70 Prozent des Trinkwassers stammt aus dem Wald

(wS/red) Siegen-Wittgenstein 20.03.2016 | Deutschlands Wälder sind der Garant für gutes und sauberes Trinkwasser in Deutschland. Etwa 70 Prozent des bundesweit gewonnenen Trinkwassers stammt aus Grund- und Quellenwasser, das in forstlich genutzten Wäldern gewonnen wird. Das Ökosystem Wald ist damit der größte Süßwasserspeicher in Deutschland.

Foto: Wald und Holz NRW

Foto: Wald und Holz NRW

„Allein im Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein gibt es 35 Wasserschutzgebiete, zahlreiche Quellen und kleine Bäche“, erklärt Förster Timur Beck. Die bekanntesten Fließgewässer, die in unserer Region entspringen, sind Sieg, Eder und Lahn. „Ich finde es prima, dass sich der Tag der Wälder dem Thema „Wald und Wasser“ widmet“. Nur wenige Menschen kennen die Zusammenhänge zwischen einer nachhaltigen Forstwirtschaft und sauberem Wasser.

„Der Wald reinigt und filtert die Niederschläge. Der Waldboden kann – wie ein Schwamm – das Wasser aufnehmen und speichern“ erzählt Förster Beck. Pilze und zahlreiche Mikroorganismen im Waldboden sorgen für ein intaktes Bodengefüge, sodass das Grundwasser aus dem Wald meist ohne kostspielige Reinigung als Trinkwasser genutzt werden kann.

Foto: Wald und Holz NRW

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„Am meisten Grundwasser und gesundes Trinkwasser entstehen in Mischwäldern mit einem hohen Anteil an Laubbäumen“, weiß Förster Beck. Laubbäume verringern im Gegensatz zu Nadelbäumen den Säuregehalt des Bodens und verhindern damit die Auswaschung von schädlichen Schwermetallen ins Grundwasser.

„Es ist bei unserer Arbeit extrem wichtig, auf eine gute Bodengesundheit zu achten, damit die vielen Mikroorganismen sich wohl fühlen und das Wasser reinigen können. Hierzu zählt auch, dass wir unsere Wälder sehr pfleglich bewirtschaften, um Boden- und Wasserschutz zu dienen. Bei uns im Wald wird darüber hinaus möglichst auf chemischen Pflanzenschutz verzichtet“, so Beck.

21. März wird vom Tag des Waldes zum internationalen Tag der Wälder

Der 21. März wurde erstmals 1971 Jahren von der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) als „Tag des Waldes“ ausgerufen. Dies geschah als Reaktion auf die globale Waldvernichtung. Mit knapp vier Milliarden Hektar bedecken Wälder noch rund 30 Prozent der Erdoberfläche. Während sich – ausgehend von Deutschland – seit über 300 Jahren eine nachhaltige Forstwirtschaft in vielen Teilen Europas etablierte, ist die Sorge um die Regenwälder groß, die nach wie vor durch Raubbau und Klimawandel bedroht sind.

Ende des Jahres 2012 wurde dann auf Beschluss der Plenarsitzung der UN-Generalversammlung der traditionelle 21. März eines jeden Jahres zum „Tag der Wälder“ auf internationaler Ebene erklärt. Dieser Welttag der Forstwirtschaft soll die Wichtigkeit aller Arten von Wäldern und ebenso der Bäume außerhalb von Wäldern betonen und würdigen. Einer breiten Öffentlichkeit soll deutlich gemacht werden, dass es im internationalen Zusammenspiel gilt, die nachhaltige Bewirtschaftung, die Erhaltung und die Entwicklung aller Arten von Wäldern und Bäumen zugunsten heutiger und künftiger Generationen zu stärken.

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