"Buckelpiste" Hengsbachstraße nun endgültig saniert

Bürgermeister Steffen Mues (Mitte) freut sich zusammen mit Helge Klinkert (Kreisdezernetin) über die Fertigstellung der Baumaßnahmen in der Hengsbachstraße. Fotos: Jürgen Kirsch

Bürgermeister Steffen Mues (Mitte) freut sich zusammen mit Helge Klinkert (Kreisdezernetin, li.) über die Fertigstellung der Baumaßnahmen in der Hengsbachstraße. Fotos: Jürgen Kirsch

(wS/jk) Siegen 29.04.2016 | Die „Buckelpiste“ in der Siegener Hengsbach gehört der Vergangenheit an. Denn die Hengsbachstraße (Kreisstraße 14), als wichtige Zufahrt – vor allem für Kranken- und Rettungswagen von Eiserfeld und der Dreisbach zum Jung-Stilling-Krankenhaus, ist saniert worden. Die Baumaßnahme dauerte von Juni bis November 2015 an. Mit den Fahrbahn-Markierungen, die aufgrund der Witterung jetzt im April durchgeführt wurden, hat der Verkehrsweg nun sein endgültiges Gesicht erhalten.

Die Hengsbachstraße (K 14) erstrahlt im neuen Glanz.

Die Hengsbachstraße (K 14) erstrahlt im neuen Glanz.

„Es waren schöne Arbeiten“, bedankte sich Schachtmeister Jörg Ottersbach von der bauausführenden Firma Fink-Stauf aus Much (Rhein-Sieg-Kreis) bei den Anwohnern, die die monatelangen Straßenbaumaßnahmen unterstützt haben und zum Teil die Mitarbeiter mit selbstgebackenem Streuselkuchen und Kaffee bei Kräften gehalten haben. So lief alles nach Plan: Die Fahrbahndecke wurde auf 100 Metern Länge erneuert und rund 800 Meter Fahrbahn teilweise voll ausgebaut. Dafür mussten von Seiten der Stadt Siegen insgesamt 72 Tonnen teerhaltiger Straßenaufbruch entsorgt, 235 Tonnen Asphalt verbaut und 450 Kubikmeter Erdbau bewegt werden.

Sanierung kostete über 435.000 Euro

Außerdem wurde ein Gehweg und eine barrierefreie Querung im Bereich der Hausnummer 156 angelegt. In der 90-Grad-Kurve gegenüber dem Haus 93 musste eine Stützmauer erneuert werden. Auf 22 Metern Länge wurde sie mit 2,80 Metern hohen Betonwinkelscheiben mit Geländer neu gebaut. Insgesamt kosteten die Baumaßnahmen 436.172 Euro, die ohne Fördermittel finanziert wurden. Die Stadt Siegen übernahm 191.172 Euro, weitere 245.000 Euro trug der Kreis Siegen-Wittgenstein als zuständiger Straßenbaulastträger.

Mit den letzten Markierungsarbeiten ist die Sanierung abgeschlossen.

Mit den letzten Markierungsarbeiten ist die Sanierung abgeschlossen.

„Es war ein Gemeinschaftswerk“, sagte Siegens Bürgermeister Steffen Mues im Rahmen eines Pressetermin am Freitagmorgen. Neben der Stadt und Baufirma war auch der Landesbetrieb Straßen.NRW im Auftrag des Kreises tätig. „Genauso wichtig wie die Siegener Innenstadt ist unseren Stadtplanern und Stadtentwicklern die Entwicklung der Stadtteile“, so Mues, der als Beispiel die Eiserfelder Ortsmitte nannte. Doch nicht nur Schlaglöcher und Wasserprobleme gehörten zu den Herausforderungen dieser notwendigen Sanierung.

Weltkriegsbombe im Baufeld gefunden

Schon die Vorbereitung der Maßnahmen stellte keine Routine dar. „Das war mehr als aufregend“, blickte der Bürgermeister auf eine bewegte Zeit zurück. Bei der Auswertung alter Luftbildaufnahmen und entsprechender Voruntersuchungen im Baufeld fand man am 19. November 2014 in der Hengsbachstraße eine Zehn-Zentner-Fliegerbombe englischer Bauart mit freiliegendem Zünder (wir berichteten). Ein Großaufgebot von Feuerwehr, Polizei und weiteren Einsatzkräften wurde auf den Plan gerufen. Mehr als 700 Anwohner im Umkreis des Fundorts mussten evakuiert werden – auch aus dem Seniorenheim „Obere Hengsbach“.

Helge Klinkert (Kreisdezernetin Straßenbau), Oliver Alt (Projektleiter Straßen.NRW), Bürgermeister Steffen Mues und Jörg Ottersbach (Schachtmeister Firma Fink-Stauf) auf der sanierten Straße.

Helge Klinkert (Kreisdezernetin Straßenbau), Oliver Alt (Projektleiter Straßen.NRW), Bürgermeister Steffen Mues und Jörg Ottersbach (Schachtmeister Firma Fink-Stauf) auf der sanierten Straße.

„Das war damals eine riesige logistische Aktion“, erinnerte sich Mues. Das Siegener Stadtoberhaupt kümmerte sich um die Bürger, ehe die Weltkriegsbombe schließlich erfolgreich entschärft wurde. „Ich habe vor allem Ruhe und Gelassenheit bei den Menschen, die von den Maßnahmen betroffen waren, gespürt. Das zeigt, welches Vertrauen in die Einsatzkräfte besteht“, beschrieb er. Drei weitere gefundene Metallkörper im Boden entpuppten sich glücklicherweise als Altmetall. Unter anderem war eine Badewanne darunter.

Stollen mussten gesichert werden

Doch der Bombenfund war bei der Sanierung der Hengsbachstraße nicht das einzige Relikt aus der Vergangenheit, das unter der Erde schlummerte. Auch der Siegerländer Bergbau hatte Spuren hinterlassen. Drei oberflächennahe Stollen wurden entdeckt, sie mussten mit 45 Kubikmeter Beton und zwei Tonnen Stahl gesichert werden. „Die Fachkräfte haben aber auch diese Hindernisse hervorragend gemeistert“, meinte Steffen Mues. „Jetzt bin ich froh, dass der schlechte Straßenzustand in der Hengsbachstraße ein Ende gefunden hat“, so der Bürgermeister. Auch die Autofahrer dürften glücklich sein.

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