„Rettet meine Tante“ sammelt Spenden für knochenkrebskranke Siegenerin

Es bleiben Glaube und Hoffnungen

(wS/red) Siegen 05.02.2016 | Große, haselnussbraune Augen schauen unter einem sandfarbenen Kopftuch freundlich in die Welt und strahlen vor allem zweierlei aus: Hoffnung und Zuversicht. „Ein bisschen Bammel habe ich nur vor dem langen Flug. Aber ich bin voll unendlicher Freude auf das, was mich in Mexiko erwartet“, sagt Süreyya Meskule.

In ihrer hellen, gemütlich eingerichteten Wohnung sitzt sie einen Tag vor dem Flug schon quasi auf gepackten Koffern. Ständig rufen Freunde und Verwandte an, erkundigen sich nach dem Befinden der Mittvierzigerin, kommen vorbei, machen letzte Besorgungen für sie. Süreyya Meskule wird für drei Wochen in die Klinik „Oasis of Hope“ in Mexiko gehen. Seit über 50 Jahren werden dort in Tijuana Krebspatienten auf alternative Weise behandelt, häufig Menschen, bei denen die Schulmedizin mit ihrem Latein am Ende ist.

Aufgrund ihrer Untersuchungsergebnisse hat der behandelnde Arzt vor Ort einen Behandlungsplan für Süreyya erstellt, der unter anderem auf hochdosierte Vitamin-C- und B17-Gabe, Körpertemperatur-Erhöhung und vorbehandelte Eigenzellen-Therapie setzt.

„Rettet meine Tante“ sammelt Spenden für knochenkrebskranke Siegenerin. (Foto: privat)

„Rettet meine Tante“ sammelt Spenden für knochenkrebskranke Siegenerin Süreyya Meskule. (Foto: privat)

2012 erkrankte Süreyya erstmals an Brustkrebs, wurde chemotherapiert, danach operiert, schließlich bestrahlt Doch nur ein knappes Jahr später klagte sie über stechende, punktuell abgegrenzte Schmerzen in verschiedenen Knochen. Auf diese Beschwerden reagierten ihre behandelnden Ärzte jedoch zunächst nur mit der Verordnung von Ibuprofen. Erst 2015, viel später, als es hätte sein müssen, wurde per CT festgestellt: Der Krebs ist zurückgekommen, diesmal mit Leber- und Knochenmetastasen.

Noch ganz unter dem Schock der Diagnose fällte die engagierte Frau, die immer für andere Menschen da ist, in ihrem Beruf benachteiligte Schulkinder unterstützt und im Integrationsrat der Stadt Siegen mitarbeitet, eine Entscheidung: Sie will keine weitere Chemo- oder Strahlentherapie mehr über sich ergehen lassen, zu tief sitzt die nahezu traumatische Erinnerung an die entsetzlichen Nebenwirkungen der Behandlungen jener Tage, das verlorene Vertrauen in herkömmliche Heilmethoden. Sie wirft den behandelnden Ärzten in Deutschland Unterlassungs-Sünden vor, fühlt sich von den Schulmedizinern im Stich gelassen.

Unterstützt von ihren Freunden und Bekannten begann sie zu recherchieren, suchte in ihrem Geburtsland in Trabzon einen Heilpraktiker auf. Dieser verordnete ihr Präparate auf Propolis-Basis, entgiftende Tees und eine Reduktionsdiät. Innerhalb von fünf Monaten nahm sie über 20 Kilogramm ab. Die kleine Frau soll und will noch mehr abnehmen, um den Krebszellen in ihrem Körper noch weniger Weiterentwicklungsgrundlage zu bieten.

Die Therapie in der Oasis of Hope wird von ihrer Krankenkasse nicht bezahlt, kostet rund 50.000 Euro. Deshalb riefen Neffen und Nichten für sie eine Spenden-Sammelaktion in Zusammenarbeit mit dem Siegener Verein HandyCap ins Leben. Unter www.rettet-meine-tante.de und auf Facebook wird ihr Fall geschildert. Inhaber des Spendenkontos ist der Verein HandyCap Siegen. Unter dem Verwendungszweck „Süreyya Meskule“ kann für sie auf das Konto bei der Sparkasse Siegen mit der IBAN DE87 4605 0001 0030 0743 55 gespendet werden. Ihre Unterstützer planen in naher Zukunft ein Benefizkonzert, bei dem unter anderem der Soul-Sänger Memo, ihr Neffe, und die Siegener Band Kaffeepott für sie spielen wollen.

Die Zeit drängt, Süreyyas Knochenschmerzen werden immer schlimmer. Schließlich versucht sie es mit einem Morphiumpflaster, dass ihr von ihrem Hausarzt verordnet wird – ohne Erfolg. Außer starken Nebenwirkungen hat sie nichts davon und entfernt das Pflaster kurz vor ihrer Abreise wieder. Niemand kann ermessen, wie es in ihr aussieht, und sie spricht nicht von ihren Schmerzen.

Statt dessen von ihren Hoffnungen, die sie an die Therapie in der Oasis of Hope knüpft. „Ich will niemandem das Gefühl vermitteln, dass ich rumjammere. Ich möchte mit meinem Gang an die Öffentlichkeit lediglich andere dafür sensibilisieren, die vielleicht in einer ähnlichen Situation sind, wie ich es bin, dass es alternative Heilmethoden gibt. Ich bin keine Missionarin, ich habe eine miese Prognose, ich will nur sagen: Ihr seid nicht allein, redet mit anderen, entscheidet nach eurem Herzen“.

Da blitzt es auch wieder auf, dieses Leuchtfeuer der Hoffnung in den großen haselnussbraunen Augen, das so ansteckend ist. Anfang März hat Süreyya Geburtstag, dann ist der erste Therapie-Block in Mexiko vorbei. Vielleicht schenkt ihr Allah, an den sie glaubt, ein zweites Leben?

Am Mittwoch, 03.02.2016, ist Süreyya nach Mexiko geflogen und wird nun bereits in der Oasis of Hope behandelt. Sie ist sehr glücklich dort und fühlt sich wohl aufgehoben.

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