Menschen aufwachsen sehen

(wS/uni) Siegen. Jede Generation tickt anders. Egal ob man ihr rückblickend den Stempel No Future, Golf, X oder Y aufdrückt. Wie Kinder und Jugendliche sozialisiert werden – durch Familie, Freunde, Vereine, den Stadtteil, in dem sie leben, die Medien –, damit beschäftigt sich das Siegener Zentrum für sozialwissenschaftliche Erziehungs- und Bildungsforschung (SiZe) der Universität Siegen. „Dabei geht es um alles, was außerhalb des Schulunterrichts stattfindet“, erklärt der Sprecher Prof. Dr. Thomas Coelen. Bildung ist schließlich mehr als eine statistische Lernleistungsmessung. Das muss nicht immer die Jugend betreffen, sondern kann auch rückblickend ältere Generationen in den Blick nehmen.

Foto: Uni Siegen

Foto: Uni Siegen

Das SiZe verbindet fünf Arbeitsbereiche. Beteiligt sind die Professoren Thomas Coelen, Bernd Dollinger, Dorle Klika, Alexandra Nonnenmacher und Matthias Trautmann. Durch diesen Zusammenschluss werden allgemein-, sozial- und schulpädagogische Themenstränge und sowie diverse methodische Forschungszugänge vereint. Die Forschungsprojekte beziehen sich auf Bildungs-, Biographie- und Sozialraumforschung, die theoretische Analyse sozialer Hilfen und die Devianzforschung, also die Betrachtung abweichenden Verhaltens. In Bezug auf diese Themenfelder betreibt das SiZe Befragungen, ethnografische Feldstudien in Stadtteilen und Institutionen und biografische Fallstudien von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Das SiZe ist bereits seit drei Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Universität Siegen, wurde aber jetzt aufgrund der neuen Kooperationsform umbenannt und bekam auch ein neues Logo. Aktuell gibt es drei DFG-Projekte: In dem Projekt „Jugendkriminalität im politischen Interdiskurs“ (in Kooperation mit der Universität Bremen) geht es um die Darstellung von Jugendkriminalität durch die Polizei, die Jugendhilfe sowie die Politik im Zeitraum von 1970 bis 2009. Ein zweites DFG-Projekt in Form einer Studie zum Thema „‘Bildungsbenachteiligung‘ als Topos pädagogischer Akteure in Ganztagsschulen“ fragt danach, welche Orientierungsmuster über individuelle Bildungsbenachteiligung und zugehörige Förderbedarfe die Lehr- und Fachkräfte in Ganztagsschulen zeigen. Untersucht werden acht (Ganztags-)Grundschulen mit unterschiedlichen Organisationsformen.

Im Oktober beginnt das Projekt „Lokale Bildungslandschaften und Stadtentwicklung“ (in Kooperation mit der TU Berlin), in dem an acht Standorten die Beziehungen zwischen Bildungspraxis/-politik und Stadtentwicklung auf unterschiedlichen Ebenen (Bund, Länder, Stadt, Stadtteil, Quartier) untersucht werden. Der aktuell häufig als positiv benannte, jedoch kaum verifizierte Zusammenhang zwischen Bildung und Stadtentwicklung wird somit analysiert.

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