Polizeilicher Sondereinsatz in Sachen getunter Fahrzeuge

wS/ots Siegen Wittgenstein – In der Zeit vom 03. – 17.05.2013 führte die Direktion Verkehr der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein den Sondereinsatz „Getunte Fahrzeuge“ durch.
 
Während des Einsatzes konnte die Polizei feststellen, dass auch weiterhin getunte / technisch veränderte Fahrzeuge von überwiegend „Jungen Erwachsenen“ (18 – 24 Jahre) geführt werden.

Aus Aufklärungs- und Beratungsgesprächen im Rahmen der Verkehrskontrollen ging zudem klar hervor, dass die von den jungen Fahrzeughaltern durchgeführten technischen Veränderungen neben den beabsichtigten optischen und akustischen Effekten hauptsächlich der Leistungs- und Geschwindigkeitssteigerung sowie der vermeintlichen Verbesserung der Straßenlage dienen sollen. Insoweit kann ein direkter Zusammenhang zur Hauptunfallursache Nummer 1 „überhöhte Geschwindigkeit“ hergestellt werden.
 
„Gefahren verschärfend“, so der den Polizeieinsatz leitende Polizeioberkommissar Martin Rademacher von der Polizeiwache Kreuztal, „muss hierbei berücksichtigt werden, dass die Gruppe der „Jungen Erwachsenen“ im Vergleich zur übrigen Bevölkerungsgruppe die meisten Verkehrsunfälle verursacht. Wir konnten aber – wie bereits in den Vorjahren – in  zahlreichen Gesprächen mit den ja noch jungen Menschen die Rechtslage darlegen und mögliche rechtliche Folgen bei Verstößen erläutern. Hierbei hat sich aus unserer Sicht auch die Verwendung der diesbezüglich spezifischen Infoschrift „Junge Erwachsene“ als überaus hilfreich erwiesen.“
 
Die Aufklärungsgespräche dienten zudem dazu, Gefahren für den Straßenverkehr, die durch illegale technische Veränderungen hervorgerufen werden können, vor Augen zu führen.
 
 
Während des Sondereinsatzes wurden die Kontrollen verstärkt auf die Innenstadtbereiche sowie Ein- und Ausfallstraßen der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein gelegt.  Weiterhin wurden als Schwerpunkte die Bereiche  Netphen-Afholderbach, Bundesstraße 62 (so genannte Applauskurve) und im Raum Kreuztal die Krombacher Höhe und die Rahrbacher Höhe intensiv von den im Rahmen des Sondereinsatzes insgesamt fünf eingesetzten Polizeibeamten bestreift und kontrolliert.
 
Dabei konnten die Beamten auch feststellen, dass sich neben der motorisierten Zweiradszene speziell in Netphen-Afholderbach offensichtlich vermehrt auch die PKW-Tuningszene traf. Die Anzahl der Kontrollen wurden an diesen Örtlichkeiten deshalb stark erhöht. Allein am Sonntag, den 05.05.2013, wurde  im Bereich der  „Applauskurve“, mit zwei Teams der Polizei an zwei unterschiedlichen Stellen kontrolliert. Dabei wurden Verstöße konsequent geahndet und auch zwei Platzverweise ausgesprochen.
Noch einmal Oberkommissar Rademacher: „Aus unserer Sicht wurde deutlich, dass sich die Anwesenheit der Polizei sehr schnell herum sprach und dass vermeintliche Raser den Bereich dann mehr oder weniger „freiwillig“ verließen. Das wiederum hat natürlich das Sicherheitsgefühl des „Otto-Normalfahrers“ gestärkt“.
 
Insgesamt wurden im Rahmen des Sondereinsatzes rund 100 Anzeigen  gefertigt,  annähernd 110 Verwarngelder erhoben, rund 130 Mängelkarten ausgestellt sowie diverse Berichte an die Straßenverkehrsämter gefertigt.
Weiterhin wurden zahlreiche Infoschriften „Junge Erwachsene“ ausgehändigt, die eigens zum Einsatzanlass durch die Direktion Verkehr als Informationsbroschüren entworfen worden waren.