Feuerwehr: Ehrenamtskonzept greift – erste Treueprämien vor Auszahlung

ws/si Siegen – Nach gut fünf Jahren zieht die Stadt Siegen eine erste Bilanz ihres Ehrenamtskonzeptes, mit welchem dem stetigen – teils dramatischen – Rückgang der Mitgliederzahlen der Freiwilligen Feuerwehr entgegengewirkt werden sollte. Das Wichtigste vorab: Die Bilanz fällt positiv aus; das Konzept greift, die Zahl der ehrenamtlichen Feuerwehrleute ist derzeit stabilisiert, die Auszahlung der ersten Treueprämien steht unmittelbar bevor.

Im April 2008 hatte der Rat der Stadt Siegen nach mehrmonatigen, zum Teil erregt geführten Diskussionen, einstimmig ein Konzept zur Verbesserung und Stärkung des Ehrenamtes innerhalb der Feuerwehr für die Stadt Siegen beschlossen. Notwendig wurde dies, weil die Feuerwehr 1997 bis 2007 ca. 100 Mitglieder verloren hatte – beileibe kein Siegen-spezifisches Phänomen bzw. Problem, stellen sich doch überall im Lande immer weniger Freiwillige für den ehrenamtlichen Dienst zur Verfügung.

„Uns war bewusst, dass der demografische Wandel und das veränderte Freizeitverhalten bei den jungen Leuten über kurz oder lang dazu führen würden, dass die Mitgliederzahlen weiter zurückgehen“, erläutert der Leiter der Feuerwehr, Matthias Ebertz, das besorgniserregende Szenario von damals, das die Verantwortlichen bei der Stadt Siegen dazu veranlasste, eine entsprechende Initiative zu starten. Ebertz: „Wir hatten ein klares Ziel: den Abwärtstrend erst zu stoppen und dann, auf längere Sicht, eine Umkehr der Entwicklung zu erreichen, sprich, eine Wieder-Zunahme der Mitgliederzahlen.“

Denn eins ist heute wie damals klar: Gerade für die Feuerwehr sind die ehrenamtlichen Mitglieder unverzichtbar. In Siegen, wo der Brandschutz und sonstige Hilfeleistungen kommunale Pflichtaufgabe ist, decken sie einen großen Teil des Aufgabenumfangs ab und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger.

Vor diesem Hintergrund enthielt das beschlossene Konzept die folgenden Maßnahmen:

die Einrichtung einer befristeten halben Stelle für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliedergewinnung;

die Auszahlung eines Betrages an die Einheiten zur Pflege der Kameradschaft;

die Aufhebung der Begrenzung der Zahlung von Übungsgeldern für eine Übungsobergrenze von 40 Übungen;

die Anpassung von Aufwandsentschädigungen;

die Auszahlung einer Treueprämie von 100 Euro pro Jahr und Auszahlung nach 5 Jahren, wodurch eine längerfristige Bindung an die Feuerwehr bewirkt werden soll.

Im Jahre 2013 kann hinter die meisten der aufgeführten Maßnahmen des Konzepts ein Häkchen gesetzt werden. Besonders hervorzuheben: „Fristgemäß“, nämlich nach 5 Jahren, können aktuell die ersten Treueprämien ausbezahlt werden. Nutznießer hiervon sind immerhin bereits 260 Feuerwehrleute, die sich den erstmaligen Anspruch erworben haben. Stadtkämmerer und Feuerschutzdezernent Reinhold Baumeister begrüßt die Auszahlung mit Nachdruck als „zumindest kleine Anerkennung und Ausdruck des Dankes der Stadt Siegen für das unter Beweis gestellte, besondere ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrfrauen und -männer.“

Der wichtigste Erfolg des Konzeptes ist jedoch, dass der Abwärtstrend bei den ehrenamtlichen Mitgliederzahlen bei der Feuerwehr Siegen nicht nur gestoppt und die Mitgliedszahlen derzeit stabilisiert werden konnten. Es ist darüber hinaus sogar eine Steigerung zu verzeichnen: von ehemals 600 Feuerwehrleuten auf aktuell 660.

Um auch künftig weiter professionell Mitgliederwerbung und den Erhalt der Mitgliederzahlen betreiben zu können, wurde die befristete Stelle Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliedergewinnung durch den Rat der Stadt Siegen mittlerweile als dauerhafte Stelle eingerichtet.

Zudem ergänzt inzwischen ein weiterer wichtiger Baustein das ursprüngliche Konzept: die Kampagne MUT MACHT GLÜCKLICH, die u.a. mit einer groß angelegten Plakat-Aktion im Stadtgebiet und einem professionellen Internetauftritt (www.mut-macht-glücklich.de) punktet. „Wir führen das fort“, verspricht Matthias Ebertz, denn: „Es gilt, der Öffentlichkeit immer wieder unser Anliegen, neue Mitglieder zu gewinnen, vor Augen zu führen – und das wortwörtlich!“

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