Feuerwehr Großalarm: Chlorgas im Therapiezentrum

wS/wf.  Siegen – 11.02.2013 –Update: Siegen. Zu einem Großeinsatz wurden am Montagvormittag zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehren aus der Stadt Siegen, Rettungsdienste und Polizei zum TSS Therapiezentrum des Marienkrankenhauses in die Friedrichstraße 133 gerufen.

Nach ersten Erkenntnissen waren hier rund 20 Liter der Flüssigkeit „Aluminiumhydroxychlorid“ ausgelaufen. Gegen 10:15 Uhr hatte ein Masseur, der auch zuständig ist für die Wasseraufbereitung der Bewegungsbecken starken Chlorgeruch im Untergeschoss des mehrstöckigen Gebäudes wahrgenommen. Als er nachschauen wollte wurde der Geruch immer „beißender“ und er alarmierte sofort die Leitstelle der Feuerwehr Siegen über diesem Vorfall. Der diensthabende Disponent löste unverzüglich Großalarm für zahlreiche Löschzüge aus. Darunter auch der ABC-Zug Siegen, zahlreiche Rettungswagen, DRK und Malteser Hilfsdienst, und auch die Polizei machte sich mit mehreren Beamten und Einsatzfahrzeugen zur Einsatzstelle auf.

Bis zum Eintreffen der ersten Hilfskräfte hatte der Masseur alle Patienten aus dem Gebäude geführt die sofort von Kräften der Feuerwehr entgegengenommen wurden. Sie konnten in einem nahen Café an der Kampenstraße erst einmal vorläufig unterkommen. Mehrere Einsatztrupps zogen sich Vollschutzchemieanzüge an und gingen erst einmal auf Erkundung und konnten im Keller des Hauses nebelartige Wolken feststellen. Die Suche des Trupps konzentrierte sich erst einmal nach dem Behältnis indem das Leck aufgetreten war und sie waren schnell fündig. Das Leck in dem Kanister wurde abgedichtet und ins freie geschafft. Einsatzleiter Matthias Ebertz koordinierte die Kräfte und auch der ORGA-Leiter Rettungsdienst sowie der leitende Notarzt Dr. Eberhard Schmitt waren vor Ort.

Dr. Schmidt und eine große Anzahl von Rettungsassistenten untersuchten die 38 Patienten die sich zum Aufbruch des Geschehens im Gebäude befunden haben. Ebenso zahlreiche Therapeutinnen und Therapeuten. Verletzt wurde glücklicherweise niemand und so konnten alle erst einmal im wärmenden Café  bleiben.

Wie Chemiker der Feuerwehr Siegen Klaus Ehrmann in einem Gespräch erklärte, handelt es sich bei dem „Aluminiumhydroxychlorid“ um ein Chlorabspaltungsmittel und ist sehr gefährlich. „Es verursacht Verätzungen der Atemwege und kann bei längerer Einatmung sogar zum Tode führen“, so Klaus Ehrmann. Länger als 15 Minuten durfte jeweils ein Trupp nicht in der Gefahrenstelle arbeiten und musste ausgewechselt werden. In der Friedrichstraße hatten andere Kräfte ein Dekontaminationszelt aufgebaut um die Chemieschutzanzüge der Feuerwehrmänner zu dekontaminieren. Da die Gaswolke sich in den Räumlichkeiten befand, wurden Chemikalienbindemittel ausgesprüht die das „Aluminiumhydroxychlorid“ binden tat und so neutralisierte. So konnten die gebundenen Chemikalien schließlich in Edelstahlfässer verpackt und zur fachgerechten Entsorgung der Firma Lindenschmidt zugeführt werden. Für die Einsatzkräfte war es keine leichte Aufgabe, zumal die Temperaturen bei rund 5 Grad Minus lagen. Und hiermit bedankten sich die Einsatzkräfte noch bei der Leitung des Marienkrankenhauses, denn die ordnete an, dass die Küche den Einsatzkräften heißen Kaffee und Tee zur Verfügung zu stellen.  An dem über 3-stündigen Einsatz waren über 70 Feuerwehrangehörige, 20 DRK und Malteser Hilfsdienst sowie zahlreiche Polizeibeamte im Einsatz. Die Kampenstraße sowie die Friedrichstraße waren komplett gesperrt.

Vorabmeldung –   Großalarm für Kräfte der Feuerwehr Siegen am Montagmorgen in der Siegener Unterstadt. In einem Siegener Therapiezentrum war eine unbekannte Substanz ausgetreten. Die Feuerwehr rückte mit rund 70 Wehrleuten zur Einsatzstelle an der Friedrich Straße aus. Da unklar war, ob Personen in dem Therapiezentrum gefährdet waren, wurden die Einsatzstichworte der Feuerwehr vorsorglich erhöht und u.a. ein MANV 1 – Massenanfall von Verletzten –  ausgelöst. So wurden auch mehrere Rettungswagen zum Einsatzort alarmiert.

Vor Ort gingen die Einsatzkräfte mit Schutzanzügen vor, um Messungen vorzunehmen. Wahrscheinlich handelt es sich bei der ausgetretenen Subtanz um Chlor, noch nicht bestätigt die Angabe, dass diese aus einem 500 Liter Vorratsbehältnis ausgetreten war. Die Feuerwehr war mit dem Gefahrgutzug vor Ort und lüftete das Gebäude gründlich.

Die Mitarbeiter und Patienten wurden durch die Feuerwehr evakuiert und vorübergehend in einer Bäckerei untergebracht. Nach derzeitigen Informationen wurden keine Personen verletzt.

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Weitere Bilder des Einsatzes in der Galerie

Fotos: wirSiegen.de

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