Uni-Notunterkunft für Flüchtlinge: Städtische Mitarbeiter übernehmen Betrieb

(wS/si) Siegen – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Siegen sind seit heute (Montag, 10. August 2015) für den Betrieb der Flüchtlingsunterkunft in der Turnhalle der Universität Siegen zuständig. Sie lösen die ehrenamtlichen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Siegen ab, die vor zwei Wochen (27. Juli) das Uni-Notquartier vom Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes übernommen hatten. Das hauptberufliche Team wird weiterhin mit großem Engagement von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern vor Ort unterstützt. So ist gewährleistet, dass die inzwischen gut eingespielten Strukturen und Tagesabläufe in der Flüchtlingsunterkunft (von der Ausgabe der Mahlzeiten über den Sicherheitsdienst bis zur Übernachtbetreuung) bestehen bleiben: Der Wechsel an der Organisationsspitze geht damit für die Menschen in der Unterkunft unbemerkt und reibungslos über die Bühne.

Die ersten Flüchtlinge erreichen die Sporthalle | Foto: Stadt Siegen

Die ersten Flüchtlinge erreichen die Sporthalle | Archivbild: Stadt Siegen

Um diese Aufgabe stemmen zu können, haben die Personalverantwortlichen der Stadt Siegen gemeinsam mit Bürgermeister Steffen Mues, dem I. Beigeordneten Wolfgang Cavelius und Stadträtin Babette Bammann zahlreiche interne Abstimmungsgespräche geführt und ein Personalkonzept ausgearbeitet. Es sieht im Kern wie folgt aus: Weiterhin sind hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter der Siegener Feuerwehr in der Einsatzleitung tätig. Fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen der Verwaltung bilden das Arbeitsteam, dazu kommen zwei Sozialarbeiter.

Die Verwaltungsmitarbeiter kümmern sich um die Organisation vor Ort und die medizinische Versorgung in der Einrichtung, Fahrten zu Gesundheitsuntersuchungen, die Organisation der Impfungen, Röntgenuntersuchungen, den Transport zu Erstaufnahmeeinrichtungen, die Auszahlung des Taschengeldes oder die Anschaffung von Hygieneartikeln. Dieses „Arbeitsteam“ der Siegener Stadtverwaltung kennt die Abläufe vor Ort bereits sehr gut, denn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind schon seit Dienstag, 28. Juli, in der Unterkunft tätig. Sie erstellen tägliche Dienstpläne und Wochenpläne etwa für die Essens- und Materialausgabe, um den Tagesablauf in der Unterkunft zu organisieren.

Bei der Ausgabe der Mahlzeiten im Verpflegungszelt hilft außerdem mindestens eine ausgebildete Küchenkraft aus den städtischen Schulmensen mit, die von Freiwilligen unterstützt wird. Für die Übernachtbetreuung stehen derzeit ein Dutzend Helferinnen und Helfer zur Verfügung. Eine Mitarbeiterin des städtischen Arbeitsteams bündelt und koordiniert in Absprache mit der Universität die Anfragen und den Einsatz von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern.

„Auf die gezielte Unterstützung durch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind wir vor allem auf längere Sicht weiterhin angewiesen, sowohl unter der Woche wie am Wochenende. Dazu gehören beispielsweise die Ausgabe der Mahlzeiten, Hygieneartikel und Getränke, aber auch Botenfahrten und die Begleitung von Flüchtlingen, auch ohne Kenntnise der jeweiligen Muttersprache“, betonte Bürgermeister Steffen Mues. „Für die große Welle der Hilfsbereitschaft und die Tatkraft der vielen Helfer und Spender aus Siegen möchte ich mich noch einmal ausdrücklich bedanken.“ Das gelte auch für ehemalige Beschäftige der Stadt Siegen, die sich bereit erklärt haben, ehrenamtlich in der Flüchtlingsunterkunft mitzuhelfen.

Einen herausragenden Einsatz hätten auch die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Siegener Feuerwehr und des Deutschen Roten Kreuzes geleistet. Bürgermeister Mues lobte die sehr gute Zusammenarbeit mit Beschäftigten und Studierenden der Universität, so werden die Kinderbetreuung und der Familenservice, das Sportprogramm, die Kleiderkammer oder das Internet-Café gut angenommen. Auch die freiwilligen Dolmetscher sind nach wie vor im Einsatz.

Aktuell leben 142 Flüchtlinge in der Turnhalle der Universität, davon 43 Kinder. Am Wochenende sind rund 50 Flüchtlinge in die Erstaufnahmeeinrichtung nach Bad Berleburg verlegt worden. Die weitere Belegung des Uni-Notquartiers ist nun abhängig von den Zuweisungen der Bezirksregierung Arnsberg und der dann zu erfolgenden ausländerrechtlichen Registrierung und Zuweisung auf Erstaufnahmereinrichtungen.

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