Schüler werden Lebensretter: Aktionstag im Burbacher Schulzentrum

(wS/bu) Burbach – Die berühmte Stecknadel hätte man fallen hören können am vergangenen Montag in der Dreifachturnhalle im Burbacher Schulzentrum. Gespannt folgten die Schülerinnen und Schüler aller weiterführenden Schulen dem Einführungsvortrag von Kai Langenbach, dem Sprecher der Arbeitsgruppe Ersthelferkonzept Gemeinde Burbach. Alle sechs Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch am plötzlichen Herztod, ließ er die Anwesenden wissen. Die Überlebenschance liegt etwa bei 6 bis 7 % in Deutschland, im Schweizer Kanton Tessin beispielsweise bei 43 %. „Die Zahlen sprechen dafür, dass in Deutschland noch Luft nach oben ist“, so Kai Langenbach. Er hat es sich mit demTeam von der Feuerwehr und des DRK aus Burbach zur Aufgabe gemacht, dazu einen Beitrag zu leisten, dass die Überlebenschancen steigen.

In drei Gruppen wurden Kinder und Jugendliche fit gemacht in Sachen erster Hilfe und Reanimation beim Herzstillstand. (Foto: Gemeinde Burbach)

In drei Gruppen wurden Kinder und Jugendliche fit gemacht in Sachen erster Hilfe und Reanimation beim Herzstillstand. (Foto: Gemeinde Burbach)

Diesmal waren die Schülerinnen und Schüler der Hellertalschule, Real- und Hauptschule sowie der Gemeinschaftsschule eingeladen, die richtigen Schritte im Falle eines Herzstillstandes zu lernen. Neben dem Vortrag standen ein praktisches Training zur Wiederbelebung und die stabile Seitenlage sowie der Umgang mit Defibrillatoren auf dem Stundenplan. Da nicht alleSchüler gleichzeitig Platz an den Übungspuppen fanden, waren drei Blöcke gebildet worden. Etwa jeweils 180 Schüler konnten gleichzeitig von den rund 40 anwesenden freiwilligen Helfern betreut werden. Mit satten Rhythmen unterlegt wurde an den Dummies die richtige Druckfrequenzgeübt, die es für eine Herz-Druck-Massage benötigt, um die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes effektiv zu überbrücken. Kai Langenbach maß dem Aktionstag eine wichtige Bedeutung zu: „Wir fördern damit die Motivation zur Hilfeleistung und den Abbau von Ängsten, gleichzeitig steigt die Quote derer, die als Laien reanimieren können.“

In Burbach konnten bisher rund 800 Personen durch die Arbeitsgruppe Ersthelferkonzept Gemeinde Burbach geschult werden. „Wir planen zwei weitere Veranstaltungen am 23. Juni im neuen Feuerwehrgerätehaus Lippe und am 19. August im Dorfgemeinschaftshaus Gilsbach. Ich hoffe, dass wir danach mehr als tausend Menschen aus Burbach fit gemacht und im Umgang mit Defibrillatoren geschult haben.“ Denn neben der Schulung der Bürgerschaft geht es der Gruppe auch darum, flächendeckend so genannte AEDs öffentlich zugänglich zu installieren. „10 Geräte hängen mittlerweile, im Jahresverlauf sollen noch weitere fünf dazu kommen“, verriet Kai Langenbach. „Ziel ist es, dass in der Gemeinde innerhalb von fünf Minuten ein Gerät beim Patienten eingesetzt werden kann.“
Für Bürgermeister Christoph Ewers ist diese Engagement vorbildlich. „Das ganze Projekt hat Vorbildcharakter für Südwestfalen und darüber hinaus. Und es lebt von den Personen, die sich engagieren. Das wird auch beim Aktionstag wieder deutlich, denn viele haben extra Urlaub genommen, um mit den Kindern und Jugendlichen zu trainieren.“

Kai Langenbach freut sich über weitere Spenden: „Jeder gespendete Euro kommt eins zu eins dem Projekt zu Gute. Eine Spendenquittung kann natürlich gerne ausgestellt werden. Und Orte, an denen ein Gerät aufgestellt werden kann, gibt es noch reichlich in Burbach“, so der Ehrenamtler.

Spenden können auf das Konto 42, IBAN DE 47 460 512 40 0000 000042, BIC WELADED1BUB eingezahlt werden. Sofern eine Spendenquittung benötigt wird, ist auf der Überweisung die Anschrift anzugeben.

.
Anzeige/WerbungJetzt clever werben bei wirSiegen.de – Infos hier
[adrotate group="3"] .