorbereiten. In diese Kategorie fällt ein weiteres Ausstellungshighlight: eine Puppenküche aus der Zeit um 1870, noch original ausgestattet und mit einer der ersten Biegepuppen ihrer Zeit dekoriert.

Darüber hinaus gibt es Ausstellungsstücke, die einfach Erinnerungen an die eigene Kindheit wecken, wie der Maggi-Laden aus der Zeit um 1940 oder Puppenstuben aus den 1980er Jahren. Alle Miniaturwelten laden dazu ein, länger zu verweilen und nach lustigen, liebevollen oder authentischen Details zu suchen. „Jedes Ensemble hat seine eigene Persönlichkeit“, sagt Surberg-Röhr über ihre Sammlerstücke. Ihr Lieblingshaus ist auch in der Ausstellung zu sehen: die „Schneiderei Möck“, ein echtes Fachwerkhäuschen mit Schneideratelier und Wohnstube.

Die Sonderausstellung „Traumwelt Puppenstube – Architektur en miniature“ ist im Museum Wilnsdorf noch bis 17. Februar 2012 zu sehen, dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 4 Euro für Erwachsene, Familien können die Ausstellung für 9 Euro besuchen. Weitere Informationen gibt es online unter www.museum-wilnsdorf.de.

In der Ausstellung ist eine historische Puppenküche aus der Zeit um 1870 zu sehen.

 

Hereinspaziert: Der Maggi-Laden lädt zum Verweilen ein.

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