Gesundheitlicher Aschermittwoch: Kliniken fehlen 20 Mil. Euro

wS/wf. Siegen Wittgenstein – 13.02.2013 – 20 Millionen Euro werden den Siegenern Krankenhäuser nach ersten Schätzungen in den Jahren 2012, 2013 und 2014 fehlen. Grund genug Vertreter aus Politik und Krankenhausleitung an den runden Tisch zu holen. So fand am heutigen Aschermittwoch der erste gesundheitliche Austausch der Siegerländer Krankenhäuser statt.

Vertreter aus Politik, Willi Brase und Helga Daub, beide Mitglieder des Bundestages, Tanja Wagener und Falk Heinrichs, beide Mitglieder des Landtages, Landrat Paul Breuer sowie die Geschäftsführungen der Diakonie Südwestfalen, Kreisklinikum Siegen, DRK Kinderklinik und des Marien Krankenhauses, diskutierten heute hinter verschlossenen Türen die Lage der Kliniken.

In der anschließenden Pressekonferenz wurde dann den Pressevertretern die Kampagne „Wir sind das Krankenhaus“ näher gebracht und erste Ergebnisse der Gesprächsrunde mitgeteilt. Die Politiker konnten feststellen, viele Probleme der Kliniken nicht zu kennen. Sie zeigen Verständnis für die finanziellen Probleme der Krankenhäuser.

Landrat Paul Breuer erwartet ein weiteres Krankenhaussterben im Jahr 2013. Auch in Siegen gibt es einen ganz brisanten Fall – das Kinderkrankenhaus. Nur mit einem Notprogramm und Unterstützung des Kreises kann dort derzeit der Betrieb aufrechterhalten werden. Ein Kinderkrankenhaus braucht für seinen Betrieb nun einmal mehr Personal, dieses wird aber in den Zuweisungen der Gelder nicht berücksichtigt. Auch diese „Interna“ nahmen die anwesenden Politiker zur Kenntnis.

Immer höherer Auflagen in Bezug auf Hygiene, aber kein Kostenausgleich dafür machen viele Krankenhäuser zu schaffen. Auch hier zeigen die Politiker Verständnis. Krankenhäuser sind wichtige Wirtschaftsfaktoren der Region, aber im System „Krankenhaus“ ist einfach zu wenig Geld. Es ist fünf vor zwölf, es besteht unmittelbarer Handlungsbedarf.

Alle Beteiligten waren der Meinung, dass dieser erste „Gesundheitliche Aschermittwoch“ ein voller Erfolg war, Lösungen aber weiterhin gesucht werden müssen. Zum Thema Kinderkrankenhaus fand Landrat Breuer auch deutliche Worte: „Ich finde das skandalös“.

Land, Bund und Krankenkassen sind nun gefragt, Antworten auf die finanziellen Probleme der Kliniken zu finden. Das die Kliniken in Siegen-Wittgenstein gut aufgestellt sind zeigt, dass nur ein ganz kleiner Bruchteil der Patienten außerhalb des Kreises behandelt werden müssen.

 


Fotos: wirSiegen.de
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